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Wöchentlich nimmt Gregor Becker die Geschehnisse rund um Borussia Mönchengladbach aufs Korn. Was tut sich im Borussia-Park, wo zwickt es? Was läuft gut und was gibt es Neues?

Mönchengladbach. So, die „Mini-Krise“ bei Borussia Mönchengladbach ist vorbei und der Auslöser Patrick Herrmann steht wieder auf dem Fußballplatz. Es war also eine gute Woche. Anscheinend auch für unseren ehemaligen „Terrier“ Berti Vogts, der plötzlich wieder einen Kuschelkurs fährt, nachdem er sich damals aus dem fernen Aserbaidschan zu Wort meldete und ausgerechnet dann seine persönlichen Eitelkeiten öffentlich austragen musste, als unsere Borussia am Boden lag und kurz vor dem freien Fall in die zweite Liga stand.

Richtig – es läuft, Herr Vogts

Jetzt ist wieder alles gut, sagt der Berti. Via Sky ließ er verlauten, dass man sich doch wegen des Weggangs von Marco Reus nicht grämen müsse, das man ja eine ganz tolle Ablösesumme erzielen könne, mit der man nun wieder die Mannschaft weiter verstärken werde. Und auch der Weggang von Dante sei ja kein Problem, da dieser ja auch locker ersetzbar sei und auch ordentlich Geld brächte. So könne man ja weiter den guten Weg gehen und sich oben etablieren. Sie freuen sich also wieder richtig für Ihre Nachfolger, die Woche für Woche alles in die Waagschale werfen, um zumindest im Ansatz an vergangene, glorreiche Zeiten anzuknüpfen.

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Lieber Herr Vogts, dieser „man“ von dem Sie da reden, will meinen der, der das alles eingefädelt hat, das ist unser Sportdirektor, Max Eberl. Ja, genau, es ist der Mann, der ihrer Meinung nach nur diesen Job hat, weil er zufällig mit dem Fahrrad bei unserem Präsidenten Rolf Königs an der Geschäftsstelle vorbeigefahren sei. Der als Spieler nichts drauf hatte, als von Pfosten zu Pfosten zu rennen und der ja ohnehin kein richtiger Borusse sei, obwohl er nun schon fast ein Drittel seines Lebens Mitglied unseres Vereins ist. Herr Vogts, ich verlange nicht viel von unseren Borussen-Fans, Mitgliedern oder Sympathisanten. Ich verlange nur eines: Loyalität. Auch wenn das nicht jedem immer gelingen kann, weil dies offenkundig ja auch kein leicht zu bewältigender Charakterzug zu sein scheint.

Springen Sie über ihren Schatten, Herr Vogts, so groß ist er ja auch wieder nicht

Aber gut, wie ich hörte, waren sie gestern im Stadion. Möglicherweise haben Sie sich für ihre Verbalinjurien ja entschuldigt. Ich würde es mir wünschen. Vor allem für Max Eberl, der jede Beleidigung – nicht nur von ihnen - mit menschlicher Größe getragen und sich nicht zu einem öffentlichen Konter hinreißen ließ. Eberl hat sich stets auf die Sache konzentriert und letztlich mit Augenmaß Entscheidungen getroffen, die nicht nur zum Klassenerhalt führten, sondern auch dafür sorgen, dass eine sorgenfreie Zukunft zum Greifen nahe scheint. Also, springen Sie über Ihren Schatten, Herr Vogts, zeigen Sie Ihrerseits Größe und machen sie einen Schritt auf unseren Sportdirektor zu, dann kann ich mich wieder mit Ihnen freuen, wenn Sie sich über die Borussia freuen.

Pokal egal!

Nun zum Pokalspiel: Hurra! Wieder haben wir nach 90 Minuten nicht gegen die Bayern verloren. Am Ende haben wir das Finale doch verpasst, aber was soll es? Weiter geht’s! Es ist natürlich traurig, aber wer ist denn wirklich böse, nachdem wir unser Team in dieser Art und Weise haben kämpfen sehen? Ich jedenfalls nicht. Das internationale Geschäft haben wir erreicht. Da bin ich sicher und mehr kann ich jetzt nicht sagen. Und ich will auch Dante nicht mit einem Lothar Matthäus von 1984 vergleichen, der damals den Elfmeter im Finale gegen die Bayern verschoss und anschließend dahin wechselte. Das ist mir jetzt gerade zu blöd, auch wenn ich sauer bin.

Euer

Gregor Becker

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