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Goal.com präsentierte einen prominenten Kolumnisten-Neuzugang für die Saison 2011/12: TV-Moderater Uli Pingel wird jeden Montag seinen Blick auf die Fußball-Dinge liefern.

Ein Herz für die älteren Fans - langsam glaube ich, dass die Bundesligisten das wirklich haben. Jedenfalls drängte sich mir in den letzten Tagen dieser Eindruck auf bei so viel „Vorwärts in die Vergangenheit“:

Ausgerechnet die „alte Dame“ Hertha hatte sich ja schon vor einigen Wochen die Dienste von Otto Rehhagel gesichert, der so viel mehr Erfahrung hat als sein Trainergegenüber des Spieltags von Mainz 05, dass er diesen öffentlich als den „jungen Herr Tuchel“ bezeichnete. Und dass sich manche Kollegen nicht mehr sicher waren, ob Thomas Tuchel nun schon sieben Monate alt war, als Rehhagel damals, in einer Saison vor unserer Zeit, seinen ersten Trainerposten übernommen hatte, oder noch gar nicht geboren war. Wenigstens am Samstag stach Erfahrung die neue Trainergeneration aus und die Hertha kann wieder nach vorne in der Tabelle schauen und nicht auf das einzige Team hinter sich (derzeit noch).

Genau bei denen, beim 1. FC Kaiserslautern, hat nun also Krassimir Balakov die Verantwortung um Hoffen auf ein Fußballwunder und gleichzeitig wohl auch schon Vorbereiten auf den Abstieg. So langsam kommt also das „Magische Dreieck“ aus den 90er Jahren wieder zurück in die Liga. Aber erinnern sich eigentlich die Fans überhaupt noch an dieses Offensivtrio? Oder kennen die Fredi Bobic nur als Manager des VfB, der am Sonntag über ein 1:0 gegen Nürnberg jubeln und nun die europäischen Wettbewerbe bei der Mannschaftsplanung ins Visir nehmen kann? Und dass Giovanne Elber auch mal wo anders gespielt hatte als beim FC Bayern? Ich mochte das „Magische Dreieck“ immer und deswegen drücke ich auch Balakov die Daumen für ein wenigstens versöhnliches Ende der Saison - und es wäre ja schon auch irgendwie sehr unterhaltsam, wenn auch noch Elber zurückkehren würde in die Stadien. Aber der ist jetzt ja unter die Rinderzüchter gegangen wie ich gehört habe.

Und wenn schon Zeiten der Rückkehr angebrochen sind, dann mag ich auch eine weitere Meldung aus der vergangenen Woche sehr gerne: Bodo Illgner hat sich ins Gespräch gebracht um den vakanten Manager-Posten beim 1. FC Köln. Ich gebe zu, dass ich auch erst mal recherchieren musste, was Illgner eigentlich die vergangenen Jahre gemacht hatte, die letzte Erinnerung an ihn war das zugegeben sehr unterhaltsame Buch mit Co-Autorin und Ehefrau Bianca. Wissen die Jungs im Fanblock eigentlich noch, dass er bei Real Madrid Erfolg en masse feierte, als so Jungs wie Özil oder Khedira noch in der F-Jugend kickten? Richtig ergiebig waren meine Recherchen nicht (bis auf einen Manager-Schein in Spanien) und auch den Kollegen schien nicht wirklich viel mehr zu Illgner einzufallen: Als Bildunterschrift mussten sie schon die sehr informative Aussage wählen, dass er zu Zeiten seiner Karriere 92 kg wog, und nun bei 93 kg läge. Ob das ein Einstellungskriterium in der Domstadt ist - da, wo damals, in Zeiten als es nur die Sportschau gegeben hatte, alles für Illgner begann?

Noch länger her ist sogar das erste Spiel meines HSV in der Bundesliga und wenn sie jetzt nicht ganz schnell aufpassen, dann ist ausgerechnet der Verein, der immer als „Dino“ beschrieben wird, derjenige, der „vorwärts in die Vergangenheit“ ins Gegenteil verkehrt - und abseigt. Ich mag da gar nicht dran denken, aber ich gebe zu, dass ich mit Fan-Blick auch die 2. Liga verfolge - und zwar nicht den „so gut wie durch“ Aufsteiger Fürth, sondern die Bewerber um den Relegationsplatz. HSV gegen Fortuna Düsseldorf... bitte Jungs, legt euch doch ins Zeug die nächsten Spieltage.

So richtig für seinen Verein ackern würde auch gerne einer, der in den vergangenen Wochen fast schon zur Vergangenheit angehörte - zumindest wenn ich so meine Fußballektüre genoss und mir plötzlich auffiel, dass über einen gar nichts mehr geschrieben wird. Und das, wo er doch quasi als der alleinige Heilsbringer für alles schon gegolten hatte. Wisst ihr, wen ich meine? Ist auch ein ganz junger Spieler, mag ja nicht nur über „Altherren“ schreiben... der jetzt wohl bald wieder auf dem Platz steht. Genau, Mario Götze meine ich, der am Sonntag im Stadion wenigstens auf der Tribüne wieder auftauchte, zurück aus der Rehabilitation. Und gleich mal jubeln konnte beim Sieg seiner Dortmunder gegen erschreckend schwache Kölner.

Ich hab das genossen, denn irgendwie war mir „zurück in die Zukunft“ schon früher im Kino lieber als immer nur der alte Kram.

Woche für Woche schaut Uli Pingel genau hin - nicht ob Abseits oder noch gleiche Höhe, Tor oder doch nur auf der Linie, sondern auf das, was neben Fakten und Ergebnissen die Fußballwoche prägte. Richtig „PINGELig“ ist Uli Pingel, wenn es um seinen Lieblingssport geht. Und das darf er auch sein, denn der Moderator und Journalist gehört seit Jahren zu Deutschlands renommierten Fußballexperten, geschätzt von Profis, Vereinsmanagern und natürlich den Fans. Seine Expertenmeinung zeigt er auch in seiner täglichen TV-Sendung rund um das aktuelle Fußballgeschehen. Und wenn die Kamera aus ist, dann entsteht seine neue Kolumne auf Goal.com.

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