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Mourinhos Real-Abenteur geht zu Ende. Der Portugiese wird nach drei Jahren die Königlichen zum Saisonende verlassen.

KOMMENTAR
Von Ben Hayward

Er muss gehen. Jose Mourinho sorgte in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder mit seinen Entscheidungen und seinen Auftritten für eine Menge Aufsehen. Die Niederlage am vergangenen Freitag im Pokalfinale gegen Atletico Madrid und seine Verbannung auf die Tribüne bestätigten, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, wann er die Königlichen verlassen wird. Real wird ohne ihn besser dran sein - da kann es nur ein wenig Zweifel dran geben.

Es war aber nicht alles schlecht in den letzten drei Spielzeiten: Real hat die Copa del Rey mit einem Sieg gegen den Erzrivalen FC Barcelona gewonnen, die Meisterschaft wurde im letzten Jahr mit einem Punkterekord (100) gesichert und zu Beginn dieser Saison konnten die Königlichen Barca im Supercup-Finale besiegen. Die Verantwortlichen und Fans haben aber deutlich mehr von dem 50-jährigen Portugiesen erwartet: Mehr Trophäen und vor allem den Sieg in der Champions League.

Mourinho hat es nicht geschafft, den Madrilenen den 10. Erfolg in der Königsklasse zu bescheren. In den drei Jahren verabschiedete sich Real immer im Halbfinale. Im Sommer werden wieder bei Real Präsidentenwahlen stattfinden und für Florentino Perez war es nur die einzig richtige Entscheidung im Vorfeld dieser Wahlen die Zusammenarbeit mit Mourinho zu beenden.

MOUS MADRID: DREI AUS ELF
 HSAISON 2010/11
Primera Division Zweiter
Champions League Halbfinale
Copa del Rey Sieger
SAISON 2011/12
Supercopa Niederlage gegen Barcelona
Primera Division
Sieger
Champions League Halbfinale
Copa del Rey Viertelfinale
SAISON 2012/13
Supercopa Sieger
Primera Division Zweiter
Champions League Halbfinale
Copa del Rey Niederlage im Finale gegen Atletico
Der Portugiese sorgte immer wieder in der Öffentlichkeit für großes Aufsehen. Er attackierte in den drei Jahren öffentlich Spieler, Fans, Journalisten, Madrids Jugendtrainer, Schiedsrichter und die Gegner. Seine Entscheidung, die Real-Ikone Iker Casillas auf die Bank zu verbannen, gehört ebenfalls in die Kategorie der fragwürdigen Aktionen.

Am Freitag brachte Mourinho das sportliche Fass zum überlaufen, als er nach über 14 Jahren der erste Coach war, der gegen den Stadtrivalen Atletico ein Spiel verlor.

Pepe wurde dabei nicht berücksichtigt und Casillas musste das Spiel von der Bank aus anschauen. Real wirkte planlos und sogar Ronaldo verlor die Nerven, als er Gabi einen Tritt verpasste und daraufhin den Platzverweis sah. Mourinho gelang es nicht eine Antwort zu finden und das Spiel zu Gunsten der Königlichen zu entscheiden. Zudem nahm er seine Silbermedallie nicht in Empfang und beleidigte mehrmals den Referee.

''Die Erfolge in dieser Saison entsprechen nicht den Anforderungen eines Klub wie Real Madrid und einem Trainer wie Mourinho'', erklärte Perez auf der Pressekonferenz. ''Jeder Trainer hat seine eigene Persönlichekit. Hat er manchmal Fehler gemacht? Sicher. Der Druck, den er aushalten musste, war nicht normal. Es gab Augenblicke, wo er aber die Grenzen überschritten hat'', so der Präsident weiter.

Der Augenblick der Entscheidung war auch nicht ganz zufällig. Am Montag ist der 32. Geburtstag von Casillas gewesen und das ist wohl ein besonderes Geschenk an ihn.

Für Florentino, einen Mann der Millionen investiert hat, heißt es nun: Von Beginn an wieder aufbauen. Madrid hat eine solide Grundlage und kann demzufolge in der nächsten Saison unter einem neuen Coach (eventuell Carlo Ancelotti) Erfolge feiern.

Einige Spieler werden in diesem Sommer Real verlassen, aber Mourinhos Abgang wird einigen Spieler wie zum Beispiel Casillas neue Chancen eröffnen. In der Defensive werden Sergio Ramos und Raphael Varane wohl die Grundlage bilden, während Dani Carvajal nach einem Jahr in der Bundesliga nun wieder in die spanische Hauptstadt zurückkehren wird. Mit Cristiano Ronaldo haben die Madrilenen einen Superstar und es ist nicht auszuschließen, dass Real für den Sturm noch einen weiteren Top-Spieler verpflichten wird.

Der neue Trainer wird also eine Mannschaft übernehmen, die aus vielen Top-Spielern besteht und ein großes Potenzial besitzt. Die aktuellen Team-Probleme sollten auch schnell beseitigt werden. Mourinho muss weiterziehen und bald wird sich herausstellen, ob er in Madrid vermisst wird oder sein Abschied gern angesehen wird.
 
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