thumbnail Hallo,

Warum sind Xavi, Pirlo und Mourinho nominiert? Beim Ballon d'Or geht es nur nach Namen!

Die FIFA hat am Dienstag die Kandidatenliste für den Ballon d'Or bekannt gegeben. Dass einige Stars des letzten Jahres fehlen ist dabei traditionell keine Überraschung.

KOMMENTAR
Von Carlo Garganese

Die Nominierungsliste für den FIFA Ballon d'Or wurde am Dienstag enthüllt und einmal mehr zeigt sich, dass es klar nach Namen und nicht um die Form oder das Erreichte im vergangenen Kalenderjahr geht.

Jahr für Jahr hat sich dieser Trend bestätigt. Man denke nur daran, dass Wesley Sneijder und Diego Milito 2010 ignoriert wurden! Doch diesmal ist die Liste ein Parade-Beispiel dafür, dass große Namen einen klaren Bonus genießen.

In der Hauptkategorie finden sich Andrea Pirlo und Xavi unter den 23 Kandidaten wieder. Gewiss sind beide unter den besten Mittelfeldspielern ihrer Generation anzusiedeln, doch ihre Leistungen seit dem 1. Januar waren deutlich unter dem hohen Standard, den sie selbst einst setzten.

Pirlo war nicht einmal bei Juve der beste Spieler

Allein in Juventus' Reihen befinden sich zwei Mittelfeldakteure, die bessere Leistungen als Pirlo abgeliefert haben: Paul Pogba und Arturo Vidal. Dass der Chilene es nicht unter die Top 23 geschafft hat, grenzt schon fast an Kriminalität. Der 26-Jährige war der beste Spieler der Serie A in diesem Jahr, er führte Juventus zum Scudetto und Chile zur Weltmeisterschaft im nächsten Sommer.

Xavi hat indes sein schwerstes Jahr bei Barcelona seit der verletzungsreichen Saison 2005/06 hinter sich. Er schaffte es nicht, das gewohnte Niveau zu erreichen. Es ist unübersehbar, dass er auf die Zielgerade seiner Karriere einbiegt. Er hat in zahlreichen Topspielen enttäuscht, ob beim 0:7-Halbfinal-Aus in der Champions League gegen den FC Bayern oder bei Spaniens Pleite im Finale des Confederation Cups gegen Brasilien.

Yaya Toure ist ein weiterer Spieler auf der Liste, der es nur wegen seiner Meriten aus der Vergangenheit in den Kreis der Auserwählten geschafft hat. Hinter ihm liegt ein mittelmäßiges Jahr, bei dem Manchester City elf Punkte hinter Nachbarn United die Premier League beendete. Auch in dieser Spielzeit läuft es für ihn kaum besser.

Wo sind die Dortmunder?

City war gar in der Gruppenphase der Champions League ausgeschieden und es gibt nicht viele Erklärungen dafür, dass Toure nominiert ist, die Dortmunder Stars Ilkay Gündogan, Marco Reus oder Mario Götze jedoch allesamt ignoriert wurden. Einzig Robert Lewandowski hat es vom BVB geschafft, das ist eine Beleidigung für den Klub, der mit Bayern München zuletzt die Königsklasse beherrscht hat.

Die Dortmunder düpierten Mesut Özils Real Madrid im Signal Iduna Park mit 4:1 und der Spielmacher wurde dabei vom oben genannten Trio förmlich überrannt. Er erzielte bis April 2013 kein Tor für die Blancos. Seine Aufnahme in die Shortlist wurde offensichtlich massiv vom spektakulären Wechsel zu Arsenal geblendet. Für seinen neuen Klub hat er übrigens erst acht Mal gespielt.

ZUR LISTE: Diese 23 Spieler und zehn Trainer können noch gewinnen

Dass Eden Hazard und Luis Suarez mit dabei sind, ist zwar weniger kontrovers, darf dennoch zur Diskussion gestellt werden. Hazard hat einen tollen Saisonstart hinter sich, aber falls das maßgeblich ist, wo sind dann Francesco Totti, Aaron Ramsey und Diego Costa? Und Suarez war in fast jedem Spiel für den FC Liverpool in Weltklasseform, doch er hat immerhin ein Drittel der Matches gesperrt verpasst.

Spaniens Künstler Isco führte Malaga ins Viertelfinale der Champions League, war danach der beste Spieler der U-21-Europameisterschaft und hat bei Real Madrid einen außergewöhnlichen Start hingelegt. Er verdient es mehr als Hazard und Suarez.

Del Bosque, Mourinho und Wenger haben nichts erreicht

Kommen wir zur Nominierungsliste der Trainer. Auch sie trieft nur so vor Nominierungen wegen vergangener Erfolge. Vicente del Bosque, Jose Mourinho sowie Arsene Wenger haben 2013 durchweg nichts erreicht. Mou verließ Real Madrid gar mit der Aussage, die Saison 2012/13 sei die schlechteste seiner Laufbahn gewesen. The Special One verlor unter anderem das Pokalfinale in Spanien gegen Diego Simeones Atletico Madrid. Dass der Argentinier nicht zur Wahl steht ist schlicht und einfach ungerecht.

Die FIFA sollte sich nach neuen Richtlinien für Nominierungen und Vergabe des Ballon d'Or umsehen. Denn das aktuelle System, bei dem Trainer und die Spielführer der Nationalteams mit ausgewählten Journalisten abstimmen dürfen, funktioniert nicht. Die Nominierungsliste 2013 bestätigt nämlich einmal mehr, dass nach Namen und Image abgestimmt wird.

Folge Carlo Garganese auf


EURE MEINUNG: Wie bewertet Ihr die Nominierungen? Wer hätte es verdient gehabt und wer steht zu Unrecht auf der Liste?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal auf
oder werde Fan von Goal auf !

Umfrage des Tages

Intimfeinde im Capital One Cup: Schlägt Wenger Mourinho im neunten Anlauf ?

Dazugehörig