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Wöchentlich nimmt Gregor Becker die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im Borussia-Park, wo zwickt es? Was läuft gut und was gibt es Neues?

Mönchengladbach. Ich bin die Strecke mal kurz abgeflogen: 27,579 Kilometer liegen zwischen Ihrer Geburtsstadt Venlo und der Festung Borussia-Park. Mit dem Auto legt man in etwa 34 Kilometer zurück. Geht aber auch schnell. Dass Sie nun aus Augsburg anreisen, lieber Herr Luhukay, dafür kann ich erstens nichts und zweitens befürchte ich ernsthaft, dass sie die lange Fahrt umsonst antreten. Die Mission „Schalke-überholen“ ist einfach zu wichtig, um dem FC Augsburg hier irgendetwas zu gönnen. Deshalb schlage ich vor, dass Sie ihrer Mannschaft am Samstag ein lockeres Auslaufen verordnen und sich dann voll auf den letzten Spieltag konzentrieren. Da gilt es dann noch, einen Dreier gegen den HSV einzufahren, der Ihnen sicher gerne ein Gastgeschenk macht.

Fortbildungsmaßnahme Champions League

Dass unsere Freunde aus Köln angesichts der schweren Aufgaben in Freiburg und gegen den FC Bayern überhaupt noch zu einer Gefahr für Ihr Team werden könnte, davon gehen wahrscheinlich weder Sie noch ich aus. Deshalb schlage ich vor, dass unsere „Fohlen“ ganz entspannt den Dreier einfahren, Schalke abfangen, Sie dann nächste Saison dienstags oder mittwochs dann und wann Heimaturlaub machen und sich bei uns die Champions League vor Ort anschauen. Deal? Ich bin mir fast sicher, dass Sie als unser Aufstiegstrainer nicht lange für ein Ticket anstehen müssen. Das lässt sich bestimmt auf dem kleinen Dienstweg regeln und Sie können das locker als Fortbildungsmaßnahme verkaufen. Eine leckere Stadion-Wurst oder eine Frikandel Spezial würde ich dann auch springen lassen.

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Spielt Neustädter?

Da sich unser lieber Herr Favre bisher als nicht besonders experimentierfreudig erwiesen hat, dürfte die Aufstellung für Samstag keine Überraschungen bieten. Spannend wird nur sein, ob Roman Neustädter den Sprung zurück in die Startelf schafft. Aufgrund der Gelb-Sperre von Martin Stranzl sollte Tony Jantschkes Ausflug in die Mittelfeldzentrale jedenfalls erst einmal wieder der Vergangenheit angehören. Schade, dort hat er mir gut gefallen, aber es scheint mir schwer vorstellbar, dass der junge Zimmermann zum Saisonende dann doch noch eine Chance bekommt, sich als Rechtsverteidiger zu zeigen. Ich gehe auch nicht unbedingt davon aus, dass Favre Oscar Wendt auf die rechte Abwehrseite beordern würde.

Von mir aus kann Neustädter schon Feierabend machen

Ich persönlich muss ja Neustädter nicht mehr unbedingt für die „Fohlenelf“ auflaufen sehen. Ja sicher, er hat eine Menge für uns geleistet und ist für Favre aus dem System eigentlich nicht wegzudenken. Aber mit einem Bänderriss, der noch lange nicht verheilt ist? Also mit einem Alibi für eine potenziell schlechte Leistung in der Tasche? Auch wenn er sich fit genug fühlt und unbedingt seinen neuen Arbeitgeber in der Tabelle überholen will, habe ich einfach ein schlechtes Gefühl damit. Bitte nicht falsch verstehen: Ich traue unserem Roman keine Rolle als „Doppelagent“ zu und halte ihn  mental für stark genug, mit der Situation umzugehen, aber wer weiß? Vielleicht spielt ihm sein Unterbewusstsein einen Streich?



Alternativen für das zentrale, defensive Mittelfeld

Bliebe Neustädters Position also vakant, dann dürften wir doch noch gespannt sein, wer in die Mannschaft kommt. Da Routinier Marx nach seiner Verletzung vermutlich noch nicht wieder soweit sein wird, kann es ja fast nur Cigerci oder Ring treffen. Ersterer ist ja extra aus dem „Wolfsstall“ geflohen, um bei der Borussia Spielpraxis in der Bundesliga zu sammeln. Nun, angesichts einer dürftigen Einsatzminute darf man wohl ruhig davon ausgehen, dass dieses Unterfangen bislang gepflegt in die Hose gegangen ist. Da bin ich auch mal neugierig, ob sich der hochveranlagte Sechser nächste Saison gegen die noch nicht verifizierbare neue Konkurrenz durchsetzen kann.

Bliebe Kollege Ring. Zwar „polyvalent“, ist der junge Finne ja in erster Linie für das zentrale defensive Mittelfeld geholt worden, nur darf er auf dieser Position irgendwie nicht so recht ran. Unser Trainer scheute sich bisher ja, den 21-Jährigen von Beginn an zu bringen, weil er angeblich einen anderen Rhythmus habe und noch nicht fit genug sei, um 90 Minuten auf Bundesliga-Niveau zu bestehen. Da frage ich mich allerdings, ob das tatsächlich Favres Ernst sein kann, ob wir möglicherweise einen neuen Fitnesstrainer brauchen oder ob die mentale Beanspruchung im Training zu hoch für junge Finnen ist? Naja.

Neustädter darf sich jedenfalls auch im Trainingsanzug vor dem Spiel auf eine ordentliche Verabschiedung freuen und bekommt sicher ebenso wie Reus den obligatorischen Blumenstrauß. Da haben die Jungs Dante etwas voraus, der beharrlich schweigt, obwohl wir alle wissen, dass er geht. Pech gehabt, gibt es eben kein Grünzeug. Eine fette Prämie für die Champions League könnten ja alle drei einstreichen, dann aber per Überweisung. Ist ja schließlich kein Killefitz.

Meine Prognose – mein Vorschlag

So, jetzt wage ich einfach mal eine Prognose für den Fall, das Neustädter ausfällt: Monsieur Favre springt tatsächlich über seinen Schatten und verhilft Alexander Ring zu seinem Startelfdebüt. So weit, so gut. Leider fragt mich ja keiner, denn ich würde es so machen: Wir stellen das System einfach auf 4-1-4-1 um und blasen mit Amin Younes gegen Augsburg zum Angriff. Der würde dann natürlich einen offensiveren Part einnehmen und könnte sich mit Reus prima durch die Mitte kombinieren. Ich hielte das für äußerst pfiffig, aber wie gesagt: mich fragt ja keiner.

Schwarzweißgrüne Grüße

Euer

Gregor Becker

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