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Jeden Mittwoch heißt es: Nur der HSV! Daniel Jovanov gewährt euch exklusive Einblicke und versorgt euch mit Infos zu allen wichtigen Themen rund um den Volkspark.

Liebe Leser,

ich habe gestern Abend zufällig in die Sendung Menschen bei Maischberger im Ersten eingeschaltet. Leider war es erst gegen Ende der Sendung, dessen Thema „Kicker, Kohle Krawalle: Wer regiert König Fußball?“ lautete. Mit Rolf Töpperwien, Mario Basler und Udo Lattek nahmen Persönlichkeiten aus der Welt des deutschen Fußballs teil, die sich bei einem Thema, das zum Ende der Sendung diskutiert wurde, unisono einig waren: der heutigen Fußballergeneration fehlen echte „Typen“.

Ich frage mich, was mit „echten Typen“ beziehungsweise „Narren“, wie Werner Schneyder sie nannte, gemeint sein könnte? Warum werden Stefan Effenberg, Lothar Matthäus oder Mario Basler als „Typen“ bezeichnet? Gibt es unter den Fußballern von heute keine Leitwölfe mehr, nur weil sie in Interviews zumeist wohl überlegt antworten und sich nicht emotional abreagieren? Ich muss leider feststellen, dass die Vorstellungen der Herrschaften in der Runde mit meinen überhaupt nicht konform sind. Für mich gehören Figuren wie Effenberg oder Basler einer Generation an, die sich nicht nachhaltig als Vorbilder für den deutschen Fußball qualifiziert haben.

Aber da wir beim Thema Typen sind: Ich kann den Experten nur raten, einen genaueren Blick nach Hamburg zu werfen. Beim HSV gibt es unglaublich viele Typen, die dem Ideal von Basler, Lattek und Töpperwien entsprechen. Das perfide an dieser Feststellung ist, dass mit diesen Typen nicht die Protagonisten auf dem Platz gemeint sind. Die Spieler, und das Wichtigste, nämlich der Sport, sind am vergangenen Sonntag in den Schatten des Machtkampfes im Aufsichtsrat des HSV verschwunden. Das einzig Gute daran ist, dass die schreckliche Saison in der Bundesliga nicht mehr die Sportseiten der Gazetten aus Hamburg füllt.

Ich muss gestehen, dass ich mir die Veranstaltungen nicht vor Ort antun wollte. Ich habe jedoch inständig gehofft, dass der Vorschlag zur Verkleinerung des Aufsichtsrates von den Mitgliedern mit der notwendigen Mehrheit durchgesetzt wird. Die Entscheidung dagegen ist mir allerdings unverständlich und ich sehe es als einen sehr großen Fehler an, den der eine oder andere Anwesende noch bereuen wird. Bitte, liebe Mitglieder, beklagt euch nicht mehr über den Aufsichtsrat. Ihr habt ihn gewählt und ihr habt euch dafür ausgesprochen, dass er in dieser Konstellation und Größe erhalten bleibt. Zumindest stimmte fast die Hälfte der Anwesenden gegen die Verkleinerung des Gremiums.

Als Folge dieser für einen Bundesligaverein unwürdigen Veranstaltung gab Otto Rieckhoff, der sich sogar für den kompletten Rückzug des jetzigen Aufsichtsrates bei der nächsten Versammlung 2013 ausgesprochen hatte, von seinem Amt als Vorsitzender der Kontrolleure zurück. Es liegt nahe, dass dieser Schritt für weitere Unruhe im Verein sorgen wird. Die Zerstrittenheit im Aufsichtsrat kann die sportliche Leitung in große Probleme führen. Es geht schon lange nicht mehr um das Wohl des Vereins, sondern um Einfluss und Macht. Und davon hat der Aufsichtsrat leider zu viel.

Der HSV wird weiter auf der Stelle treten und sich nicht in die Richtung entwickeln, die seit Jahren überfällig ist. Dem stehen zwölf Männer entgegen, die mit ihrem Egoismus und dem Streben nach Macht den Schritt aus der Gefangenschaft der eigenen Strukturen und Egoismen Einzelner innerhalb des Vereins verhindern. Den Mitgliedern laste ich jedoch eine ebenso große Schuld auf, denn sie waren es, die diesem Zirkus ein Ende setzen konnten. Die Briefwahl, die allen Mitgliedern außerhalb Hamburgs eine Partizipation an der Vereinspolitik ermöglicht hätte, wurde übrigens ebenfalls abgelehnt.

Was wird sich Frank Arnesen bei dieser Veranstaltung gedacht haben? Ich glaube, dass auf ihn noch schwierige Zeiten zukommen, die seine Arbeit beeinträchtigen können. Wobei ich aus seiner Personalpolitik für die kommende Saison auch nicht schlau werde. So sagte er über Marcell Jansen, dass dieser sich „Top entwickelt“ habe. Sein Vertrag soll möglichst bald verlängert werden. Gerade Jansen gehört zu der Sorte von Spielern, die innerhalb der Mannschaft nicht zu den Beliebtesten zählen. Dabei sprachen Fink und Arnesen doch davon, dass der Charakter der Mannschaft wichtig sei. Jansen ist für mich definitiv kein Teamplayer und eher ein Kandidat für einen Verkauf.

Was zum Abschluss meines heutigen Beitrages noch dringend erwähnt werden muss, weil viele unter euch diese Nachricht vermutlich nicht wahrgenommen haben, ist die Abmeldung der HSV-Frauen aus der Bundesliga. Damit sollen weitere Gelder eingespart werden, weil die Mannschaft keinen finanziellen Ertrag liefert. Zudem erzählte mir eine Person aus dem nahen Umfeld des HSV, dass auch der Etat in der Regionalligamannschaft von Rodolfo Cardoso massiv heruntergefahren wird. Viele auslaufende Verträge werden daher nicht verlängert.

Es stehen weiter turbulente Zeiten an. Ich appelliere an die gespalteten Lager innerhalb des HSV an das Wohl und die Zukunft des Vereins zu denken.   

In diesem Sinne,

NUR der HSV!

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