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KOLUMNE - Fällt der Name „Jurado“ irgendwo an einem blau-weißen Stammtisch, dann sind heiße Diskussionen vorprogrammiert. Auf Schalke ist man gespalten bei dem jungen Mann.

Gelsenkirchen. Glück auf, Schalke! Man du, du guckst aus dem Fenster und hier, 400 Meter neben der wunderschönen Veltins-Arena, regnet es in Strömen. Perfektes Fußballwetter, aber nicht für Jurado. Der spielt am liebsten wenn’s Wetter schick ist und vorher die Champions-League-Hymne ertönt. Dann blüht der beste Techniker der Bundesliga auf und zeigt, was er drauf hat.

Eine völlig andere Fußballwelt

Da kommt ein hochtalentierter junger Mann im Jahre 2010 aus dem sonnigen Spanien zu uns nach Deutschland, mit Vorschusslorbeeren von ganz oben ausgestattet und der Last 13 Millionen Euro gekostet zu haben. Der Kulturschock traf ihn sofort. Es ging an die Medizinbälle eines Felix Magath – willkommen in einer völlig anderen Fußballwelt. Von Anfang an teilte sein Trainer ihm mit, dass er seine Spielweise dem deutschen Fußball anpassen müsse. Dass ein Spieler, der die Sprache nicht spricht und die Bundesliga nicht kennt, zu Beginn Startschwierigkeiten hat, ist vollkommen normal. Das darf man Jose Manuel Jurado nicht ankreiden. Doch mittlerweile sind zwei Jahre vergangen, man wartet immer noch auf seinen Durchbruch.

Harte Gangart macht ihm zu schaffen

Für mich persönlich erschließt sich nur ein Gedanke: Bisher hat er die Bundesliga noch nicht begriffen! In Spanien wird von offensiven und kreativen Spielern wesentlicher weniger in der Rückwärtsbewegung verlangt. In der knochigen Bundesliga ist das anders. Ich ziehe da gerne den Vergleich mit einem Jefferson Farfan. Dieser hat in seinem ersten Jahr die Bundesliga auch falsch eingeschätzt und hatte große Probleme, sich in den Rhythmus einzufinden – der Mix aus Offensive und Defensive ist das A und O. Farfan hat es nach einem schwierigen Jahr verstanden. Jurado immer noch nicht. Der Dribbler hat auf der linken Seite oder zentral im Mittelfeld zumeist das Defensiv-Verhalten vernachlässigt, was wiederrum unsere Abwehr in einigen Situationen in Schwierigkeiten brachte.

Nicht umsonst hat Manager Horst Heldt ihn mittlerweile zum dritten Mal angezählt und will mehr Einsatz von ihm sehen. Jose ist kein junger 19-jähriger Bursche mehr, dem man aufgrund seines jungen Alters Formschwankungen noch eher verzeihen kann. Er hat viel Geld gekostet, kostet immer noch viel Geld. Da darf man auch irgendwann kontinuierliche Leistung erwarten.

Was nun Herr Jurado?

Der 26-jährige Spanier wird, so wie es im Moment aussieht, weiter auf Schalke spielen – er hat schließlich Vertrag. Wird er in seinem dritten Jahr nun endlich den Durchbruch schaffen oder wird die ganze Kiste ein millionenschweres Missverständnis? Für den zweitteuersten Spieler der Schalker Vereinsgeschichte, der noch mit einem üppigen Magath-Gehalt gesegnet wurde, dürften die letzten beiden Jahre ernüchternd gewesen sein. Drei Trainer und nur sporadische Einsätze. Wenn Jose seine Spielweise nicht mannschaftsdienlicher gestaltet und sich weiter zu fein ist, auch mal Wege nach hinten zu machen, dann ist das Dilemma für beide Seiten perfekt. Da nützt auch nicht das ständige Reden à la: „Die sollen den auch mal als Spielmacher spielen lassen!“ Selbst unter Felix Magath als Spielmacher hat er nur in der Hinrunde den Stammplatz gehabt. An ganz schlimmen Tagen wurde er noch in der ersten Halbzeit ausgewechselt, ich darf da an den 1:0-Auswärtssieg in Mainz erinnern.

Er hat genug Möglichkeiten bekommen, bei drei Trainern mit reichlich Erfahrung und er hat sich bei keinem durchsetzen können. Jose muss einfach mehr machen und dann wird er auch erfolgreich sein - es ist ihm und uns zu wünschen!

Glück auf, aus Gelsenkirchen…

EURE MEINUNG: Glaubt ihr noch an einen Durchbruch von Jurado auf Schalke?
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