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KOMMENTAR – Weil Uwe Seeler seiner Familie im Tauziehen um Öztunali keine Geldgier vorwerfen ließ, liegt die Ehe zwischen ihm und dem HSV auf Eis. Doch das Schmollen geht weiter.

Hamburg. Bei allem Respekt vor den Verdiensten für den Hamburger SV und den deutschen Fußball, doch Uwe Seeler schadet sich mit seinen öffentlichen Äußerungen derzeit nur selbst. Zunächst der Ärger um den Wechsel seines Enkels Levin Öztunali zu Bayer 04 Leverkusen, nun das Thema Ehrenpräsidentschaft.
 
In Sachen Öztunali scheint Frank Arnesen mit seiner Äußerung, dass es an Levin liege, „ob er sich für Ausbildung und Familie oder fürs Geld entscheidet“, einen wunden Punkt getroffen zu haben. Glaubt man den Zahlen, verdient der Juniorennationalspieler beim Werksclub deutlich mehr als beim Verein seines Opas. Zudem winkt Vater Mete, ähnlich wie beim HSV, ein Posten im Scouting. Schlecht verdienen tut man vielleicht als Frisör, nicht jedoch als Scout für einen Bundesligisten, der von einem international tätigen Arzneimittelhersteller unterstützt wird.
 
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Schöner wäre es jedoch gewesen, wenn Seeler bei seinem Versprechen, sich nicht in die Vertragsverhandlungen seines Enkels einzumischen, geblieben wäre. Dass er nun auf eine Ehrenpräsidentschaft, die in der Satzung überhaupt nicht vorgesehen ist, verzichten möchte, verleiht dem Drama einen infantilen Charakter: Statt ein deutliches Zeichen zu setzen und zu demonstrieren, dass man als 76-jähriger Mann über den Dingen stehen kann, die einem in der Vergangenheit missfielen, zeigt sich Seeler weiter von seiner nachtragenden Seite.
 
Dass man bisher noch keinen Antrag auf Satzungsänderung, der in diesem Falle nötig wäre, stellen kann, wird in der Berichterstattung nicht berücksichtigt. Viel interessanter ist jedoch die eigentliche Botschaft dieser Geschichte: Seeler hat ein Problem mit Arnesen. Wenn die sportliche Situation zu wenig Angriffsfläche bietet, bedient man sich eben anderer Mittel, um den beim Boulevard in Ungnade gefallenen Sportchef zu demontieren. Den Status einer Legende wird man Seeler trotz allem nicht absprechen können, dramatischer klingt es allerdings, wenn es heißt "Ehrenpräsident gegen Sportchef". Ein gut gemeinter Rat: Seeler sollte sich aus der Öffentlichkeit raushalten.

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