thumbnail Hallo,

Gareth Bale muss es Neymar gleichtun, um der beste Spieler der Welt zu werden

Der brasilianische Stürmer wechselte wegen seiner großen Ambitionen in diesem Sommer nach Barcelona. Bale muss gleichermaßen handeln, um der Beste auf der Welt zu werden.

KOMMENTAR
von Peter Staunton

Gareth Bale ist noch nicht der beste Spieler auf diesem Planeten, aber er ist auf dem Weg dorthin. Der ehemalige Spieler der Tottenham Hotspur, David Ginola, stimmt dem zu: "Was man über ihn sagen kann", erklärte er Goal. "Er ist 'Young Player of the Year', 'Players' Player of the Year' und einer der besten Spieler auf der Welt."

Sieht man einmal von den unüberwindbaren Top zwei, Lionel Messi und Cristiano Ronaldo, ab, gibt es eine Gruppe von Anwärtern, die sich um die Plätze dahinter duelliert. Robin van Persie und Franck Ribery gehören, zum Beispiel, dazu, so auch der Waliser. Was Bale von all den anderen unterscheidet, ist die Tatsache, dass er nicht in einem der großen Teams in Europa spielt.

Sowohl Ronaldo als auch Messi waren in Bales Alter bereits Weltfußballer und hatten die Champions League und eine Reihe nationaler Titel gewonnen. Nicht so Bale: Er hat gerade einmal an der Champions League teilgenommen. Das ist geradezu eine Beleidigung für einen Spieler seines Talents.

JUNGE ANWÄRTER FÜR DIE KOMMENDE GOAL50
 THIAGO ALCANTARA - FC BAYERN MÜNCHEN

Vereint mit Pep Guardiola, sollte der Spanier künftig mehr Einsatzzeit bekommen als bei Barca und zu beeindrucken wissen.
 KEVIN DE BRUYNE - FC CHELSEA

Nach einer starken Saison bei Werder Bremen kehrt er zu Chelsea zurück. Sichert er sich einen Stammplatz, ist alles möglich.
 JULIAN DRAXLER - FC SCHALKE 04

Der deutsche A-Nationalspieler, mit gerademal 19 Jahren, wird wie Bale mit einem Wechsel zu Real Madrid in Verbindung gebracht
MARQUINHOS - PARIS SAINT-GERMAIN

Ein hochveranlagter 19-jähriger Innenverteidiger, den sich PSG satte 35 Millionen Euro kosten ließ.
JUAN QUINTERO - FC PORTO

Verfolgt den Weg vieler Südamerikaner nach Porto, um in Europa den nächsten Karriereschritt zu nehmen.
Auf persönlicher Ebene hat er seine beste Saison hinter sich gebracht. Bale erzielte 21 Tore in der Premier League – als Mittelfeldspieler. Am Ende hatte es um Haaresbreite nicht zur Qualifikation für die Champions League gereicht, dennoch verdiente er sich die Anerkennung durch sämtliche individuelle Auszeichnungen. Seine herausragenden Leistungen waren nicht genug für die "Spurs", im Kollektiv den nötigen Erfolg zu feiern. Trainer Andre Villas-Boas stand auch in schwierigen Situationen zu ihm, und Bale ließ seinen Coach nicht hängen. Aber man könnte behaupten, die "Spurs" ließen ihn im Stich.

Der Verein war gut zu ihm. Bale entwickelte sich bestmöglich, nachdem er den schrecklichen Fluch der Sieglosigkeit abgeschüttelt hatte. Er zeigte sein Potential, wie er es bereits beim FC Southampton tat. Inzwischen ist es aber offensichtlich, dass der 24-Jährige seine Karriere abseits der White Hart Lane fortsetzen muss.

Er weiß, dass er in der Champions League spielen müsste. Mehr noch: Ein Spieler seines Kalibers müsste sie sogar gewinnen. Er müsste um Meistertitel kämpfen, nicht um den vierten Tabellenplatz. Er kann bei Tottenham nicht zum besten Spieler auf der Welt reifen. Das kann er bei Real Madrid.

