PINGELig: Lasst uns froh trotz Bundesliga-los sein!

Goal.com präsentierte einen prominenten Kolumnisten-Neuzugang für die Saison 2011/12: TV-Moderater Uli Pingel wird jeden Montag seinen Blick auf die Fußball-Dinge liefern.

Von Uli Pingel

Uli Pingel
Kaffenberger-PR

Jetzt ist es soweit, alle vier Kerzen brennen am Adventskranz und Bastian Schweinsteiger geht am Samstagabend nicht mehr zum Spiel von Basketball-Freund Hamann, sondern auf die Weihnachtsfeier seiner Mannschaft. Es ist Weihnachtszeit und das bedeutet auch: Ende der Bundesliga-Hinrunde.

Wäre nicht die Aussicht auf Feierei inklusive einiger Völlerei (die nichts mit dem Spitznamen Tante Käthe, sondern wenn dann nur mit einer wirklichen Verwandten dieses Namens zu tun hat), Silvesterpartys und Skiurlaube, wären die kommenden Wochen sehr hart, denn es gibt keine Bundesligaspieltage.

Für mich ist das Ende der Hinrunde - wie es sich für eine Kolumne gehört - Anlass eines kleinen Rückblicks auf  die vergangenen Spieltage, Siege, Niederlagen, Tore und zum Kopfschüttler. Anders gesagt: heute gibt es den ganz subjektiven PINGELig Bundesliga-Hinrunden-Rückblick:

Der Sieger der Hinrunde: Borussia Mönchengladbach - denn wer hätte gedacht, dass  die Erfolgsstory aus der Relegation gegen den Abstieg in der neuen Saison noch glorreicher, ballwirbelnder und mitreißender weitergehen würde? Was Lucien Favre dort geschafft hat, ist einfach nur grandios. Und jetzt hoffe ich einfach nur, dass das letzte Spiel der Hinrunde (beinahe schon natürlich mit einem Sieg gegen Mainz natürlich) nicht  hohen Verletzungstribut bei Marco Reus gefordert hat.

Der Verlierer der Hinrunde: Michael Oenning. Eigentlich der einzige Trainer, der seit Saisonbeginn entlassen wurde („eigentlich“, da es in der Rubrik „Posse der Hinrunde“  noch um einen weiteren Trainer gibt). Wurden in vergangenen Saisons noch munter die Trainer von einer Bank auf die andere gewechselt, war in den vergangenen Monaten alles relativ ruhig. Ich finde das super, denn Vertrauen in Trainer zeigen und sie einfach mal ihren Job machen lassen, auch wenn sie einige Spiele in Folge verlieren, ist doch die beste Art von Teamwork, die es für eine Mannschaft braucht.

Das Tor der Hinrunde: Dieses Highlight zu bestimmen fiel mir gar nicht schwer: Eren Derdiok im Spiel gegen den VfL Wolfsburg mit seinem „ich behalte alle Scorer-Punkte selbst“-Fallrückzieher der Extraklasse. Ein Traum und ich habe wirklich eine Wette laufen, dass dieser Treffer auch das Tor des Jahres wird!

Das Unterhaltsamste der Hinrunde: Werder Bremen. Ich mag diesen Verein einfach – zum einen weil sie ja das Synonym für Trauner-Treue sind, zum anderen aber auch, da sie einfach immer Vollgas nach vorne und in der Abwehr „die Tür macht auf, die Tor macht weit“ offen spielen. Eine haushohe Niederlage – siehe gegen Schalke mit 0:5 zuletzt – wird immer abgelöst von ein paar Siegen mit einfach einem Tor mehr als der Gegner und schon ist man auch wieder schön oben in der Tabelle mit dabei. Ich mag, dass ein Verein Garant für auf jeden Fall ein tolles Spiel pro Spieltag ist. Und auch für Tipprunden irgendwie verlässlich arbeitet: Gegen die „großen Mannschaften“ wird verloren, gegen alle anderen gewonnen. Mein kleiner Insider-Tipp aus den Erfahrungswerten der Hinrunde.

Das Langweiligste der Hinrunde: Die Bundesligatabelle. Im Großen und Ganzen – bis auf Gladbach – stehen die oben, die man oben erwartet, und bis auf eine Ausnahme –Wolfsburg – stehen auch alle unten, die man im Tabellenkeller vermutet. Das fand ich letzte Saison noch spannender, wo einfach mal alles wild durcheinandergewirbelt wurde.  Aber ein bisschen Abwechslung könnte ja ein schöner Vorsatz für 2012 sein... und solange machen sie in der Säbener Straße in München den Haken unter „x-te Herbstmeisterschaft auch in diesem Jahr schaffen“ Planungszeile hin. 

Die Posse der Hinrunde: Leider Markus Babbel, Michael Preetz und Hertha BSC. So kurz vor dem Jahresende lieferten die in Berlin ein Hick-Hack ab, das mich einfach nur den Kopf schütteln lässt. Der eine sagt, der andere lügt, eine Diskussion über Wohnorte, Hotelzimmer und Zeitpunkte welche Information wann wem zugeteilt wurde, bricht los... und das bei einem auf Rang 11 platzierten Aufsteiger voller Harmonie im Team und mit einem Führungsteam, das immer den Anschein machte, als hätten Babbel-Preetz ein gemeinsames Ziel auch auf weite Sicht hin. Oder zumindest eine so gefestigte Basis, dass man sich auch bei einer Trennung benehmen kann wie erwachsene erfolgreiche Männer und nicht wie Sandkasten-Kinder. Schade. Also ist Babbel jetzt (zumindest für die Öffentlichkeit) Kollege von Michael Oenning im Club der entlassenen Trainer und die Berliner Boulevard-Kollegen können bis Weihnachten jeden Tag ein neues Gerücht verbreiten. Halleluja!

Mal abwarten, wer am Saison-Ende Nachfolger der oben genannten „Ausgezeichneten“ wird. Ich werde auf jeden Fall auch dann wieder genau hinschauen... aber immer nur so wie ich es sehe!

Und bevor wir beim DFB-Pokal ein letztes Mal mit Fanschal in eiskalten Stadien stehen und sitzen, bleibt mir nur noch eines an dieser Stelle:  Frohe Weihnachten euch allen, eine erholsame Halbzeit zwischen den Jahren und dann natürlich einen schallenden Anpfiff für das neue Jahr voller Sport und Glück! Das PINGELig Jahr beginnt außerdem wie es sich gehört wieder mit dem Beginn der Hinrunde!

Woche für Woche schaut Uli Pingel genau hin - nicht ob Abseits oder noch gleiche Höhe, Tor oder doch nur auf der Linie, sondern auf das, was neben Fakten und Ergebnissen die Fußballwoche prägte. Richtig „PINGELig“ ist Uli Pingel, wenn es um seinen Lieblingssport geht. Und das darf er auch sein, denn der Moderator und Journalist gehört seit Jahren zu Deutschlands renommierten Fußballexperten, geschätzt von Profis, Vereinsmanagern und natürlich den Fans. Seine Expertenmeinung zeigt er auch in seiner täglichen TV-Sendung rund um das aktuelle Fußballgeschehen. Und wenn die Kamera aus ist, dann entsteht seine neue Kolumne auf Goal.com.

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