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Mario Gomez: Ein bitterer Abstieg

Mario Gomez wechselt vom Champions-League-Sieger zu einem Europa-League-Teilnehmer. Für den Nationalspieler ist es eine negative Entwicklung - und die Bayern gehen ein Risiko ein.

KOMMENTAR
Von Tim Röhn

München.
Mario Gomez verlässt für 20 Millionen Euro den FC Bayern und spielt künftig für den AC Florenz. Sowohl für den Rekordmeister als auch für den Nationalspieler ist das keine Nachricht, die Anlass zur Freude ist – selbst wenn beide Seiten diese Lösung favorisierten.

Gomez nimmt Abschied von den Königen Europas, der aktuell möglicherweise besten Mannschaft der Welt, und spielt künftig für einen Klub, der nicht einmal in der Champions League vertreten ist, sondern in der kommenden Saison in der zweitklassigen Europa League antreten wird.

Es ist verständlich und löblich, dass der 27-Jährige etwas verändern wollte, um wieder öfters Fußball zu spielen. Er hätte seinen hochdotierten Vertrag in München auch als Reservist aussitzen können. Dass der künftige Arbeitgeber im Konzert von Europas Großen aber überhaupt keine Rolle spielt und wohl auch in absehbarer Zeit nicht spielen wird, ist dennoch eine sehr negative Entwicklung. Oder genauer: ein bitterer Abstieg für Mario Gomez.

50 Prozent Minus

Auch für den FC Bayern kann dieser Deal schon angesichts der wirtschaftlichen Seite kein guter sein, bekommt der Klub doch nur noch etwas mehr als die Hälfte der Summe, die er vor vier Jahren an den VfB Stuttgart bezahlte – und das für einen Angreifer mit einer überragenden Torquote. Immerhin: Das Geld, das die Bayern einst bezahlten, war gut investiert. Und: Einer der Top-Verdiener steht künftig nicht mehr auf der Gehaltsliste.

Claudio Pizarro und Mario Mandzukic, die Nummer eins im Angriff, wären nunmehr die einzigen echten Mittelstürmer, mit denen die Bayern in die neue Saison gehen. Nicht auszudenken, wie viel schlechter der Klub dastehen würde, wenn sich Mandzukic plötzlich verletzen und nur noch Pizarro zur Verfügung stehen würde!

Aber gehen die Bayern dieses Risiko wirklich ein? Oder dreht die Klubführung noch einmal am Personalkarussell?

Eine der spannendsten Fragen dieser Transferphase wird durch den Gomez-Transfer noch einmal neu aufgeworfen: Was wird aus Robert Lewandowski? Derzeit deutet viel darauf hin, dass der Pole tatsächlich erst 2014 zum FC Bayern geht. Unwahrscheinlich ist es allerdings nicht, dass der Rekordmeister die Jagd auf Lewandowski jetzt erst richtig beginnt.

Eure Meinung: Was haltet ihr vom Gomez-Transfer?

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