thumbnail Hallo,

Der Kaderumbruch wird Zeit brauchen, um die Basis für eine erfolgreichere Zukunft zu legen. Das Spiel gegen Aue war dafür ein Beweis. Köln tut sich schwer gegen defensive Gegner.

Köln. Ein Punkt aus drei Spielen, nur ein Tor – und das auch noch nach einem Elfmeter: Die gegnerische Bude scheint für die FC-Stürmer vernagelt. Die Folge: Der 1. FC Köln befindet sich am 3. Spieltag der zweiten Bundesliga dort wieder, wo er am 34. Spieltag der vergangenen Erstligasaison auch stand, auf dem vorletzten Tabellenplatz. Und wie auch schon in der vorerst letzten Bundesligaserie der Kölner, stehen sie auch dieses Mal vollkommen zu Recht auf dem Abstiegsplatz. Von dem Gedanken, wieder direkt ins fußballerische Oberhaus zurückzukehren, müssen sich die Kölner vorerst verabschieden. Zu schwach war die Leistung gegen Aue, als dass man aus ihr Mut schöpfen könnte, es gehe bald bergauf. Trotz einer sagenhaften Ballbesitzquote von bis zu 70 Prozent schafften es die Kölner in der zweiten Halbzeit nicht mehr zwingend vor das Tor der Auer, die ihrerseits genau das zeigten, was den Kölnern derzeit fehlt: Zielstrebigkeit im Spiel nach vorne, gepaart mit einer höchst effektiven Chancenverwertung.

Auch ich habe bisher immer gepredigt, man müsse den Kölner Stürmern mehr Zeit geben. Irgendwann werden sie schon wieder treffen. Doch langsam mache ich mir auch Sorgen. Mikael Ishak ruht sich scheinbar auf seinen Vorbereitungslorbeeren aus oder ist einfach außer Form: Seine Auftritte bisher waren jedenfalls alles andere als vielversprechend. Und: Ishak wartet, ebenso wie Chong Tese, noch immer auf einen Treffer im Geißbock-Trikot. Saisonübergreifend. Das sagt eigentlich alles.

Trotzdem finde ich: Das Hauptproblem der Kölner liegt nicht im Angriff. Es liegt im zentralen Mittelfeld und in der Abwehr. Kevin Pezzoni spielt seit Wochen auf einem unterirdischen Niveau, sowohl auf der Sechs als auch in der Innenverteidigung und ist aktuell kein gern gesehener Feldspieler unter den Kölner Fans. Ihm aber die alleinige Schuld für die Misere der Kölner zu geben, halte ich für falsch. Das Spiel gegen Aue zeigte auch, dass der FC ein Problem auf der linken Abwehrseite hat. Wimmer fühlte sich dort nicht unbedingt wohl und der etatmäßige Linksverteidiger Christian Eichner versucht mittlerweile schon seit einigen Monaten wieder an seine alte Form anzuknüpfen. Es ist noch vieles im Argen beim „Effzeh“. Gefährlich ist es aber nun, in Panik zu verfallen. Der etwas euphemistisch als Umbruch verkündete Ausverkauf der Kölner Mannschaft und ihrer Leistungsträger (Geromel, Podolski, Novakovic, Lanig, Riether) braucht natürlich mehr Zeit, als nur drei Spieltage. Auch die jungen, neuen Hoffnungsträger müssen sich erst noch an die neue Zweitliga-Atmosphäre gewöhnen. Deshalb mein Appell an die Kölner Fans: Gebt der Neustrukturierung des Vereins die Zeit, die sie benötigt. Dann wird sich auch der Erfolg einstellen, irgendwann. Denn Qualität hat die Mannschaft. Mein einziger Tipp: Vielleicht sollte man nach einem zuverlässigen Partner für Dominic Maroh in der Innenverteidigung Ausschau halten. Das Transferfenster ist schließlich noch drei Tage geöffnet.

EURE MEINUNG: Wie lange wird der Umbruch beim FC dauern?
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig