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Die Fans der Rossoneri sind am Boden zerstört, nachdem ihr Team gegen die Katalanen mit 0:4 unterging. Aber vielleicht gibt es schon nächsts Jahr mehr Grund zur Freude.

KOMMENTAR
Von Carlo Garganese

Barcelona. Das Datum ist der 24. Mai 2014. Der Ort ist das Estadio da Luz in Lissabon. Der Anlass ist das Endspiel der Champions-League-Saison 2013/14. Und die beiden Finalisten sind Barcelona und der AC Mailand.

Der fünfmalige Weltfußballer Lionel Messi braucht nur noch einen Treffer, um seine Rekordanzahl von 80 Toren aus der Vorsaison noch einmal zu überbieten. Xavi erholt sich auf wundersame Weise von einer Oberschenkelzerrung, die er sich im Abschlusstraining zugezogen hat. Und Adriano Galliani und Silvio Berlusconi betonen noch einmal, dass Milan der erfolgreichste Klub der Geschichte ist und dass sie die Champions League irgendwie in ihren Genen haben.

Obwohl Milan nach einer Reihe von Niederlagen gegen die Katalanen als Außenseiter in die Partie geht, brechen die Italiener den Fluch und holen sich den achten Champions-League-Titel. Mario Balotelli macht den Siegtreffer, während Barcelona sich beschwert, dass der Rasen einen Millimeter zu lang gewesen sein soll. Während der Pokalübergabe flüstert Berlusconi Messi etwas ins Ohr. Was sagt er in solchen Fällen, Cristiano?

Rückkehr an die Spitze?

Einiges, was in den vorherigen Absätzen steht, ist ganz klar ausgedacht - aber nicht der Teil über Xavi. Obwohl es nach der 0:4-Niederlage am Dienstag im Camp Nou vielleicht anders aussieht, ist der Riese aus dem San Siro nicht mehr so weit von der Rückkehr an die europäische Spitze entfernt, wie es scheint. Und mit der Rückkehr wäre dann auch ein entscheidender Sieg gegen Barcelona gemeint.

Der 2:0-Hinspielsieg war eine taktische Glanzleistung. Obwohl die Spanier das Rückspiel klar beherrschten und am Ende auch verdient weiterkamen, war Milan gar nicht weit vom Einzug in die folgende Runde entfernt. Wenn M'Baye Niang alleine vor dem Tor ein paar Zentimeter weiter nach rechts schießt, hätte alles ganz anders ausgehen können. Sekunden danach gelang dann Lionel Messi der 2:0-Treffer aus Abseitsposition.

Furcht erregendes Sturm-Trio

Es wurde in den vergangenen Monaten schon mehrmals erwähnt, dass Milan die aufregendste, junge Sturmreihe in Europa hat. Das Trio Stephan El Shaarawy (20), Mario Balotelli (22) und M'Baye Niang (18) hat schon Anlass zu großen Hoffnungen gegeben und im nächsten Jahren werden sie in den gegnerischen Abwehrreihen für Angst und Schrecken sorgen. Die Tatsache, dass Balotelli nicht eingesetzt werden durfte, war ein großer Faktor bei der Milan-Niederlage am Dienstag. Weil Giampaolo Pazzini die Xavi-ähnliche Wunderheilung nicht hinbekam, hätten die Rossoneri Balotelli gebraucht, um die Barca-Abwehr zu beschäftigen un den Ball einmal länger zu halten. Ohne ihn kamen die Bälle zu schnell wieder zum Gegner und da die Blaugrana richtig Gas gaben, wurde irgendwann der Druck auf die Defensive zu groß. 

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Mattia De Sciglio (20) entwickelt sich zu einem starken Außenverteidiger und er hätte am Dienstag von Beginn an anstelle des ganz schwachen Kevin Constant starten müssen. Obwohl es immer wieder unverständlicherweise Kritik von manchen Fans an Ignazio Abate gibt, gibt es nur wenige Rechtsverteidiger, die besser sind als er. Seine Flanken sind verbesserungswürdig, aber seine Schnelligkeit, seine Kondition und seine Läufe an der Linie machen ihn für das Team wertvoll.

Gute Aussichten

Wenn noch ein guter Innenverteidiger und ein zentraler Mittelfeldspieler dazu kommen, es sieht nach einem Deal mit Genua für Juraj Kucka und der Rückkehr von Nigel de Jong nach seiner Verletzung aus, wird sich Milan noch weiter verbessern. Auch wenn Massimiliano Allegri irgendwann nicht mehr Trainer ist, wird bei Milan eine beeindruckende Mannschaft zusammengestellt. Sie sind in Italien das Team, das seit Ende November in Form ist, und sie haben sich mit Bartosz Salomon, Riccardo Saponara und Bryan Cristante neue Talente gesichert.

Wie in den Neunzigern

Die Milan-Fans sollten nicht allzu traurig sein, dass ihr Klub zum sechsten Mal hintereinander in der Champions League nicht besonders weit gekommen ist. Auch das junge Manchester United mit Roy Keane, David Beckham, Ryan Giggs und Paul Scholes wurde in den Neunzigern von Juventus regelmäßig an die Wand gespielt - aber irgendwann wendete sich das Blatt. Und als das geschah, war das das Ende der Ära des alternden Juventus. Manchester United gewann die Champions League schließlich 1999. In genau einem Jahr könnten wir für Juventus dann das Wort Barcelona einsetzen - und für Manchester United Milan verwenden.

EURE MEINUNG: Wie beurteilt Ihr die Aussichten für den AC Mailand?

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