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Nur der HSV, nur die Kolumne! Daniel Jovanov ist für euch vor Ort und fasst jeden Mittwoch alle wichtigen News rund um den Volkspark zusammen.

Liebe Leser,

das erste Trainingslager ist vorbei und für viele hat es allem Anschein nach schon endgültige Erkenntnisse hervorgebracht: Diese Truppe hat nichts drauf! Zum Teil wird schon jetzt alles in Frage gestellt, noch bevor es überhaupt richtig losgegangen ist. Wer selbst schon mal Fußball gespielt hat, wird wissen, dass diese Testspielergebnisse noch gar keine Aussagekraft haben. Erinnert euch doch an die vergangenen Jahre. Was hat der HSV nicht alles für Titel in der Vorbereitung abgeräumt? T-Home-Cup, Emirates-Cup, Antalya-Cup – doch für die deutsche Meisterschaft hat es in der Folge nur knapp nicht gereicht. Den Ball sollte man in dieser Phase der Saison ruhig flach halten.

Auch wenn die Testspielergebnisse (1:1 gegen Rosenheim, 10:0 gegen eine Zillertal-Auswahl und 2:2 gegen Terek Grozny) noch nicht viel über die neue Saison aussagen können, steht jetzt schon fest, dass einige definitiv keine Rolle mehr spielen werden. Dazu zählt auch Macauley Chrisantus, das einstige „Jahrhunderttalent“, wie die Presse seinerzeit titelte. Schade, dass dieser Junge beim HSV nie eine richtige Chance hatte. Dabei scheint ein Transfer die vermutlich beste Lösung für den 21-Jährigen zu sein. Er machte auf mich einen traurigen, sehr nachdenklichen Eindruck. „Ich habe mir in Hamburg mehr erwartet“, sagte er den mitgereisten Kollegen im Zillertal. Damit sind auch die Bemühungen seines Arbeitgebers abseits des Fußballplatzes gemeint. Chrisantus wurde als 17-Jähriger aus Nigeria in ein völlig unbekanntes Umfeld geholt – und mit seinen alltäglichen Problemen allein gelassen.

Neben Chrisantus, der im Trainingslager keine schlechte Figur abgegeben hatte, soll auch Per Ciljan Skjelbred den Verein nach nur einem Jahr und acht Kurzeinsätzen wieder verlassen. Doch der Norweger denkt überhaupt nicht daran: „Mein Herz will, dass diese Saison besser wird. Und ich will nicht weg. Schon gar nicht, wenn wir mit dem HSV unten sind. Ich habe einen Vertrag bis 2015 – und für mich zählt jeder Tag. Ich werde kämpfen, jeden Tag“, sagte er gegenüber dem HSV-Blog Matz Ab. Entweder verdient Skjelbred beim HSV so gut, dass jeder Transfer einem finanziellen Fiasko gleichkäme, oder – und das glaube ich eher – er ist einfach nur heiß und mit vollem Herzen dabei. Ich habe ihn oft beim Training beobachtet und hätte mir für ihn mehr Einsatzzeiten gewünscht. Aber Fußball ist kein Wunschkonzert. Schon gar nicht in Hamburg.

Doch vielleicht geht in Sachen Wunschkonzert doch noch etwas. In enger Zusammenarbeit mit Klaus-Michael Kühne. Die Vögel zwitschern es schon lange von den Dächern, besonders aus London. Rafael Van der Vaart könnte tatsächlich wieder das HSV-Trikot tragen. Es gibt genügend Indizien, die für einen Wechsel sprechen. Es ist zudem kein Geheimnis, dass Kühne ein großer Fan von ihm ist und eine Rückkehr vor ein paar Jahren an einem Veto von Bruno Labbadia scheiterte. Doch dieses Mal hätte der Trainer nicht allzu viele Argumente, um Van der Vaart nicht in seiner Mannschaft haben zu wollen. Diesen finanziellen Kraftakt wird der HSV nur mit Kühnes Hilfe realisieren können, doch wenn Van der Vaart wirklich zurückkehren möchte, wird auch Kühne nicht nein sagen. Ich persönlich hoffe darauf, weil ich mit Van der Vaart an eine Zeit erinnert werde, als der HSV einen der besseren „Zehner“ Europas hatte und er für spektakuläre Momente sorgte.

Lasst euch von diesem Druck in Sachen Transfers nicht anstecken. Der HSV hat keinen Zeitdruck. Es ist Anfang Juli, viele Spieler sind im Urlaub. Der Kader muss punktuell und nicht auf allen Positionen verstärkt werden. Dazu muss man auf den richtigen Augenblick warten – und der kommt bald. Ich bin mir sicher.

Bis dahin und mit Rafa im HSV-Trikot,

Nur der HSV!

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