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Versagt gegen Barcelona und Atletico: Ausrutscher können für Real Madrid teuer werden

Nur ein Zähler aus den Partien gegen die größten Rivalen: Carlo Ancelottis Truppe könnte diese magere Ausbeute am Ende den spanischen Meistertitel kosten.

KOMMENTAR
Von Ben Hayward

Die Aufarbeitung ist noch immer nicht ganz abgeschlossen. Real Madrid ist nach der Niederlage im Clasico am Sonntag gegen den FC Barcelona nach wie vor sauer - vor allem aufgrund mehrerer Schiedsrichterentscheidungen. Die Wahrheit ist jedoch eine ganz andere: Carlo Ancelottis Mannschaft hat es in dieser Saison nicht geschafft, gegen die Rivalen im Titelkampf wichtige Punkte einzufahren. Und dieses Versagen könnte sie am Ende La Liga kosten.

Das 3:4 daheim gegen die Katalanen war bereits Reals zweite dicke Enttäuschung gegen den Erzrivalen in dieser Spielzeit, denn das Hinspiel im Camp Nou ging mit 1:2 verloren. Und obwohl die Blancos den Nachbarn Atletico Madrid souverän aus der Copa del Rey beförderten (4:0 zu Hause, 2:0 auswärts), verloren sie gegen Diego Simeones Team in der Liga im Santiago Bernabeu mit 0:1 und kamen im Rückspiel nicht über ein 2:2 hinaus.

Auch der direkte Vergleich spricht gegen Real

Real hat also den ärgsten Titelrivalen in den direkten Duellen wertvolle Punkte überlassen. Dazu kommt der Fakt, dass der Rekordmeister bei einer eventuellen Punkgleichheit am Saisonende nun auch den schlechteren direkten Vergleich mit den beiden anderen Titelanwärtern aufweist.

DIE TOP DREI IN DEN DIREKTEN VERGLEICHEN
 BARCELONA: SIEBEN PUNKTE AUS DREI SPIELEN

Barca besiegte Real doppelt (2:1 und 4:3 am Sonntag) und spielte bei Atletico 0:0. Sie treffen die Rojiblancos am letzten Spieltag im Mai zum Rückspiel.
ATLETICO: FÜNF PUNKTE AUS DREI SPIELEN

Atleti gewann 1:0 bei Real Madrid und spielte daheim im Derby 2:2. Am finalen Spieltag der Saison reisen die Hauptstädter ins Camp Nou.
REAL MADRID: EIN PUNKT AUS VIER SPIELEN

Beide Clasicos gingen verloren und dazu setzte es auch noch eine Heimniederlage gegen Atletico. Den einzigen Zähler in den direkten Duellen holte Real im Vicente Calderon.
Reicht es für Real Madrid am Ende dennoch zum Titelgewinn, wird diese Ausbeute niemanden mehr interessieren. Barcelona gewann die Primera Division im Vorjahr ebenfalls ohne einen Clasico für sich entschieden zu haben und Real bietet sich im Pokalfinale nächsten Monat eine weitere Chance, die Blaugrana zu besiegen.

Sicher ist aber, dass die Ausrutscher in den Prestigeduellen Barca und Atleti überhaupt erst wieder ins Titelrennen zurück gebracht haben.

"Ich bin damit überhaupt nicht glücklich", konstatierte Ancelotti am Dienstag. "Es ist schwierig zu erklären, was (in diesen Spielen) passiert ist. Wie sind sehr konkurrenzfähig und eines der besten Teams auf der Welt. Ich bin auch sicher, dass wir das von nun an bis zum Ende der Saison demonstrieren werden."

Er ergänzte: "In nur einem dieser vier Spielen waren wir nicht ebenbürtig", so der Italiener mit Blick auf die Pleite gegen Atletico im September. "Da hatten wir Probleme, haben schlecht gespielt und verdient verloren. Auch die erste Halbzeit im Camp Nou war nicht gut. Aber in den letzten beiden Matches waren wir auf Augenhöhe."

"Ich mache mir keine Sorgen"

Bereits am Sonntagabend war Ancelotti gefragt worden, ob er sich vor der entscheidenden Saisonphase Sorgen mache ob der Konkurrenzfähigkeit gegen die ganz großen Gegner.

"Da mich ich mir keine Sorgen", so der Ex-Coach von Paris Saint-Germain entschieden. "Wir waren 31 Spiele am Stück ungeschlagen und haben unsere Qualitäten bewiesen. Und das haben wir auch in dieser Partie getan. Die Liga ist offen, alle drei Mannschaften können sie gewinnen."

Im Inneren dürfte Ancelotti indes sicher sehr angefressen sein. Nur einer von möglichen zwölf Punkten, das nagt. Noch vor wenigen Wochen war Real in der Pole Position für den Titel, und falls er nun verloren wird, dann liegt es an den eben genannten Spielen.

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