|
|
Jovanovs Rothosen: „Alles muss sich ändern“
Jeden Mittwoch heißt es: Nur der HSV! Daniel Jovanov gewährt euch exklusive Einblicke und versorgt euch mit Infos zu allen wichtigen Themen rund um den Volkspark.
Liebe Leser,
ich bin nie ein Freund davon gewesen, alles schlecht zu reden. Man muss trotz aller Sympathie zum HSV eine gewisse Distanz wahren und die Dinge möglichst rational bewerten. Gerade dieser Herausforderung stelle ich mich in meiner Rolle als Journalist. Wenn man auf den HSV draufkloppen und eine Untergangsstimmung verbreiten will, bieten die Hamburger viele Gründe. Ich habe es mir aber in meiner bisherigen Tätigkeit nie so einfach gemacht und habe es nach bestem Gewissen vermieden, dem emotional geleiteten Tenor zu folgen. Aber es ist Zeit für eine Analyse.
Für mich ist „Umbruch“ das Unwort des Jahres in Hamburg. Es steht für mich eher als Synonym für Absturz, statt für Neuanfang. Dieser Absturz, sofern man ein wenig von diesem Sport versteht, war prognostizierbar. Daher finde ich das Geheule in diesen Tagen heuchlerisch, denn zum Teil wird so getan, als hätte der HSV im Vorfeld Anspruch auf die Meisterschaft erhoben. Es geht beim Medienkonsum oft darum zu unterscheiden, wer etwas mit welcher Intention sagt oder schreibt. Der HSV, und damit meine ich die Verantwortlichen, haben sich stets schützend vor die Mannschaft gestellt und kleine Brötchen gebacken. Man darf nicht vergessen, wo Thorsten Fink die Mannschaft im letzten Jahr übernommen hatte. Jedem war bewusst, dass der Klassenerhalt kein Selbstläufer wird – im Gegenteil.

Der Vorwurf, Frank Arnesen habe die Bundesliga unterschätzt und nur zweitklassige Talente einer Londoner Reservemannschaft geholt, ist einfach nur lächerlich und ich kann es nicht mehr hören. Als Arnesen im letzten Jahr hier unterschrieb, waren ihm ganz andere finanzielle Mittel versprochen worden. Nun erkläre mir doch mal einer, was man in solch einer Situation am besten tut? Arnesen hat seine Kontakte zum FC Chelsea genutzt und viele Spieler mit Potenzial zum HSV geholt. Hat jemand tatsächlich geglaubt, dass die 20- oder 21-jährigen hier eine konstante Saison spielen und man im nächsten Jahr wieder international dabei ist? Einige unter den Neuzugängen haben in Hamburg überhaupt das erste Mal vor so einem großen Publikum Fußball gespielt. Der Fehler in dieser Erwartungshaltung lag darin, dass Arnesen viel zu pompös und großkotzig als ein Sportchef mit dem „dicksten Telefonbuch“ in Europa angekündigt wurde. Wer sich seinen Werdegang genauer anschaut, wird feststellen, dass Arnesen größtenteils Scouting-Aufgaben oder im Nachwuchsbereich beim FC Chelsea tätig war.
Aber auch Frank Arnesen hat in Hamburg Fehler gemacht. Mit Michael Oenning in die Saison zu starten war sicherlich einer davon, aber er und Fink verpassten es auch, die Mannschaft im Winter zu verstärken. Nach einigen ungeschlagenen Spielen sonnte man sich schon zu früh auf der sicheren Seite. Und auch bei Thorsten Fink ist mir während seinem Amtsantritt eine Veränderung in seiner Art aufgefallen. Als er hier anfing strahlte er Selbstbewusstsein und Siegeswille aus. Genau so einen Trainer habe ich mir vorgestellt. Einer, der alles positiv anpackt und die jungen Leute mitzieht. Davon ist meiner Meinung nach nicht mehr viel übrig geblieben. Fink präsentiert sich zunehmend gereizt und genervt, die Saison hat ihn gezeichnet. Er hatte es sich anders vorgestellt, hielt zu lange an seinem System, das jeder Gegner schnell durchschaute, fest, und setzte erst gegen Hannover auf destruktiven Fußball mit langen Bällen. Und es funktionierte! Letztlich können wir alle glücklich sein, dass Hamburg weiterhin erstklassig bleibt. Darum ging es. Mehr konnte die Mannschaft nicht. Jetzt geht es darum festzustellen, wer weiterhin alles für diesen Verein geben will.

Leider steht der HSV nach dem Umbruch 2011 vor dem Umbruch 2012. „Wir müssen alles ändern, wie Uwe es schon gefordert hat.“ sagte Fink. Mit der Verpflichtung von René Adler, der der Aufsichtsrat gestern zugestimmt hat, macht der HSV den ersten Schritt. Es ist zwar eine Position, auf der es nicht unbedingt eine Veränderung gebraucht hat, es geht bei diesem Wechsel allerdings um andere Aspekte. Artom Rudnevs soll möglichst bald folgen und es ist schon jetzt abzusehen, dass beide ihre Zeit brauchen werden. Adler, weil er lange Zeit verletzt war und Spielpraxis benötigt, Rudnevs, weil in der Bundesliga ein anderes Tempo als in der polnischen Liga gespielt wird. Daher erwarte ich neben den beiden auch Sofortverstärkungen, die Erfahrung in einer europäischen Top-Liga haben und nur eine kurze Eingewöhnungszeit brauchen. Es ist schon jetzt zu sagen, dass die neue Saison nicht unwesentlich einfacher wird, als die jetzt abgeschlossene. In Hamburg werden wir uns auf ein weiteres schweres Jahr einstellen müssen. Ich hoffe, dass Arnesen und Fink Durchhaltevermögen bei der Durchquerung dieses Tals beweisen.
Ich wünsche ihnen dabei viel Erfolg. Es kann eigentlich nur besser werden.
In diesem Sinne,
Nur der HSV!
Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!
Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
Wie bleibt ihr unterwegs am Ball? Verpasst kein Ergebnis mehr!
| Melde Dich jetzt bei Tipico an und kassier 100€ Bonus |
|
| Melde Dich jetzt bei MyBet an und kassier €100 Bonus |
|
| 100% Neukundenbonus - bis zu 100 € |
|
Ähnliche Artikel
-
Mazzarri übernimmt Inter - Aktuelle Gerüchte
Die Gerüchteküche brodelt: Wer steht wo hoch im Kurs, wer will wechseln? Wir verraten es Euch auf einen Blick in unseren Transfergerüchten!
-
Wembley-Countdown: Alles auf einen Blick!
Die Finalwoche ist angebrochen: Deutsches Finale in Wembley und wir halten Euch selbstverständlich jederzeit auf dem Laufenden! Die Goal.com-Übersicht zum Endspiel in London.
-
Dortmund vs. Bayern: Die besten Sprüche
Die Aussagen, die die Verantwortlichen des BVB und des FCB treffen, werden oft in der Presse als "Giftpfeile" oder "Sticheleien" bezeichnet. Hier kommen die besten Sprüche.
-
BVB: Aus der Fast-Insolvenz nach Wembley
Um ein Haar hätte es das Dortmunder Fußball-Wunder gar nicht gegeben. Vor acht Jahren stand der Verein an der Schwelle zur Insolvenz.
-
Mit Messi, ohne CR7: Die La-Liga-Awards
Die Saison in der Primera Division ist nahezu beendet und Goal.com spricht die Tops und Flops dieser Spielzeit an. Wer war gut und wer war eine Enttäuschung?
|
|
