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Das gibt es wahrlich nicht alle Tage: Ein entlassener Trainer besucht das erste Pflichtspiel seines Ex-Teams unter dem Nachfolger und bejubelt einen Auswärtssieg.

KOMMENTAR
Von Tim Röhn

Für Fußball-Romantiker lohnte es sich am Samstag, nicht nur den 22 Mann auf dem Rasen des Wolfsburger Stadions zuzusehen, sondern auch mal einen Blick auf die Haupttribüne zu werfen. Dort saß Mirko Slomka und fieberte mit seinen ehemaligen Kollegen von Hannover 96 im Auswärtsspiel beim VfL Wolfsburg. Er freute sich, als am Ende ein 3:1-Sieg zu Buche stand.

Zur Erinnerung: Vor nicht einmal vier Wochen war Slomka als Cheftrainer der Niedersachsen beurlaubt worden, die Führungsriege machte ihn für den sportlichen Niedergang verantwortlich. Es müssen schmerzhafte Tage für ihn gewesen sein, nach einem jahrelangen, überwiegend erfolgreichem Engagement kann eine solche Trennung nicht ohne Momente der Enttäuschung vonstatten gehen. Und im Falle eines zeitnahen Stadionbesuchs können derlei Gefühle schnell wieder hochkommen.

Ausnahmeerscheinung Mirko Slomka

Nach den allgemeinen Gepflogenheiten im Profi-Fußball ist es so, dass sich geschasste Spieler und Trainer im Anschluss an ihren Rauswurf nicht mehr beim alten Arbeitgeber blicken lassen.

Die Geschehnisse werden schnellstmöglich abgehakt, der Blick wird nach vorne gerichtet und nach einer neuen Herausforderung Ausschau gehalten – egal wie groß die Liebe und eng die Verbundenheit zum Ex-Klub doch angeblich war.

Mirko Slomka ist in dieser Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung, es wirkt, als käme er aus längst vergangenen Zeiten. Mit seinem Besuch der Partie seiner Ex-Schützlinge zeigt er, dass es auch im schnelllebigen und millionenschweren Bundesliga-Geschäft noch so etwas wie Identifikation mit dem Arbeitgeber gibt. Hannover 96 ist für Slomka eine Herzensangelegenheit – und daran kann auch eine Beurlaubung nichts ändern.

Dass es so etwas auch heute noch gibt, ist die bislang schönste Fußball-Nachricht im jungen Jahr.

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