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Der Start in die Bundesliga verpatzt, in der Europa League droht das Aus. Nun hat der VfB Stuttgart die Reißleine gezogen und Bruno Labbadia entlassen.

KOMMENTAR
Von Julian Wöhr

Da war sie doch, man konnte sie förmlich spüren: Ein Hauch von Euphorie umwehte die Mitglieder des VfB Stuttgart, als Bernd Wahler auf der Mitgliederversammlung mit 97,4 Prozent der Stimmen zum neuen Präsidenten gewählt wurde. Kein Dieter Hundt mehr als Aufsichtsratsvorsitzender, kein Gerd Mäuser mehr als Präsident. Die ungeliebten Führungskräfte waren weg, jetzt konnte es endlich wieder bergauf gehen – so dachte man zumindest.

Vergessen wurde dabei, dass weder Hundt noch Mäuser in den letzten Jahren auf dem Platz standen und – Überraschung – auch in dieser Spielzeit waren sie nicht für den Profikader vorgesehen. Vielmehr bekam Bruno Labbadia die Chance, gemeinsam mit Fredi Bobic einen Kader ganz nach seiner Vorstellung zusammen zu stellen. So kamen sieben Neuzugänge, dazu zwei Leihgaben die wieder zum VfB zurückkehrten. Der Kader stand frühzeitig, das war in den vergangenen Jahren nie der Fall bei den Schwaben.

Neuzugänge enttäuschen zunächst

Eigentlich also ideale Voraussetzungen, um in der Liga wieder voll anzugreifen und das war auch das Ziel der Stuttgarter. Sportdirektor Fredi Bobic gab die Qualifikation für die Europa League über die Bundesliga als Saisonziel aus. Doch nach drei Spieltagen ist jegliche Euphorie verflogen. Null Punkte in der Liga, dazu das drohende Aus in der Europa League bevor diese so richtig beginnt.

Es zeigt sich: Die Neuzugänge können nicht überzeugen. Das hohe Lob auf die Neuzugänge lässt sich schnell relativieren: Stürmer Mohammed Abdellaoue vermisst bei Hannover 96 niemand,  Moritz Leitner konnte sich in Dortmund bislang nicht durchsetzen und auch die beiden Verteidiger Daniel Schwaab und Konstantin Rausch verkörperten bei ihren alten Vereinen Mittelmaß. So wurde der Kader zwar in der Breite verstärkt, nicht aber in der Spitze. Spielerische Fortschritte zur Vorsaison sind nicht zu erkennen.


Fredi Bobic gab die Qualifikation für die Europa League als Saisonziel aus. Doch nach drei Spieltagen ist jegliche Euphorie verflogen.




Zwar betonen Spieler und Trainer wie schon im Vorjahr den kämpferischen Einsatz und die hohe Laufbereitschaft, doch beim Fußball geht es nun einmal letztlich nicht um die besten Laufzeiten, sondern um die Tore, um das Gewinnen. Und genau das scheint der VfB momentan nicht zu können. Nun kann man darüber streiten, ob es vor dem wichtigen Rückspiel gegen Rijeka am Donnerstag wirklich der richtige Zeitpunkt ist, den Trainer zu entlassen. Klar ist aber – ohne den Spielern für ihr enttäuschendes Auftreten ein Alibi geben zu wollen -, dass unter den genannten Voraussetzungen diejenigen die Konsequenzen zu tragen haben, die den Kader zusammengestellt haben. Dafür sind Bruno Labbadia und sein Trainerteam verantwortlich, aber auch die sportliche Leitung sollte sich kritische Fragen gefallen lassen.

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