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Jovanovs Rothosen: Saisonstart mit vielen Fragezeichen
Nur der HSV, nur die Kolumne! Hintergründe und exklusive Einblicke – Daniel Jovanov ist für euch vor Ort und fasst jeden Mittwoch alle wichtigen News zusammen.
Liebe Leser,
die lange und aus deutscher Sicht enttäuschende Europameisterschaft ist passé – der Bundesligaalltag holt uns wieder ein. Endlich, möchte man fast sagen. Ich habe die Berichterstattung nach dem Aus der deutschen Nationalmannschaft irgendwann satt gehabt. Da wurde wieder ganz schnell deutlich, wie labil das ganze Geschäft ist. Gegen die Griechen noch der gefeierte Held mit dem glücklichen Händchen, gegen Italien der Versager. Dass man einen Trainer oder gar die Mannschaft nicht nach einer Niederlage in Frage stellen sollte, versteht sich doch eigentlich von selbst. Aber negative Schlagzeilen verkaufen sich eben besser.
Damit sollte das Thema Nationalmannschaft und Europameisterschaft jedoch abgeschlossen sein. Widmen wir uns wieder unserem Verein, mit dem wir in der letzten Saison so sehr mitgefiebert haben. Gestern starteten die Rothosen in die neue Spielzeit – und in eine ungewisse Zukunft. Das sage ich deshalb, weil beim HSV noch lange nicht klar ist wer überhaupt noch zum Kader gehören soll. Von den über 30 im Kader stehenden Spielern müssen noch einige den Verein verlassen – auch um Platz und Geld für neue Transfers zu schaffen. Keine optimalen Voraussetzungen für Fink, der sich insgesamt 22 Spieler plus drei oder vier Torhüter wünscht.

Endgültig überzeugt bin ich von der Verpflichtung von René Adler, der nicht nur auf dem Platz ein erstklassiger Spieler ist. Bei seiner Vorstellung wusste er auch menschlich und rhetorisch zu überzeugen. Ein Mann mit viel Potenzial, der Wert auf Nachhaltigkeit und Vertrauen legt. Mit Maxi Beister kehrt auch ein richtiger Hamburger zurück zum HSV, der beim ersten Trainingsspiel mit vielen guten Aktionen für Begeisterung bei den zuschauenden Fans sorgte. In ihn werden die Anhänger viele Hoffnungen stecken.
Den dritten und bisher letzten Neuzugang, Artjoms Rudnevs (die Frage nach seinem richtigen Namen stellte er selbst klar), kann ich bisher noch nicht wirklich einschätzen. Das wäre nach einem Training auch vermessen. Mit zwei Toren unterstrich er Torjägerqualitäten. Man merkte ihm aber auch an, dass er technisch in einigen Belangen limitiert ist, obwohl er einen Ball sensationell per Fallrückzieher an die Latte donnerte. Ein lettischer Journalist sieht seine Verpflichtung skeptisch: „Bei uns in Lettland genießt er keinen außergewöhnlichen Ruf. Mit nur einem Tor in 18 Länderspielen konnte er bisher nicht überzeugen. Die polnische Liga ist kein Maßstab.“, sagte er.
Ohne Zweifel wird Rudnevs sich an das Tempo in der Bundesliga gewöhnen müssen. Die Zeit fordert er auch zu Recht ein. Der 24-jährige, der wohl knapp 3,5 Millionen Euro kostet, wird sich im Sturmzentrum mit Berg, Guerrero und Son messen müssen. Apropos Son – Trainer Fink lobte seinen Schützling, der trotz Urlaub bis Ende der Woche schon gestern zum Training erschien und verpasste Gökhan Töre damit einen kleinen Seitenhieb. „Ich habe jedem vier Wochen Urlaub gegeben. Töre hatte auch noch Länderspiele. Aber Son ist schon da.“

Auch das Thema Rafael Van der Vaart darf in jeder Tranfserperiode nicht fehlen. Durch eine etwas unglückliche Formulierung hat Frank Arnesen den ehemaligen Kapitän wieder ins Spiel gebracht. „Sie haben gefragt, ob es richtig ist, dass wir an Rafael kein Interesse habe. Das stimmt nicht. Aber er ist ein Spieler von Tottenham.“ Investor Kühne ist nur bereit in einer Gruppe zu investieren. Diese Gruppe von Investoren gibt es zurzeit noch nicht, deshalb wird es in den nächsten Tagen auch kein Angebot vom HSV geben, wobei Van der Vaart selbst wohl mitgeteilt habe, dass er gerne zurück in die Bundesliga möchte.
Wir müssen uns in Sachen Neuverpflichtungen alle noch ein wenig gedulden. Noch gibt es kein ernsthaftes Interesse anderer Vereine für die Spieler, die Fink und Arnesen gern abgeben würden. Die Kassen sind allem Anschein nach wirklich leer, wobei heute gerade eine Pressemitteilung zu einer Gala in der o2-World anlässlich des 125-jähirgen Vereinsjubiläums reinflatterte. Über Geld spricht man bekanntlich nicht, deshalb lasse ich dieses Thema heute mal unkommentiert.
Bis zur nächsten Woche mit hoffentlich spannenden Neuigkeiten aus Hamburg!
Nur der HSV!
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