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Sportchef Kreuzer muss den HSV verstärken

Der Hamburger SV verkauft Heung-Min Son – Jetzt muss Oliver Kreuzer liefern

Sportchef Kreuzer muss den HSV verstärken

Joern Pollex

Durch den Transfer von Heung-Min Son zu Bayer Leverkusen nimmt der Hamburger SV fast zehn Millionen Euro ein. Für den neuen Sportchef gilt es nun, die Lücke sinnvoll zu schließen.

KOMMENTAR
Von Daniel Jovanov

Hamburg. Sportlich setzt der Hamburger SV mit dem Verkauf von Heung-Min Son das falsche Zeichen. Bedenkt man, dass sich der Verein vor zwei Jahren das Ziel setzte, auf den eigenen Nachwuchs zu bauen, könnte man behaupten, dass diese Marschroute zumindest in diesem Fall über den Haufen geworfen wurde. Unter Anbetracht der finanziellen Aspekte und der Tatsache, dass Son keine sportliche Perspektive mehr in Hamburg gesehen hat, war diese Entscheidung jedoch letztlich richtig.

Und damit leite ich zum Kernpunkt dieses Beitrags über. Nicht nur im Fußball gilt es, die Dinge im gesamten Kontext zu betrachten und vorschnelle Urteile zu vermeiden. Während Frank Arnesen als Sportchef mit dem "dicksten Telefonbuch Europas" – das sagte er im Übrigen nicht über sich selbst – angekündigt wurde, scheint Oliver Kreuzer nach Einschätzung selbsternannter Experten nur eine graue Maus aus der dritten Liga zu sein. Damit tut man den handelnden Personen Unrecht.

Stilz neuer Assistent von Fink

Denn schon die erste Amtshandlung Kreuzers, den 36-jährigen Roger Stilz aus der Regionalliga als Assistenten für Thorsten Fink zu verpflichten, wird kritisch beäugt. Ohne die Qualitäten von Stilz in irgendeiner Weise beurteilen zu können. Der Fokus liegt viel zu sehr darauf, dass Stilz aus der vierten Liga geholt wird. Es ist aber ein Trugschluss anzunehmen, dass die Ligazugehörigkeit pauschal mit einem Qualitätsstandard gleichzusetzen ist. Man täte gut daran, der Idee von Fink und Kreuzer eine Chance zu geben.

Der Fußball-Fan ist nicht nur Fachmann, er sucht und braucht den Missstand, über den er sich aufregen kann. HSV-Fan zu sein, scheint die letzte und zugleich extremste Ausprägung dieses Phänomens darzustellen. Doch die Unruhe im Umfeld ist hausgemacht und nur ein Spiegelbild dessen, was der Verein, namentlich der Aufsichtsrat, vormacht. Arnesens Entlassung, die trotz aller Nachfragen unbegründet bleibt, wirft einen Schatten auf die Amtszeit von Kreuzer voraus.

Neues Chaos vorprogrammiert

Der 47-Jährige darf sich nicht viele Fehler erlauben, seine Personalentscheidungen müssen Früchte tragen. Denn im Hintergrund braut sich ein neues Gewitter zusammen. Es gibt unterschiedliche Strömungen, die das Thema Strukturreform beim HSV vorantreiben. Eine davon kommt aus dem Aufsichtsrat selbst. Man stelle sich nur mal vor, der Verein stünde zur nächsten Mitgliederversammlung im Januar 2014 im Abstiegskampf. Alles weitere lasse ich an dieser Stelle offen. Dafür ist es noch zu früh.

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