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Westermann erlöst den HSV: Vom Sündenbock zum Retter

Weil er gegen Bayer 04 Leverkusen das entscheidende Tor erzielt, erfährt Hamburgs Heiko Westermann nun den Rückhalt von den Fans, der ihm seit Jahren gebührt.

KOMMENTAR

Hamburg. An Heiko Westermann vom Hamburger SV scheiden sich die Geister. Die einen, das ist die Minderheit, halten den 30-Jährigen für einen zuverlässigen Bundesligaverteidiger; die anderen sprechen ihm unaufhörlich die Qualität ab. Das tun sie besonders dann, wenn Westermann kein gutes Spiel abliefert. Bei guten Auftritten schauen sie weg.

Dass Westermann bei den Fans des HSV keinen einfachen Stand hat, liegt womöglich daran, dass er lange Jahre als Kapitän sein Gesicht in jede Kamera halten musste, während viele seiner Kollegen still und heimlich in die Kabine verschwanden. Mit ihm verbinden seine Kritiker den sportlichen Niedergang des Vereins, obwohl dieser vielfältige Gründe hat.

Unter den zahlreichen Trainern beim HSV in den vergangenen Jahren war er stets unbestrittener Stammspieler. Auch Joachim Löw, immerhin Trainer einer der besten Nationalmannschaften der Welt, setzt auf die Vielseitigkeit und das taktische Verständnis Westermanns, die für den modernen Fußball der vom DFB gespielt wird, unabdingbar sind.

Dank seines Siegtreffers gegen Bayer 04 Leverkusen kurz vor Schluss kehren in Hamburg die Hoffnungen auf den Klassenerhalt zurück. Dass es angesichts der Vorgeschichte Westermanns beim HSV Sprechchöre in der Imtech Arena geben wird, haben selbst seine Fürsprecher für höchst unwahrscheinlich gehalten. Für ein paar Tage wird Westermann nun den Rückhalt der gesamten HSV-Anhängerschaft erfahren, der ihm aufgrund seiner aufopferungsvollen Einstellung schon länger gebührt.

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