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Schalke 04 wird sich zur Champions League schleppen müssen

Die alles entscheidende Phase läuft. In der Bundesliga werden die letzten Zieldurchfahrten in den noch ausbleibenden drei Partien begangen. Schalke muss kämpfen.

KOMMENTAR
Von Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen. "Wir brauchen einen langen Atem", forderte Horst Heldt bereits vor Monaten im Hinblick auf das Saisonziel. Und der Sportvorstand des FC Schalke 04 könnte mit dieser Aussage recht behalten. Denn der Einzug in die lukrative Champions League ist für die Blauen alles andere als einfach, trotz des Vorsprungs so kurz vor Schluss der Rückrunde.

Dass der Revierklub wichtige Entscheidungen auf der Zielgeraden noch verspielen kann, bewies er bereits: 2001 wurde man nur Meister der Herzen und 2007 ging die seit Jahrzehnten ersehnte Schale kurz vor Toreschluss an den VfB Stuttgart. Mit bitteren Niederlagen kennt sich Schalke also aus. Nun kommt es einmal mehr auf Nervenstärke und Kraft an, wohlgleich es dieses Mal nicht um die höchste aller Bestrebungen in der Bundesliga geht – sondern "lediglich" um die direkte Teilnahme an der Königsklasse. Da diese jedoch das erklärte Saisonziel ist und reichlich entlohnt wird und der Altmeister noch dazu jeden Cent gebrauchen kann, fällt am 34. Spieltag eine für S04 wichtige Entscheidung.

Die Ausgangslage für die Mannschaft von Jens Keller ist auch nach der Niederlage beim VfB Stuttgart noch komfortabel. Mit vier Punkten Vorsprung auf Bayer Leverkusen an Platz vier hat der Tabellendritte den direkten Einzug in die Gruppenphase in der eigenen Hand. Drei Spiele sind noch zu absolvieren. Zwei Siege und Schalke 04 macht aufeinanderfolgend die dritte Teilnahme an der Champions League perfekt – was dem Klub zuvor noch nie gelang.

Auf der letzten Rille

Bei diesem Unterfangen begleiten die Schalker widrige Umstände. In der ganzen Saison musste die junge Mannschaft schwere und langwierige Verletzungen von Leistungsträgern kompensieren. Den Knappen fehlten zwischenzeitlich zehn Spieler mit Anspruch auf die Stammformation. Besonders augenfällig wurde dies am vergangenen Sonntag in der Mercedes-Benz-Arena. Mit Leroy Sané und Marcel Sobottka mussten einmal mehr zwei Jugendspieler aus der Knappenschmiede die Ersatzbank auffüllen, weil kein Etablierter aus dem Profikader mehr fit oder gesund war.

Das alleine zeigt, dass Schalke 04 momentan auf dem letzten Loch pfeift und das Saisonende herbeisehnt. Auch wenn die Jugendarbeit auf Schalke stets gelobt wird: Bei solch einer Unerfahrenheit, dem großen Druck und der Erwartungshaltung auf Schalke, ist es nicht einfach zu bestehen und das Pensum, gespickt mit nötigem Erfolg, konstant zu halten. "Ich bin etwas platt", sagte unlängst Max Meyer. Die Kräfte der jungen Burschen scheinen sich aufzuzehren. Wer will es ihnen übel nehmen? Sie mussten schließlich durch schwere und harte Wochen, haben sich von Platz sieben auf Rang drei vorgekämpft. Nun muss dieser Platz verteidigt werden.

Eine sehr erfolgreiche Rückrunde mit aktuell nur zwei Niederlagen neigt sich also dem Ende entgegen. Schalke 04 wird sich durchschleppen müssen, dann beweist sich, ob der von Heldt geforderte lange Atem auch zum ersehnten Erfolg führt.

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