Eine der schwierigsten Phasen in der Karriere eines jungen Spielers, ist die die Bale gerade durchlebt. Von einem Klub, der auf der Schwelle zu Europas Spitze steht, ist es ein trügerisch langer, steiler Weg nach ganz oben. Es gibt keine Garantien, dass ein Spieler der mit 19 Jahren zu den effektivsten überhaupt zählt, dies mit 25 immer noch tut. Bale aber ist den "Spurs" inzwischen entwachsen, und das in schwindelerregender Art und Weise. Seine Entwicklung war für den Klub zu schnell. Die besten Spieler müssen bei den besten Klubs spielen.

Neymar, beispielsweise, ist ein gleichermaßen ungemein begabter Spieler. Zu Beginn der 2013er Campeonato Brasileiro war klar, dass er zu gut für die heimische Liga geworden war – und für seinen geliebten FC Santos. Sich weiterzuentwickeln und zu wachsen erschien in Brasilien unmöglich. Neymar musste den nächsten Schritt gehen.

Und das tat er mit dem sicherlich anspruchsvollen aber dennoch logischen Wechsel zum FC Barcelona. Die Zeit war reif und er ergriff die Chance. Nach dem Gewinn der Copa Libertadores und dem Finale der Klub-WM, gab es mit dem FC Santos nicht mehr schrecklich viel, was er hätte erreichen können. Niemand könnte es Gareth Bale übel nehmen, dies in seinem Fall ähnlich zu sehen. Tottenham wird nicht um den Titel in der Premier League spielen. Auf was soll er also hoffen, wenn er im Verein bleibt?

Thomas Müller hat gerade das Triple mit dem FC Bayern München gewonnen – und es sieht so aus, als würde er im nächsten Jahrzehnt zu den angesehensten Spielern auf der Welt zählen. Mit seiner enormen Physis, wie sie Bale ebenfalls vorweist, ist Müller ein deutscher Mittelfeldspieler, wie jene aus den 70er und 80er Jahren. Landsmann Mario Götze gilt, nach seinen konstanten Topleistungen beim BVB, nicht mehr länger als "vielversprechend". Etwas weiteraus anspruchsvolleres wird ihn ab sofort beim FC Bayern erwarten.

Götzes ehemaliger Teamkollege Ilkay Gündogan versucht sich weiterhin neben Bastian Schweinsteiger im deutschen Mittelfeld zu etablieren, führt er seine Rolle für Borussia Dortmund in der Bundesliga aber auch im europäischen Wettbewerb bereits exzellent aus.

Thibaut Courtois hat bei Atletico Madrid hingegen eine weitere Saison Zeit zu beweisen, dass er in der Lage ist, Petr Cech im Tor des FC Chelsea zu verdrängen. Der Belgier gilt unter vielen Experten als der zukünftig weltbeste Torhüter.

Währenddessen führen Isco und Raphael Varane die beste junge Generation bei Real Madrid seit mehr als einem Jahrzehnt an. Der spanische U21-Europameister bringt sämtliche Eigenschaften mit, die ein offensiver Mittelfeldspieler braucht: Geschicklichkeit, Kreativität, Dribbling und einen feinen Schuss. Letzterer zeigt jene Eigenschaften, die ein moderner Verteidiger braucht: Tempo, Kraft, Größe und starkes Zweikampfverhalten, sowieso Fähigkeiten der alten Schule, wie Spielintelligenz und das Lesen des Spiels.

Jene Spieler, allesamt jünger als Bale, haben sich weiterentwickelt. Dies ist die neue Generation, die den bedeutenden Schritt bewältigt und für Bewunderung, Hoffnungen und Erwartungen bei Millionen von Menschen sorgt. Einige werden sich in der Hackordnung hintanstellen müssen, andere wiederum kommen wie aus dem Nichts. Die Aussichten auf weitere vielversprechende Talente sind großartig.

Was sie brauchen, ist der richtige Klub, das richtige Umfeld für ihr Spiel, um zu wachsen. Und das richtige Umfeld für Gareth Bale wäre Real Madrid.

EURE MEINUNG: Kommt ein Wechsel von Bale zu Real Madrid in diesem Sommer noch zustande?

Dazugehörig