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KOLUMNE - Jede Woche gibt euch FCB-Reporter Maximilian Bensinger Einblick in sein Gefühlsleben. Was gibt es Neues an der Säbener Straße? Emotional und erschreckend subjektiv!

Liebe Bayern-Fans,

eigentlich war es nur eines von vielen Bundesligaspielen, doch während der Wiesn-Zeit ist alles irgendwie ein bisschen anders. Normalerweise besteht die Münchner Luft aus derselben Gasmixtur, wie in anderen deutschen Städten auch. Pünktlich zum Altweibersommer kommt aber zum Stickstoff, Sauerstoff und einigen Edelgasen auch eine gehörige Portion Alkohol dazu. Wer also derzeit für hitzige Stimmung sorgt oder gar für brennende Luft, sollte liebe vorsichtig sein. Explosionsgefahr!

Selten war es so laut in der Allianz Arena, wie an diesem Dienstagabend. Eine Mischung aus Vorfreude und einem etwas höheren Alkoholspiegel verwandelte das Schlauchboot in einen echten Hexenkessel. Der gemeine Anti-Bayer spricht ja gerne von der schlechten Stimmung in der Arena. Dieses Argument ist nicht vollends falsch, was man ehrlich zugeben muss. In der Auslegung und überspitzten Art und Weise bleibt es aber eben nur ein laues Lüftchen Wahrheit. Entgegnen kann man dieser Argumentation aber nur schwer, denn die meisten Vertreter dieser Meinung kennen ein Viertelfinal-, Halbfinal- oder gar Finalspiel nur aus dem Fernsehen.

Immer wieder nur der FCB

Die wenigsten Kritiker sitzen daher in der Frühlingszeit unter der Woche abends in der Allianz Arena oder dem Westfalenstadion (nur ein Beispiel). Zur Erklärung: Da finden die KO-Spiele der Champions League statt. Deswegen verbessere ich meinen Einstiegssatz: „Selten war es zu einem gewöhnlichen Bundesligaspiel so laut in der Allianz Arena, wie an diesem Dienstagabend.“ Man findet eben nicht viel Angriffsfläche beim deutschen Vorzeigeklub.

Wenn die sogenannten Erfolgsfans also mal mosern, dann ist das zwar nicht schön, hat aber etwas mit Anspruchsdenken zu tun. Um vom Erfolg verwöhnt sein zu können, müssen erst Erfolge erlangt werden. Das werden auch die BVB-Anhänger noch lernen müssen. Oder wie erklärt man sich den raschen Fanzuwachs seit circa…24 Monaten? Ein großes Dankeschön an den BVB für diese Lektion.

Wenn sie wollen, dann können sie also auch. Klingt ein wenig, wie bei den Idolen unten auf dem Grün. Champions League überragend, Bundesliga nur durchschnittlich. Mittlerweile überragen Schweinsteiger und Co. aber auch wieder in der nationalen Konkurrenz. Vielleicht auch ein Anstoß für die Anhänger, an diesen magischen Dienstagabend anzuknüpfen.

Leg dich nicht mit Karl-Heinz an…

Von einer nationalen zu einer internationalen Diskussion. „Wenn ich das Gehalt von Ibrahimovic von 14,5 Millionen Euro netto sehe, dann wird mir schlecht“, sagte der Bayern-Aufsichtsratschef Karl-Heinz Rummenigge. „Wenn Herrn Rummenigge schlecht wird, kann er zum Doktor gehen“, antwortete Paris-Scheich Nasser Al-Khelaifi jetzt in der Sport-Bild.

Es gibt da dieses Financial Fairplay. Dieses UEFA-Reglement, über das sich die Scheiche aus dem Golfemirat vor Lachen in ihren Dishdasha machen. Einer, der sich herzlich darüber amüsiert, ist „Scheich“ Nasser Al-Khelaifi. Er trägt in Europa normalerweise keine langen Gewänder, sondern nur die teuersten Designer-Anzüge. Er könnte auch der Hauptdarsteller einer typischen Bollywood-Produktion sein, in dem er, mit Geldscheinen umherwedelnd, vor Karl-Heinz Rummenigge abzappelt – natürlich mit einem perfekten Zahnpasta-Lächeln. Übrigens, die langen Gewänder sind keine spezifischen Merkmale eines Scheichs, welcher übrigens auch Nasser Al-Khelaifi nicht ist.

Sohn einer gut situierten Familie, wurde er einst Tennisprofi, schaffte es aber nie über Ranglistenplatz 995 hinaus. Mittlerweile ist er der Präsident der Qatar Investment Authority, ein Fond, der über 70 Prozent der Anteile am Klub Paris St. Germain verfügt. Mit dem Grundgedanken des FFP und dem Mäzenatentum im professionellen Fußball treffen eigentlich zwei unvereinbare Welten aufeinander. Wieso es trotzdem klappt?

„Platini hat gesagt, man müsse kreativ sein. Und wir haben schon Ideen“, schwebt der schwerreiche PSG-Präsident über den Dingen. Nicht wirklich kreativ, aber letztendlich wirksam, waren die Methoden. Eine katarische Bank soll angeblich 100 Millionen Euro pro Jahr zahlen wollen, um als Trikotsponsor auf der Brust der Megastars zu prangern und die Namensrechte des Prinzenparkstadions zu erwerben. Europachef der Qatar Investment Authority ist übrigens kein Geringerer als Laurent Platini, der Sohn von UEFA-Präsident Michel Platini, dem Initiator und Verfechter des Financial Fairplay…

Man sollte sich ein Beispiel am FC Bayern nehmen. Der Inbegriff von seriösem Wirtschaften und ein guter Beweis, dass man auch so sportlich um die Weltspitze mitspielen kann. Ich weise nur auf unseren CountUp hin. Lassen Sie sich das langsam über die Lippen gehen, Herr Nasser Al-Khelaifi:  8 – 8 - 25!

Wer noch weiter diskutieren oder Bilder vom letzten Spieltag sehen will, sollte meiner Facebook-Page einen Besuch abstatten.

Es grüßt,

euer Maximilian Bensinger

 

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