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Nach frühestem Meistertitel: Gut, besser, FC Bayern München!

Der nationale Titel-Krösus mutierte zur Weltmacht: Sportlich wie finanziell ist Bayern der Elite entwischt. Mit geballter Wut wurde das beste deutsche Team aller Zeiten geformt.

München. Manch Beobachter grinste schadenfroh, als Uli Hoeneß nach dem "Drama dahoam" gegen den FC Chelsea posaunte: "Auf die Dauer habe ich keine Lust, immer Platz zwei zu belegen. Das ist kein Zustand, den ich akzeptiere." Gefrustet, etwas trotzig, aber gewiss berechnend. Sein Erfolgsdenken strebt nach Höherem. Er, der langjährige Über-Vater und nunmehr juristisch verurteile Steuersünder, hat sich an Titeln gemessen. Und seinen FC Bayern.

Vom traumatischen Champions-League-Endspiel wussten sich die Münchner innerhalb einer Saison zu befreien. Bemerkenswert. Gnadenlos. Die Machtdemonstration gegen den FC Barcelona ließ die Eindrücke verblassen, der Triumph im Wembley über Borussia Dortmund alles vergessen. Plötzlich war sie zurück, die breite Brust desillusionierter Superstars, das Selbstverständnis vergangener Tage.

Bei der Inthronisierung als Sportvorstand reklamierte Matthias Sammer seinen neuen Arbeitgeber an die "Weltspitze". Eben dort wähnt sich der ewige Mahner nun. Auf vielerlei Ebenen. Mit der besten deutschen Elf aller Zeiten. Mit dem frühesten deutschen Meister aller Zeiten.

REKORDMEISTER
Bayerns historische Saison
REKORD BAYERN 2013/14
 TORDIFFERENZ
80 66
 PUNKTE
91 77
 TORE
101 79
 GEGENTORE
18 13
 AUSWÄRTSSIEGE
15 12
 SIEGE GESAMT
29 25

Geschickt justierte die sportliche Führung nach. Mit 40 Millionen Euro und Javi Martinez wurde die Problemzone auf der Sechs, einer Schlüsselposition im modernen Kick, beseitigt. Rückblickend darf man jene Rekordinvestition getrost als lautstarkes Statement interpretieren. Als Startschuss einer glorreichen Zeitrechnung.

Der Bundesliga entwachsen

Anfang 2013 katapultierte sich die Marke FCB endgültig in ungeahnte Sphären. Dank Pep Guardiola, dem seines Zeichens erfolgreichsten Cheftrainer der jüngeren Vergangenheit. Er verlieh zusehends Strahlkraft. Dieser erlag vergangenen Juli, nach dem Triple, Thiago Alcantara. Die Erkenntnis scheint ebenso wohltuend wie erfolgsversprechend.

Im Buhlen um aufstrebende Juwelen müssen die Münchner nicht mehr vor Barca, Real Madrid oder Manchester United zurückschrecken. Vielmehr sind sie DER Big Player im Konzert der Großen, auch monetär drängt man gen Spitze. Unabhängig von launigen Oligarchen, von realitätsfremden Scheichs. Die jahrzehntelange Politik der Vernunft ließ Bayern zum Finanzriesen, zum "gesündesten" Verein des Universums emporsteigen.

Dem heimischen Geschehen ist der Rekordmeister dabei entwachsen. Es droht an der Dominanz zu zerbröckeln. Ohnehin schon eigene Rekorde werden pulverisiert, Borussia Dortmund, der bisweilen schärfste Widersacher, mit 25 Punkten aussichtslos distanziert.

Nicht enden wollende Gier

Der Erfolg bei Hertha BSC war der 19. en suite, zudem blieb der bayrische Souverän bereits zum 52. Mal in Folge ungeschlagen. In den fünf europäischen Eliteklassen weist lediglich der AC Milan (58 Spiele) eine längere Serie auf. Ein eklatanter Klassenunterschied, der im 24. Titel der Bundesliga-Historie gipfelte.

Selbst wenn es die Granden weiter leugnen mögen, oberste Priorität genießt längst die veritabelste Bühne im internationalen Vergleich, die Königsklasse. Mit der Titelverteidigung könnte man in die Annalen eingehen. Nie zuvor gelang dies. Doch dem FC Hollywood ist es, nicht zuletzt ob souveräner Auftritte gegen Arsenal, zuzutrauen. Er gilt als turmhoher Favorit auf den Henkelpott.

So rang das Viertelfinal-Los Manchester United den hoch dekorierten Stars innerlich nur ein müdes Lächeln ab. Wenngleich sie in der Öffentlichkeit routiniert warnten – sie nehmen die Rolle an, wissen ihre Vorzüge richtig einzuschätzen.

Zwei Jahre nach der bitteren Final-Niederlage erstarrt die Konkurrenz wieder. Das Imperium schlug zurück. Mit aller Wucht des Zorns. Und die Gier nach mehr, nach Titeln, scheint nicht enden wollend. Wie es dem Erfolgsdenken des FC Bayern entspricht.

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