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Der FC Bayern dominiert die Liga nach Strich und Faden. Beim heutigen Gegner aus Hamburg geht die Angst vor einem Debakel um. Jetzt ist mehr Courage gefragt.

KOMMENTAR
Von Daniel Jovanov

Hamburg. Bei den Anhängern der beiden Mannschaften geht es nur noch um die Höhe der Niederlage. Schlägt der FC Bayern den Hamburger SV sogar zweistellig? Statt an den sportlichen Ehrgeiz zu appellieren, warnt der Sportchef des HSV vor einem erneuten Desaster in München. Das letzte Aufeinandertreffen endete mit einer historischen 2:9-Niederlage für die Hamburger. Dass es diesmal anders laufen wird, scheint Oliver Kreuzer nicht zu glauben: „Vielleicht können wir in München beantragen mit 13 Mann zu spielen oder zwei Leute ins Tor stellen zu dürfen“, sagte er vergangene Woche. Ein traditionsreicher Verein umhüllt sich in Selbstmitleid und Galgenhumor.

Dabei ist im Fußball nichts unmöglich. Gerade jetzt ist mehr Courage, Ehrgeiz und Zusammenhalt gefragt. Unter der Woche bewiesen die Bayern, dass auch sie nur Menschen sind. Und Menschen machen bekanntlich irgendwann Fehler. Warum nicht auch gegen den HSV? Wenn man nicht einmal an den Hauch einer Chance glaubt, verkommt der Wettkampfcharakter dieser Partie zu einer Farce. Einzig der Trainer hat die Zeichen der Zeit erkannt: „Die Zufriedenheit hier fängt langsam an mich zu irritieren. Ich habe hier schon Sachen geändert, aber ich werde noch mehr ändern. Das hat auch etwas mit Disziplin zu tun“, gibt Bert van Marwijk die Richtung der kommenden Wochen vor.

Diese Selbstzufriedenheit nach Teilerfolgen (man steht im Viertelfinale des DFB-Pokals) und die nostalgische Geisteshaltung haben den HSV in einen Teufelskreis gebracht, aus dem es noch keinen Ausweg gegeben hat. Noch immer wird vieles mit dem Jahre 1983 gemessen, als die Rothosen in Europa ihren größten Triumph feierten. Danach ist die Uhr offenbar stehen geblieben. Doch irgendwann ist es an der Zeit, die Wirklichkeit zu akzeptieren. In der Allianz Arena trifft eine äußerst junge und mit einigen Talenten ausgestattete Mannschaft auf den FC Bayern, der nicht unschlagbar ist. Nur mit hoher Laufbereitschaft und eiserner taktischer Disziplin besteht eine Chance. An die muss man glauben.

 Folge HSV-Reporter Daniel Jovanov auf und und bleibe ständig am Ball!

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