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HassansCorner: Erwartungen runter und die Freude wird größer

KOLUMNE - „Ole, olee…“ oder „Kennst du den Mythos…“ wird in vier Wochen wieder gesungen werden. Meisterschaftsliedgut wird es wohl kaum geben.

Gelsenkirchen. Jahr für Jahr werden wir Fans des FC Schalke 04 damit konfrontiert schon ewig auf die Salatschüssel zu warten, stimmt ja auch – aber – mittlerweile ist es uns doch völlig schnuppe, oder? Mir jedenfalls, da ich weiß – es wird irgendwann schon passieren. Bis dahin wird der Hohn und Spott zu diesem Thema wieder breit gefächert sein, aber richtig kratzen tut’s die Wenigsten von uns, eben weil wir geläutert sind und wissen, wie wir damit umzugehen haben.

Es hat „Klick“ gemacht

In manch biergetränkten Schalker Gehirn hat die Vernunft Einzug gehalten. Wir sind gelassener und ruhiger, wenn es um das M-Wort geht. Lass die anderen doch ihr Ding machen, wir machen unseres und damit ist‘s auch gut. Natürlich wollen wir mal wieder Meister werden, alleine nur um im Adamskostüm über den Borsigplatz zu rennen und die Schalker Fahnen wehen zu lassen. Doch wir denken anders, tun wir doch? Kein Gejammer mehr, perspektivisch wird gedacht. Vor allem der Schalker an sich hat diesbezüglich viel an Verständnis gewonnen. Verständnis für die geleistete Arbeit der Verantwortlichen, aber auch Verständnis für junge Kerls, die nun einmal Fehler machen und diese selbstverständlich machen dürfen.

Lasst das Pfeifen sein – Support geht anders

Doch dieses Verständnis muss auch immer da sein, das ist es nämlich bei manchen Fans leider nicht. Und genau deshalb appelliere ich an die eben beschriebene Vernunft. Selbst wenn wir mal katastrophal spielen und das wird auch nächste Saison sicherlich vorkommen, supportet bedingungslos weiter - nach dem Spiel kann man pfeifen. Man darf sich gerne damit anfreunden, dass andere Teams auch kicken können und es Spiele geben wird, wo sie besser sind. Der Überblick und das Gleichgewicht zwischen, „die Mannschaft fordern“ und „sich selbst fordern“, darf uns nicht abgehen. Beispiel letzte Saison: Mal wieder grottig in der ersten Halbzeit zu Hause gegen Mainz (0:1). Es wird gepfiffen, wir spielen anschließend noch 1:1 und uns wäre fast noch ein Sieg gelungen. Die Mannschaft wird trotzdem mit einem Pfeifkonzert in die Kabine geschickt. Ziemlich traurig war das!

Wir loben uns doch immer selbst dafür, was wir für tolle Fans sind – dann sollten wir in einzelnen Phasen uns selbst nicht vergessen. Denn tun wir das, dann verlieren wir auch das „Fan sein“ als Schalker.



Gib dem Affen Zucker

Uns hat es doch in der Vergangenheit nie gekratzt was andere von uns denken und selbstverständlich: Ein Schalker Fan darf und soll auch seinen Unmut zum Ausdruck bringen dürfen, das sind Gefühle die entstehen und auch raus sollen. Jedoch finde ich, dass man Spieler nicht bereits vor dem Ballkontakt auspfeift und sie zusätzlich belastet, das ist teilweise geschehen – alles sehr erschreckend! Ein Chinedu Obasi bekommt einen langen Pass zugespielt und während der Ball noch in der Luft ist, wird damit begonnen ihn niederzumachen und auszupfeifen. Das ist nur ein Beispiel von mehreren.

Der schmale Grad

Einem Spieler zu vertrauen und ihn zu unterstützen ist relativ einfach. Man schraubt seine eigenen Erwartungen etwas runter und vor allem gibt man diesem Spieler Zeit. Es ist was anderes einen Spieler nach einem halben Jahr „schlecht“ zu finden oder erst nach einem bzw. zwei Jahren. Das beste Beispiel hierfür ist unser Innenverteidiger und afrikanische Gummiwand Joel Matip. Was haben wir uns teilweise über ihn geärgert, mal glänzte er und mal hauten wir den Kopp auf die Theke. Wie sich dieser junge Spieler entwickelt hat, ist sensationell. Sowas sollten wir nicht vergessen, er brauchte Zeit und hat sich entwickelt. Mittlerweile können wir froh sein, dass er zu einer echten Stütze gereift ist. Joel trägt das königsblaue Trikot bereits seit über 12 Jahren (!!!) und im ersten Jahr bei den Profis wollten ihn einige schon loswerden. Das dürften dann diese Charaktere gewesen sein, die gar nicht gewusst haben, dass „Jimmy“ mehr als sein halbes Leben bei uns verbracht hat.

So ein wenig Ruhe und Gelassenheit, wie beim Thema Meisterschaft, sollten wir auch im Umgang mit unseren Spielern haben. Wir sind wohl die emotionalsten Fans der Liga, mit uns gehen leicht mal die Pferde durch – dennoch wäre es wünschenswert seinen Kopf einzuschalten, bevor man handelt. Wenn ein Spieler 89 Minuten lang keine gute Leistung abruft, er aber das Siegtor in der 90 Minute schießt, dann bin ich zufrieden – eben weil ich weiß wo wir herkommen, wo wir waren und wo wir nun sind. Das sollten wir nicht ablegen, oder sind wir nur noch Arena-Touristen geworden?

Glück auf…

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