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Ein gewohntes Bild: Lionel Messi hält die Ballon-d'Or-Trophäe in den Händen - zum fünften Mal

Goldjunge Lionel Messi - der beste Spieler aller Zeiten

Ein gewohntes Bild: Lionel Messi hält die Ballon-d'Or-Trophäe in den Händen - zum fünften Mal

Getty

Am Montagabend hat Lionel Messi zum fünften Mal den Ballon d'Or gewonnen. Noch nie hat ein Spieler den Fußball derart beeinflusst, wie der "Zauberfloh" vom FC Barcelona.

Lionel Messi schreibt Fußball-Geschichte - schon wieder. Bevor "La Pulga" vor mehr als zehn Jahren auf der Fußball-Bühne erschien, haben zahlreiche Legenden alle möglichen Rekorde unter sich ausgemacht. Das hat sich mit Messi, der am 16. Oktober 2004 für den FC Barcelona debütierte, geändert.

Kein Spieler vor Messi hat den Goldenen Ball bislang vier-, geschweige denn fünf Mal gewonnen. Mit nur 28 Jahren hat der Barca-Angreifer die Trophäe am Montagabend in Zürich bereits zum fünften Mal geholt. Selbst wenn er den prestigeträchtigen Preis im weiteren Verlauf seiner Karriere kein weiteres Mal überreicht bekommen sollte, ist es unwahrscheinlich, dass dieser Rekord in den nächsten Jahren gebrochen wird. Vielleicht ist es sogar ein Rekord für die Ewigkeit.

Mit anderen Rekorden verhält es sich ähnlich: Vor langer Zeit löste Messi Cesar Rodriguez als Rekord-Torschützen der Katalanen ab, ist mittlerweile sogar der treffsicherste Spieler der spanischen Liga-Geschichte. Zudem hält er den Rekord für die meisten in einer LaLiga-Saison geschossenen Tore (50) und die Anzahl der Treffer in allen Wettbewerben (73) in einer Saison. Der Argentinier war der erste Spieler, der Raul als Champions-League-Torjäger Nummer eins (71 Tore) ablöste, wobei er sich hier mit Cristiano Ronaldo, der diese Marke ebenfalls knacken konnte, um die Vormachtstellung streitet.

Niemand hat mehr Tore im legendären Clasico erzielt, kein Spieler außer Messi hat es geschafft, in zwei Spielen zwischen den beiden Dauerrivalen einen Hattrick zu erzielen.

Aber es sind nicht nur die Tore, die Messi auszeichnen. Letztes Jahr avancierte er ebenfalls zum besten Vorlagengeber der Liga-Geschichte und stieß damit die Legende Luis Figo vom Thron. 26 Titel holte der Argentinier mit Barca ins Camp Nou. Außer Andres Iniesta (ebenfalls 26) ist auch das noch keinem Spieler vor Messi beim katalanischen Spitzen-Klub gelungen.

Fünf Titel in einem Jahr

Seine vier Champions-League-Siege sind ein weiterer Höchstwert, während die Blaugrana als erstes Team überhaupt zwei Mal das berühmte Triple aus Liga-, Pokal- und Champions-League-Titel holen konnten. Mit seinen beiden Toren letzte Woche gegen Espanyol hat es der Weltfußballer geschafft, in einer Saison Tore in sechs verschiedenen Wettbewerben zu erzielen. Das gelang bisher nur seinem ehemaligen Team-Kollegen Pedro, der mittlerweile bei Chelsea spielt.

Die Rekord-Liste lässt sich fast unendlich fortsetzen. 2009 konnte Barcelona sechs Titel gewinnen, was dieses Jahr nicht ganz gelang. "Nur" fünf Trophäen gewann die Mannschaft von Trainer Luis Enrique im Jahr 2015. Zuletzt triumphierte das Starensemble bei der Klub-WM, bei der Messi im Finale gegen seine Landsleute von River Plate aus Buenos Aires den Führungstreffer erzielte. 

Im Vorfeld der Klub-WM hatte Enrique gesagt: "Messi ist der beste Spieler der Welt. Für mich ist er der beste Spieler aller Zeiten." Im letzten Jahr hat der Argentinier sein Spiel noch einmal auf ein neues Level gehoben. Obwohl er auf einer etwas tiefer liegenden Position spielt, trifft der 28-Jährige munter weiter und setzt besonders seine Mannschaftskollegen immer besser in Szene.

Eine Enttäuschung hielt das Jahr 2015 für den Wunderkicker dann doch bereit. Bei der Copa America reichte es für Messi und Argentinien erneut nicht zu einem Titel. Nachdem die Seleccion bereits 2014 im WM-Finale Deutschland unterlegen gewesen war, musste sie sich ein Jahr später bei der Südamerika-Meisterschaft Gastgeber Chile geschlagen geben. 

