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Atletico Madrid: Kein Courtois, Costa oder Filipe Luis? Kein Problem!

Diego Simeone musste gleich mehrere seiner besten Spieler abgeben. Einmal mehr scheint es aber so, als könne man die Abgänge besten kompensieren.

Madrid. Bei Atletico Madrid ist alles anders. Nach dem Gewinn der spanischen Meisterschaft in der letzten Saison sind einige Schlüsselspieler abgewandert, andere Akteure sind hinzugekommen. Die Gesichter mögen sich geändert haben, das Ziel bleibt für das Team von Diego Simeone jedoch das gleiche: "siegen, siegen und nochmals siegen", so wie es das Mantra des Teams diktiert. "Ein Spiel nach dem anderen."

Das Team, das in der Primera Division auf Platz eins gestürmt ist und dem gegen Real Madrid nur wenige Sekunden zum Gewinn der Champions League fehlten, hat viele seiner Protagonisten verloren. Torhüter Thibaut Courtois ist zu seinem angestammten Verein, dem FC Chelsea, zurückgekehrt. Auch Diego Costa und Filipe Luis hat es zu den Blues verschlagen, David Villa ist zum New York City FC gewechselt.

"Never change a winning team", heißt es ja, Simeone aber musste genau das tun. Insgesamt zwölf Spieler haben den Verein verlassen, neun sind verpflichtet worden, fünf kommen von einer Leihe zurück.

ATLETICOS TRANSFERS IN DIESEM SOMMER
VERPFLICHTUNGEN
Antoine Griezmann Real Sociedad 30 Mio. €
Mario Mandzukic Bayern 22 Mio. €
Jan Oblak Benfica  16 Mio. €
 Raul Jimenez America 10,5 Mio. €
Guilherme Siqueira Granada 10  Mio. €
Angel Correa San Lorenzo 7,5 Mio. €
Miguel Angel Moya Getafe 3 Mio. €
Jesus Gamez Malaga Ablösefrei
Cristian Ansaldi Zenit Leihe
DIE WICHTIGSTEN ABGÄNGE
 Diego Costa  Chelsea  38 Mio. €
Filipe Luis Chelsea 20 Mio. €
Adrian Lopez Porto 11 Mio. €
Sergio Asenjo  Villarreal 5 Mio. €
Diego  Fenerbahce Ablösefrei
David Villa  New York Ablösefrei
Thibaut Courtos Chelsea Leih-Ende
Javi Manquillo Liverpool Leihe

Für den Angriff hat Simeone Mario Mandzukic vom FC Bayern München verpflichtet, der Kroate kostete 22 Millionen Euro. Auch der für 30 Millionen Euro von Real Sociedad gekommene Antoine Griezmann soll die Offensive verstärken, genauso wie die Mittelstürmer Angel Correa (kostete 7,5 Millionen Euro) und Raul Jimenez (10,5 Millionen). Eine Rückholaktion von Chelseas Fernando Torres scheiterte derweil.

Weitere 10 Millionen Euro gab man aus, um Linksverteidiger Guilherme Siqueira aus Granada zu verpflichten, während der bisherige Benfica-Keeper Jan Oblak 16 Millionen kostete. Für die Außenverteidigung kamen der ablösefreie Jesus Gamez vom FC Malaga sowie der ausgeliehene Cristian Ansaldi.

Für weniger als 100 Millionen Euro hat Atletico den gesamten Kader runderneuert, wobei durch Verkäufe 74 Millionen in die Kassen der Madrilenen geflossen sind. "Wir haben sieben oder acht Spieler für 95 Millionen bekommen, während Real für diese Summe zwei Spieler verpflichtet hat", sagte Simeone am Montag. "Das ist ein kleiner Unterschied. Aber der Verein war stets kreativ. Wir formen eine Gruppe, aber die Gruppe besteht nicht nur aus elf Spielern, sondern aus 18 oder 20."

Und diese Gruppe ist vielleicht sogar noch stärker als letzte Saison, in der Atletico auf eine erste Elf angewiesen war, die in nahezu jedem Spiel auflief - mit Ausnahme von Raul Garcia hatte man kaum Alternativen auf der Ersatzbank.

In seiner ersten Saison übernahm Simeone ein Team, das im Mittelfeld der Tabelle stand und führte es zum Europa-League-Sieg. In der Saison 2012/13 kam zum Saisonbeginn der Triumph im UEFA Super Cup gegen Chelsea hinzu, am Ende gewann man im Santiago Bernabeu gegen Real Madrid das Finale der Copa del Rey.

Mit dem zum AS Monaco abgewanderten Radamel Falcao verlor man daraufhin im Sommer 2013 den besten Fußballer des Teams, Atleti aber spielte schließlich die wohl beste Saison in der Geschichte des Vereins. Die Madrilenen gewannen erstmals seit 1996 die spanische Meisterschaft und verloren das Champions-League-Finale gegen Real Madrid äußerst unglücklich in der Verlängerung.

"Wir haben ein besseres Team als letztes Jahr", sagte Präsident Enrique Cerezo am Montag. "Wir haben wichtige Akteure verpflichtet und die Spieler aus unserer Jugend sind nun erfahrener."

Simeone meinte in der vergangenen Woche: "Ich bin glücklich. Die Verpflichtungen von Mandzukic, Griezmann und Jimenez geben uns wichtige Offensiv-Power. Wie immer ist der Plan, konkurrenzfähig zu sein."

Und das werden sie sein - daran gibt es keine großen Zweifel.


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