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Neunfacher deutscher Meister und Fahrstuhlmannschaft zugleich - so was gibt es nur beim 1. FC Nürnberg. Meine wöchentliche Kolumne berichtet rund um die „Glubberer“.

Servus liebe Glubberer!

Wovon geht man denn eigentlich als Fan aus, wenn man als 1. FC Nürnberg an den ersten drei Spieltagen auf den Bundesliga-Dino, den aktuellen deutschen Meister und die Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison trifft und dabei noch zwei Mal auswärts antritt? Von einem harten Programm, aber ganz sicher nicht von sieben Punkten, die in Anbetracht der Leistungen noch nicht einmal unverdient sind. Genau diese sieben Punkte hat der FCN nun geholt. 33 Punkte aus den restlichen 31 Spielen, das klingt doch nach einer realistischen Vorgabe. Nur will an die 40 Punkte und das böse A-Wort in der aktuellen Konstellation keiner so recht denken. Muss man auch nicht, denn der 1. FC Nürnberg befindet sich in einem Höhenflug und will diesen gleich am Freitag fortsetzen. Dann winkt sogar der Platz an der Sonne.

Die Cinderella-Story aus Japan

Im Frankenland kommt aktuell immer mehr ein Gedanke an einen Spieler auf, der gar nicht in Nürnberg, sondern knapp 1200 Kilometer westlich bei Manchester United kickt. Sein Name? Shinji Kagawa. Vor relativ genau zwei Jahren war es dieser kleine Japaner, der den Beginn einer Erfolgsgeschichte einleitete, die zwei Meisterschaften und einen Pokalsieg brachte. Er verzauberte Dortmund mit seiner Technik, seiner Spielintelligenz und seiner Dynamik. Das Modell hat Schule gemacht - und bringt Erfolg. Zwei Jahre später erlebt man in Nürnberg einen sogar noch besseren Saisonstart (sieben statt sechs Punkten) und hat dies hauptverantwortlich einem weiteren Japaner zu verdanken. Sein Name? Hiroshi Kiyotake. Spätestens seit vergangenem Samstag in Fußball-Deutschland in aller Munde.

Es ist der beste Saisonstart seit sechs Jahren, als man nach einem Remis beim großen FC Bayern am dritten Spieltag sogar die Tabelle anführte. Doch damals war der starke Start nicht so unweigerlich mit einem Namen in Verbindung gebracht worden wie dieses Mal. Offensiv ist der 1. FC Nürnberg in diesen Wochen Hiroshi Kiyotake. Der Siegtreffer in Hamburg fiel nach einer Ecke des Japaners, gegen den Meister aus Dortmund fand eine Kiyo-Flanke Tomas Pekhart und am Samstag besann sich der quirlige Mittelfeldspieler erstmals darauf, selbst ein Spiel zu entscheiden. Nach zwei Assists zu einer schnellen 2:0-Führung sorgte der japanische Neuzugang nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich mit einem Sololauf für das 3:2 und damit den Sieg. Aus drei Spielen holte der FCN sieben Punkte und erzielte fünf Tore - Kiyotake sei Dank.



Rekord eingestellt!

Der 1. FC Nürnberg ist derzeit eine Macht! Zumindest, wenn es darum geht, drei Punkte auf dem Platz des Gegners einzufahren. Während das Team von Dieter Hecking im heimischen Stadion seit mittlerweile drei Pflichtspielen sieglos ist, gibt es auswärts mittlerweile vier Siege in Folge zu bejubeln. Einstellung des Vereinsrekordes! Die Siege in Hoffenheim und Kaiserslautern - okay, mehr oder minder bedeutungslos zum Saisonende. Ganz anders der Einstand in der Fremde in der neuen Saison. Der wichtige Auftakterfolg in Hamburg, dazu ein moralisch wie spielerisch wertvoller Dreier beim Champions League-Qualifikanten Borussia Mönchengladbach. Der FCN hat sich Respekt verschafft und beeindruckt die Bundesliga. Weiterer Beleg gefällig? Die Borussen kassierten zum ersten Mal seit Februar 2011 (1:3 bei St. Pauli) wieder mehr als zwei Gegentreffer in der Bundesliga. Damals auf der Trainerbank? Michael Frontzeck. Unter Lucien Favre, der Gladbach von der Abstiegszone über die Relegation in die Champions League-Quali führte, kassierten die Fohlen bislang nie mehr als zwei Gegentreffer. In 48 Spielen.

Flutlicht, Topspiel, Spitzenreiter?

Nun also ist alles bereitet. Drei Spieltage sind gespielt und die stärksten Teams der letzten Jahre haben sich bereits oben festgesetzt. Die Bayern, Dortmund, Schalke und Hannover grüßen von der Spitze - und dazu? Der FCN und Eintracht Frankfurt. Am Freitag Abend kommt es im „Stadion Nürnberg“ also zum Topspiel der etwas anderen Art und Weise. Es ist das Spiel der Überraschungsteams, denn sowohl der neunmalige deutsche Meister (sieben Punkte bei schwerem Auftaktprogramm) als auch der Aufsteiger aus Frankfurt (neun Zähler, zweitmeisten Tormöglichkeiten hinter den Bayern) agieren punktemäßig bislang weit über den Möglichkeiten. Sechster gegen Zweiter, sieben gegen neun Punkte, Überraschung gegen Überraschung - am Freitag Abend bietet sich dem 1. FC Nürnberg die wohl einmalige Chance, sich an die Spitze der Bundesliga-Tabelle zu setzen. Und wer gegen Dortmund und Gladbach vier Punkte holt, muss sich vor einem Aufsteiger nicht fürchten. Auch wenn dieser Aufsteiger bis dato verdammt stark aufspielt.

Ruhmreiche Grüße

Euer

Patrick Reichardt


EURE MEINUNG: Der Club schwebt auf Wolke sieben. Wohin trägt der Höhenflug den FCN?
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