thumbnail Hallo,

Wöchentlich nehme ich die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im Borussia-Park, wo zwickt es? Meine befangene Meinung findet ihr hier.

Mönchengladbach. Verdammte Axt! Es hat nicht sollen sein. Die Königsklasse scheint für Borussia Mönchengladbach tatsächlich (noch) eine Nummer zu groß zu sein. Allerdings teile ich die fast einheitliche Meinung der Medienwelt nur teilweise. Denn es ist immer leicht, sogleich die abgedroschene Phrase vom zu zahlenden „Lehrgeld“ zu bemühen. Natürlich haben Luuk de Jong, Granit Xhaka und Co. gegen Dynamo Kiew einen gewissen Anschauungsunterricht in Sachen Effizienz bekommen, aber grundsätzlich kann ich mir nicht vorstellen, dass Trainer Yuri Syomin seiner Mannschaft mit einem unglücklich abgefälschten Sonntagsschuss und einem Eigentor zum Sieg im Borussia-Park verhelfen wollte.

Geld schießt Tore – oder sitzt auf der Bank

Will meinen, neben der fehlenden Cleverness kam auch eine gehörige Portion Pech hinzu. Dreieinhalb Torschüsse – drei Tore, das kann halt passieren. Darüber hinaus stehen die Ukrainer voll im Saft, haben bereits sechs Spieltage in der heimischen Liga absolviert und dabei fünf Mal gewonnen. Wenn man weiter bedenkt, dass die Truppe auch noch einen fast doppelt so hohen Marktwert wie unsere „Fohlenelf“ hat, einen Raffael für zehn Millionen kauft, damit dieser es sich auf der Bank bequem macht, dann kann man auch einfach davon ausgehen, dass man bei weitem nicht als Favorit gegen Kiew aufläuft und dabei sogar verlieren kann.

Naive Jungs – oder gestandene Fußballer mit Fehlern?

Da brauche ich einen Titel wie „Zu naiv für die große Bühne“ von der Süddeutschen Zeitung einfach nicht. De Jong, de Camargo, Daems, Dominguez, Ring oder Stranzl sind alle erwachsen und haben schon im Europapokal vor den Ball getreten und über unseren abgezockten Hurrikan Arango oder Deutschlands neue Nummer zwei, ter Stegen, brauchen wir ja wohl gar nicht erst reden. Der eine hat Messi schon getunnelt, der andere hat bisher alle seine Elfmeter gehalten.

Individuelle Fehler gehören nun einmal so zu diesem Spiel wie schmerzhafte Niederlagen der deutschen Nationalmannschaft gegen Italien bei relevanten Turnieren. Diese Fehler müssen minimiert werden und mit Hilfe von Igor de Camargos Europapokal-Arithmetik, nach der wir das Rückspiel lediglich mit 2:0 gewinnen müssen, um weiterzukommen (ist der naiv?), ist ein „Wunder von Kiew“ vielleicht möglich. 

BORUSSIA M'GLADBACH
CL-QUALIFIKANT
DIE SAISON-VORBEREITUNG
Ergebnis
SSVg Velbert - BMG
 0:6
Preußen Münster - BMG
0:3
BMG - Birmingham City
 2:2
1860 München - BMG
 2:4
VfL Bochum - BMG
1:4
BMG - FC Sevilla
 0:0
Norwich City - BMG
0:2
Alemannia Aachen - BMG 0:2
BMG - Dynamo Kiew 1:3

Kein Wunder von Kiew

Nein, ein Wunder wird nicht möglich sein und das finde ich auch gar nicht so schlimm, wenn man mal die zweistellige Millioneneinnahme vernachlässigt, die uns entgangen ist. Aber rein sportlich betrachtet sind wir in der Europa League besser aufgehoben und müssen uns hoffentlich auch nicht mehr alle naselang die Geschichte vom Lehrgeld erzählen lassen. Machen wir es doch einfach wie Hannover, spielen international eine solide Vorrunde, ohne dabei die Bundesliga aus dem Blick zu verlieren. Dann wird sicher bald ein Rädchen ins andere greifen und die Borussia kann eine ähnlich gute Spielzeit wie letztes Jahr hinlegen. Mindestens Ansätze ließen sich gegen Kiew und auch gegen Aachen erkennen, aber vielleicht bin ich einfach auch nur zu schnell zufrieden.

Schwarzweißgrüne Grüße

Euer

Gregor Becker

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