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Wöchentlich nehme ich die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im Borussia-Park, wo zwickt es? Meine befangene Meinung findet ihr hier.

Mönchengladbach. So, langsam wird es spannend bei Borussia Mönchengladbach. Damit meine ich jetzt gar nicht das Champions-League-Qualifikationsspiel gegen Dynamo Kiew, sondern eher den Kampf um die Stammplätze in der Offensive. Ich gebe zu, dass ich nach der Auslosung kurz vom Stuhl gefallen bin, weil wir ausgerechnet den schwierigsten Gegner aus dem Topf gezogen haben. Aber nun gehe ich das einfach so an, wie man das als jahrzehntelang gebeutelter Borusse einfach tut: mit einer gehörigen Portion Zweckpessimismus. Ich gehe mal davon aus, mich in der nächsten Saison in der Europa League wiederzufinden und freu mir dann einen Ast, wenn ich aus diesem suboptimalen Traum aufwache und die Borussia vielleicht doch in der Königsklasse an den Start geht.

Schauen wir mal auf die personelle Besetzung der Abteilung Attacke unserer Borussia. Aus diesem „4-2-3-1- oder 4-2-2-System-Blabla“ bin ich ja längst ausgestiegen, da ich diese Diskussion gelinde gesagt für einen Witz halte. Die Grenzen sind fließend und werden immer fließend bleiben, egal was auf dem Papier steht und egal, was mir irgendwelche „Taktikfüchse“ unter den Sportkommentatoren da weismachen wollen.

Igor de Camargo – oh ohohoho

Da wir davon ausgehen können, dass Luuk de Jong alleine wegen seiner Ablöse und der Tatsache, dass man im Fanshop mit dem Beflocken des Trikots mit der Nummer neun nicht mehr nachkommt, zunächst einen Startplatz sicher haben wird, konzentriere ich mich einfach mal auf die freie Position neben oder von mir aus auch hinter ihm. Und da sollten die Trainings- und Testspieleindrücke eines gezeigt haben: Nach gut zwei Jahren ist Igor de Camargo endlich im Borussia-Park angekommen. Und er ist für mich nach aktuellem Stand ganz klar der Mann neben, hinter oder wo auch immer bei Luuk de Jong.

Jetzt hoffen wir alle erst mal, dass Igor das unsägliche Länderspiel Belgiens gegen die Niederlande unbeschadet übersteht, sprich Hin- und Rückreise unfallfrei schafft, nirgendwo stolpert, nicht unter der Dusche ausrutscht, am besten gar nicht aufläuft und die Dembeles, Hazards, Mertensens, Mirallas oder Lukakus die Arbeit im Benelux-Duell verrichten lässt. Schließlich hat der gebürtige Brasilianer auch eine leichte Bauchmuskelzerrung, weshalb er auf der Vereins-Homepage ankündigte:Ich muss abwarten, ob es geht. Schließlich stehen danach wichtige Spiele mit Borussia an, da möchte ich nichts riskieren.“

Igor versus Mike

Sollte de Camargo diese kleine Blessur tatsächlich überstehen, dann hat er es nach zwei Jahren endlich geschafft, eine Vorbereitung ganz ohne Ausfall zu absolvieren. Und nicht nur das: Der 29-Jährige traf in den Testspielen wie er wollte (fünf Tore), bewegte sich nahezu gazellenhaft und provozierte unseren sonst so zurückhaltenden Coach Lucien Favre zu den Worten: „Beide Stürmer haben die richtigen Läufe in die Tiefe gemacht.“ Eine Aussage, die mich mit Freude erfüllt, denn Igor hat bei uns ja schon oft sein Potenzial angedeutet und auch wichtige Treffer erzielt, aber sein Manko war aus meiner Sicht immer, dass er im Gegensatz zu Mike Hanke nicht so recht mitkombinierte, wenn er auch dafür am Ende oft richtig stand.

Igor hat die Nase vorn

Ein fitter Igor de Camargo wird den freien Platz in der Offensive erobern, wenn er die Laufwege intus hat und sich aktiv an dem von Favre vorgegebenen Kurzpassspiel beteiligt. Aber wir können uns auch an der Konkurrenzsituation im Angriff erfreuen, denn zurücklehnen dürfen sich nur wir Fans. Ob der Kollegen kann sich es Igor natürlich nicht leisten, denn die scharren alle bereits mit den Hufen. Hanke war wichtiger Bestandteil der Stammelf im letzten Jahr, wird nach seiner Verletzung wieder angreifen und alles dafür tun, zurück in die Startformation zu gelangen.

Younes und Hrgota gelten auch als Gewinner der Vorbereitung, könnten die Position hinter oder neben de Jong ebenfalls ausfüllen, werden aber wohl kaum eine Rolle spielen, weil Favre zunächst auf Erfahrung setzen und die beiden Youngster langsam heranführen wird. Mir persönlich geht das ja häufig zu gemächlich und in der letzten Saison hätte ich mir bereits mehr Einsatzzeiten für Cigerci, Ring und Younes gewünscht, die Gelegenheit war allemal da. Aber gut, angesichts der anstehenden Aufgaben und der tollen Form von de Camargo soll dieser auch die Gelegenheit erhalten, sich zu beweisen. Da ist es nicht schlimm, wenn die anderen zunächst einmal die erste Alternative darstellen.

Auch Herrmann muss sich der Konkurrenz stellen

Darüber hinaus lässt die Polyvalenz unserer meist jungen Offensiv-Künstler auch einen Einsatz auf den Flügeln zu. Während es schwierig wird, Juan Arango, der ebenfalls in bestechender Form zu sein scheint, zu verdrängen, sieht das auf der rechten Seite schon etwas anders aus. Zwar lobt Favre immer wieder Patrick Herrmanns Schnelligkeit und die damit verbundenen Wichtigkeit für das Kombinationsspiel, allerdings hat der 21-Jährige eine auch durch den erlittenen Muskelfaserriss durchwachsene Vorbereitung hinter sich. Herrmann wird nun ohne seinen kongenialen Partner Marco Reus den nächsten Schritt machen, aber zuallererst überhaupt wieder die hundert Prozent erreichen müssen. Aber gehen wir mal alle davon aus, dass der Patrick das schnell schafft.

Schwarzweißgrüne Grüße

Euer

Gregor Becker

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