thumbnail Hallo,
Jupp Heynckes, ehemaliger Trainer des FC Bayern München

Heynckes-Rücktritt ist die richtige Entscheidung

Jupp Heynckes, ehemaliger Trainer des FC Bayern München

-

Heynckes' Abschied ist ein kluger Entschluss. Sein Denkmal hätte künftig nur Risse bekommen können. Und dennoch: Ein Kandidat für die Löw-Nachfolge bleibt er trotz allem.

Düsseldorf. Als Jupp Heynckes drei Tage nach dem Gewinn der Champions League die vermutlich längste Pressekonferenz aller Zeiten gab, herrschte an deren Ende dennoch Rätselraten: Ist sein Abgang nun endgültig? Oder kehrt er doch irgendwann auf die Trainerbank zurück?

So genau hatte der 68-Jährige jene Fragen nicht beantwortet und damit viel Spielraum für Interpretation hinterlassen. In einem Interview mit dem Spiegel hat Heynckes nun Klartext geredet. Er sagte: "Ich habe zwar etwas gegen Endgültigkeit. Aber ich kann Ihnen versichern: Ich habe nicht vor, noch einmal zu trainieren. Ich hatte einen würdigen Abschluss."

HEYNCKES WILL NICHT MEHR
Damit dürfte nun tatsächlich klar sein: Selbst wenn die ganz Großen der Branche anrufen -  Real Madrid oder die Scheichklubs –, wird Heynckes nicht mehr umzustimmen sein.

Es ist die einzig richtige Entscheidung. Nach dem Triple-Gewinn mit dem FC Bayern in diesem Jahr wird er als ganz großer Trainer in die Annalen des internationalen Fußballs eingehen. Heynckes hat maximalen Erfolg eingefahren, und er hat nicht nur als Trainer, der sich im Spätherbst seiner Karriere noch einmal neu erfand, sondern auch als Mensch überzeugt.

Lobeshymnen am Ende

Er war – und das muss man als Trainer der Münchner erst einmal schaffen – zuletzt bundesweit Sympathieträger. Nach seinem letzten Spiel als Bundesliga-Trainer verabschiedeten ihn die Journalisten in Mönchengladbach mit lange anhaltendem Applaus. Fast alle Zeitungen druckten zum Abschied Lobeshymnen auf Heynckes.

Dieses Denkmal, das sich der Coach selbst erschaffen hat, hätte im Falle eines weiteren Engagements nur Risse bekommen können. Eine Image-Verbesserung wäre angesichts des zuvor Erreichten unmöglich gewesen. Zu derlei Erkenntnissen wird auch Heynckes selbst in der Nachbetrachtung der vergangenen zwei Jahre im Dienste der Bayern gekommen sein.

Dass er sagt, er habe nicht vor, noch einmal zu trainieren, kann man ihm glauben. Und dennoch kann es keine Garantie dafür geben, dass es ein Abschied für immer ist.

Heynckes wird nicht heimlich auf den Job als Bundestrainer schielen, das würde nicht zu seinem Charakter passen. Aber falls Deutschland bei der WM 2014 scheitert, wird Heynckes automatisch als Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw ins Gespräch kommen. Es dürfte viele Experten geben, die sich in diesem Fall öffentlich für ihn als Bundestrainer stark machen würden.

Ob Heynckes dann, nach einem Jahr Muße, immer noch keine Lust auf Verantwortung hat, bleibt abzuwarten. Auch die Sorge vor Rissen im Denkmal könnte bis dahin abgenommen haben.

EURE MEINUNG: Eure Meinung: Ist es ein Heynckes-Abschied für immer?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig