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Zlatan Ibrahimovic kann seinen Ruf als Superstar in der Champions League zementieren

Dem Schweden wird oft nachgesagt, er sei in den wichtigen Spielen der Königsklasse nicht immer auf Topniveau unterwegs gewesen. Nun kann „Ibra“ es seinen Kritikern beweisen.

KOMMENTAR
Von Robin Bairner

Obwohl er einer der talentiertesten Fußballer seiner Generation ist, gibt es immer noch viele Experten, die Zlatan Ibrahimovic kritisieren.

Der Stürmer aus Schweden, der in der Öffentlichkeit immer ausgesprochen selbstbewusst auftritt, hat schon einige Titel gesammelt, mit denen er sein Auftreten untermauern kann. Am bekanntesten ist dabei die Tatsache, dass Ibra acht Meistertitel in Serie mit vier verschiedenen Klubs in drei verschiedenen Ländern sammeln konnte. Er ist außerdem zwei Mal der Torschützenkönig der italienischen Serie A gewesen und wurde als bester Spieler der Liga drei Mal gewählt. Darüber hinaus wurde er zwei Mal in die Mannschaft des Jahres der UEFA berufen, fünf Mal war er außerdem nominiert.

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Doch immer noch bezweifeln einige Kritiker, ob Ibrahimovic auch einmal in großen Spielen glänzen kann, denn seine Bilanz in der K.o.-Phase der Champions League wird oft - besonders von der englischen Presse - herangezogen, wenn der Wert des Schweden heruntergemacht wird.

IBRAS TOP DREI 2012
 v ARSENAL 15/2/2012

Ibra war in Top-Form, als Milan Arsenal im San Siro mit 4:0 im CL-Achtelfinale abfertigte
 EURO 2012
Schweden schied nach drei Spielen aus, doch Ibra machte ein Traumtor gegen Frankreich
 v ENGLAND 14/11/2012

Ibra rächte sich an England und traf in einem Testspiel gegen die Three Lions gleich vier Mal.
Eine besondere Freude

Dass er vor allem in England, wo seine vier Tore in 22 Knockout-Spielen der Königsklasse belächelt werden, kritisiert wird, ist auch dem Stürmer nicht entgangen. Deshalb war es ihm auch eine besondere Freude, vier Tore gegen die Three Lions im Testspiel im November zu erzielen - inklusive des berühmten Fallrückziehers. 

„So ist das nun mal mit den Engländern“, sagte er hinterher der Presse: „Wenn man gegen sie trifft, ist man ein Guter. Wenn man nicht gegen sie trifft, ist man kein Guter“, so Ibrahimovic.

2012 tat der PSG-Stürmer alles, um die Kritiker zum Schweigen zu bringen. Gegen Arsenal im Achtelfinale der Champions League spielte der 31-Jährige für den AC Mailand groß auf und führte sein Team zu einem 4:0 gegen die Gunners. Es war eine der besten Leistungen der Rossoneri in den vergangenen Jahren. Dass Ibra nur einen Elfmeter verwandelte und ansonsten leer ausging, war ungerecht, denn der Schwede war der überragende Mann auf dem Platz.

Traumtor gegen Frankreich

Danach kam die EM 2012, ein Turnier, in dem er von der UEFA als einer der herausragenden Stürmer bestimmt wurde. Sein Talent für das Spektakuläre kam im Spiel gegen Frankreich zum Vorschein, als er mit einem wundervollen Volley traf. Schweden scheiterte zwar in der Gruppenphase, weil das Team gegen England verlor, doch fünf Monate später bekam Ibrahimovic seine persönliche Rache gegen die Three Lions. 

Diese Leistungen auf der ganz großen Bühne waren großartig und selbst die größten Ibrahimovic-Kritiker mussten zugeben, dass die Auftritte weltklasse waren.

Einige Enttäuschungen

In der Vergangenheit gab es allerdings auch einige große Enttäuschungen für Ibra auf der großen Bühne. Gegen Arsenal in der Saison 2005/06 spielte er für Juventus ganz schlecht, die Alte Dame aus Turin traf in zwei Spielen nicht einmal ins Tor. Und die Tatsache, dass er für Barcelona im Halbfinal-Duell mit Inter Mailand im Jahr 2010 weniger Meter zurücklegte als Barca-Keeper Victor Valdes, wird einigen für immer im Gedächtnis bleiben.

Jetzt aber hat Ibrahimovic die einmalige Gelegenheit, die Restzweifel endgültig zu beseitigen. Er ist der Hoffnungsträger von Paris Saint-Germain und der Top-Transfer der Franzosen. Er ist der Stoßstürmer, der Mann, dem sie es am ehesten zutrauen, in den wichtigen Momenten den entscheidenden Treffer zu machen. PSG ist eigentlich sein Team.

Das bringt allerdings auch eine Verantwortung mit sich. In den wichtigen Momenten muss Ibra deshalb am strahlendsten glänzen - in der Champions League.

Gut in Fahrt

Bis jetzt hat er dabei seinen neuen Arbeitgeber nicht enttäuscht. Er ist der beste Vorlagengeber des Wettbewerbs mit fünf Assists und hat selbst zwei Mal in sechs Spielen getroffen. Damit liegt er genau in seinem Karriereschnitt von einem Tor pro drei Spiele in der Königsklasse.

Doch er muss so weitermachen und sich noch verbessern - für seinen Klub und für sich selbst, damit er als einer der ganz Großen endgültig akzeptiert wird. Wenn er es schafft, PSG gegen Valencia weiter zu bringen und in dem Wettbewerb weit vordringen kann, vielleicht sogar bis ins Finale nach Wembley, dann muss er einfach als einer der Besten seiner Generation angesehen werden.

Es zählt nicht, dass Ibrahimovic schon in großen Klub-Spielen wie dem Clasico oder dem Mailand-Derby getroffen hat. Erst wenn er auf der großen europäischen Bühen Leistung zeigt, dann bekommt er auch aus einigen Ecken Europas den Respekt, den ein Top-Spieler verdient.

Die Zeit ist für Ibra gekommen, um das richtig zu stellen.

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