Cichons Bafana-Blog: Die Vuvuzelas gehören einfach dazu

Toni Polster nannte ihn einst „Franz“ und als wohl letzter verkappter Libero des 1. FC Köln versprühte der Ex-U-21-Nationalspieler kaiserlichen Glanz in der Bundesliga. Statt dem „Geißbock“ hat Thomas Cichon nun den „Sperber“ auf der Brust. Statt Oberhausen, Athen oder Osnabrück dirigiert der in Polen geborene Essener nun in Südafrika die Abwehr der Moroka Swallows. Im Vorfeld zur ersten Fußball-WM auf dem afrikanischen Kontinent schreibt Thomas Cichon exklusiv auf Goal.com als echter Insider in seinem wöchentlichen „Bafana-Blog“ über das Leben, den Sport und die Turniervorfreude in Südafrika.

Von Thomas Cichon

Thomas Cichon gegen die Kaizer Chiefs in Südafrika (Getty-Images)
Von Thomas CICHON

Johannesburg.
Ob Südafrika bereits so weit ist, eine WM austragen zu können? Da habe ich so meine Bedenken. Was die Infrastruktur betrifft, wird noch sehr viel gebaut. Und man sagt zwar, dass alles fertig wird, aber ich persönlich bezweifle das. Die Stadien sind nicht das Problem. Diese sind dem Zeitplan voraus. Auch was die Organisation  der Presse und VIPs in den Stadien angeht, dies wird alles fertig sein. Ob Südafrika wirklich bereit sein wird, kann glaube ich keiner so richtig sagen. Jeder hofft es, man wird sehen.

„Vuvu“-Lärm gehört einfach dazu


Es wird viel über die Vuvuzelas geredet. Aber die gehören einfach dazu. Hier gibt es halt eine andere Mentalität des Supports. Was das singen in Europa ist, sind die „Vuvus“ hier. Natürlich ist es durch den Lärm schwieriger zu kommunizieren, aber wenn in Deutschland das Stadion voll ist und gesungen wird, dann ist es auch dort mit der Kommunikation schwierig. Deswegen gehören die „Vuvus“ einfach dazu.

„Nur wenn die eigene Mannschaft mal schlecht spielt, dann kann es wie in Europa auch mal etwas vor die Mütze geben.


Zu unseren Spielen kommen so um die 5.000 Zuschauer im Schnitt. Zu den großen Soweto-Derbys sind es dann auch 15.000-25.000. Und die Fans hier sind friedvoll, sie kommen zusammen zu den Spielen und sie gehen nach Spielen auch wieder zusammen nach Hause. Nur wenn die eigene Mannschaft mal schlecht spielt, dann kann es wie in Europa auch mal etwas vor die Mütze geben. Aber im Augenblick ist noch alles im Lot.

Foto-Reihe: Thomas Cichon - von der Bundesliga bis Südafrika

Zu den Fans: Da hier nicht von einer Fan-Teilung gesprochen werden kann, sehe ich da zur Zeit ein Problem im Vorfeld zur WM. Gerade wenn Hooligans aus der ganzen Welt einreisen. Können die Leute mit diesen umgehen? Ich weiß, dass die Polizei hier nicht lange „fackelt“ und relativ gut ausgebildet ist, trotzdem hoffe ich, dass dieses Thema während der WM so gelöst sein wird, dass sich keiner Sorgen machen muss.
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