Der ganz große Titel mit der Nationalmannschaft fehlt also noch. Selbst wenn ihm das nicht gelingen sollte, wäre es höchstens eine Randnotiz wert, denn niemand hat eine Ära in dieser Sportart jemals so geprägt wie Messi.

Besser als Pele und Maradona?

Pele hat zwar drei Weltmeisterschaften mit Brasilien gewonnen (1958, 1962 und 1970), jedoch niemals in seiner Vereins-Karriere in Europa gespielt. Man muss nur schauen, mit welchen Problemen Neymar, der in der brasilianischen Liga der unangefochtene Superstar war, in seiner ersten Saison bei Barcelona zu kämpfen hatte, um zu erkennen, wie groß der Unterschied zwischen den Ligen in Südamerika und Europa ist. Kurz gesagt: Pele musste sich selten gegen die besten Spieler der Welt behaupten; Messi ständig.

Selbstverständlich wird Messi desöfteren mit Argentinien-Legende Diego Maradona verglichen. Nicht wenige behaupten, der Barca-Star würde erst dann einen ähnlichen Status in dem südamerikanischen Land erreichen, wenn er mit der Albiceleste die WM holt. Ja, es war Maradona, der die argentinische Auswahl 1986 ins Finale brachte. Im Endspiel gegen West-Deutschland traf die legendäre Nummer zehn selbst jedoch nicht, bereitete aber immerhin den entscheidenden Treffer durch Jorge Luis Burruchaga vor. Hätte Gonzalo Higuain im Finale 2014 eine seiner beiden Großchancen im Tor untergebracht, was würden die Leute dann über Messi sagen? Wäre er dann so gut wie Maradona? Reine Spekulation.

Maradona hatte seine beste Zeit beim SSC Neapel zwischen 1984 und 1990, holte in dieser Zeit aber nur fünf Titel und lediglich zehn Klub-Titel in seiner Karriere, während seine Tor-Statistik nicht im Ansatz an die von Messi heranreicht.

Johan Cruyff holte sechs Mal die niederländische Meisterschaft mit Ajax Amsterdam sowie drei internationale Titel, bevor er nach Barcelona wechselte. Ein anderer Argentinier, nämlich Alfredo di Stefano hat in den Fünfzigern und Sechzigern mehr Titel geholt: Acht LaLiga-Siege und fünf internationale Trophäen.

Bessere Gegenspieler

Heutzutage, das muss man festhalten, sind die Spieler fitter, technisch versierter, taktisch geschulter und die Gegenspieler sind schneller und stärker. Alleine die Tatsache, wie rapide sich die Torhüter im Gegensatz zu früher verbessert haben, stützt die These, dass es heute schwieriger als damals ist, derart viele Tore zu erzielen.

Trotz der erschwerten Bedingungen führt Messi sämtliche Statistiken an. Zahlen, die bloß belegen, welch enormen Einfluss der Edeltechniker auf das Spiel ausübt.

In den Sechzigern, Siebzigern und Achtzigern war der Gewinn des Weltfußballer-Titels ausschließlich europäischen Spielern vorbehalten. Selbst der gebürtige Argentinier di Stefano der zwei Mal mit dem Ballon d'Or ausgezeichnet wurde (1957 und 1959), durfte sich erst "bester Spieler der Welt" nennen, als er bereits die spanische Staatsbürgerschaft angenommen hatte. Wie auch immer: Weder Pele noch Maradona haben diesen Preis jemals in den Händen gehalten.

Doch selbst wenn einer der beiden den Ballon d'Or gewonnen hätte, fünf Mal Weltfußballer ist eine Marke, die kaum zu knacken ist. Das können auch Marco van Basten und Michel Platini bezeugen, die zu ihrer Zeit zu den besten Spielern auf dem Planeten zählten. Beide wurden jeweils drei Mal Europas Fußballer des Jahres.

"Der Allerbeste"

"Pele und Diego Maradona waren beide außergewöhnliche Fußballer", sagte Messis Ex-Mannschaftskamerad Xavi einst. "Aber der Fußball hat sich entwickelt. Die Spieler sind besser als früher. Das Spiel an sich ist besser als früher. Und in dieser Zeit, in der der Fußball auf seinem bisherigen Höhepunkt ist, ist Messi der Allerbeste"

Er hat vermutlich Recht. Obwohl es immer schwierig ist, die verschieden Perioden zu vergleichen, hat sich der Fußball tatsächlich unglaublich entwickelt, und Messi dominiert eine Fußball-Ära, die wahrscheinlich die schwierigste in der Geschichte ist. Und er tut das mit einer solchen Leichtigkeit, die kaum zu glauben ist. Er ist einfach aus purem Gold.

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