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Hinter dem katalanischen Topklub liegt die schlechteste Saison seit 2008. Es ist kein Zufall, dass nun auch die einst so dominante spanische Nationalelf schwächelt.

KOMMENTAR
Von Ben Hayward in Brasilien

Das kann kein Zufall sein! Spaniens spektakuläre Erfolge zwischen 2008 und 2012 gingen Hand in Hand mit den schwindelerregenden Höhen, welche der FC Barcelona unter Pep Guardiola erreichte. Es überrascht daher nicht, dass der Niedergang der Katalanen sich in den Leistungen der Furia Roja niederschlägt.

Das 1:5 gegen die Niederlande zum WM-Auftakt erinnerte stark an Barcas 0:4-Klatsche gegen den FC Bayern München vor gut einem Jahr in der Champions League. Auch da hatte dies niemand in dieser Form erwartet. Nun folgte die nächste Pleite für den Fußball auf der iberischen Halbinsel. Diesmal gegen Chile. Das 0:2 war gleichbedeutend mit dem spanischen K.O. nach der Vorrunde. Ein Schock für den Titelverteidiger, der sich arg hilflos präsentierte.

Sieben Säulen aus Barcelona

Die Barca-Spieler innerhalb des Kaders sollten allerdings nicht allein als Sündenböcke herhalten. Viele Stars patzten. Zum Beispiel Keeper Iker Casillas, der bei beiden Niederlagen eine äußert unglückliche Figur abgab. Xabi Alonso unterliefen ungewohnt viele Ballverluste, David Silva und Fernando Torres patzten im Abschluss. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen.

Das Gerüst dieser Mannschaft besteht allerdings nach wie vor aus Spielern der Blaugrana. Gerard Pique sowie Jordi Alba sind Stammkräfte in der Viererkette, Sergio Busquets und Andres Iniesta im Mittelfeld gesetzt. Selbiges galt bis zum Holland-Spiel für Regisseur Xavi. Außerdem wären da noch Pedro und Cesc Fabregas, die als Joker bereit stehen. Von diesen sieben Spielern konnte einzig Iniesta halbwegs überzeugen.

Welch einen Unterschied vier Jahre machen können. Von der Mannschaft, die dank überragender Technik und großer Leidenschaft in Südafrika triumphierte, ist nach dem brasilianischen Fiasko nicht mehr viel übrig. Dabei hatte Spanien auch 2010 das erste Spiel verloren, damals gegen die Schweiz. In der Folge war die Elf von Vicente del Bosque in der Lage, diesen Betriebsunfall zu korrigieren und gestärkt daraus hervorzugehen. Diese Qualität besaß das aktuelle Team nicht.

Nun wird aufgeräumt

Spaniens Versagen hatte viele Faktoren, die Wurzeln allen Übels lagen jedoch in Barcelona. Vor vier Jahren standen Busquets, Pique sowie Xavi auf dem Zenit ihres Schaffens. Sie waren vollgepumpt mit Selbstvertrauen. Hinten räumte der dynamische Carles Puyol auf - bei Barca und in der Seleccion. Gerade Kämpfer wie ihn vermissen die Spanier. Und sein langes Fehlen während der letzten Saison hat sich auch negativ auf Barcelona ausgewirkt.

Spanien nach dem WM-Aus: Die Könige und ihre Thronfolger

Beim FC Barcelona wird nun aufgeräumt. Der Trainer ist weg, ein neuer bereits da. Einige ältere Spieler werden den Verein verlassen, eine Blutauffrischung ist unausweichlich. Ähnlich sieht es im spanischen Nationalteam aus. Viele Experten gehen davon aus, dass del Bosque nach dem unbedeutenden Kick gegen Australien am Montag seinen Hut nehmen wird.

Auch zahlreiche Routiniers werden sich verabschieden, Platz machen für eine jüngere Generation. Vielleicht gelingt es Barca und Spanien dank neuer Impulse, wieder zur alten Dominanz zu finden.

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