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KOMMENTAR - Sportlich war Markus Babbel kaum zu halten. Aber die dritte Entlassung in eineinhalb Jahren offenbart auch die allgemeine Konzeptlosigkeit im Kraichgau.

Sinsheim. Es sind schöne Worte: „Wir halten zusammen, keiner kämpft allein! / Wir gehen zusammen, nicht allein“, heißt es in der Hoffenheimer Torhymne, die zuletzt immer seltener erklang. Seit gestern aber steht fest: Markus Babbel geht den Kraichgauer Weg nicht mehr mit, sondern von nun an allein. Sportlich spricht kaum etwas gegen die Entscheidung. Aber die Entlassung des äußerst glücklosen Trainers, die dritte innerhalb von eineinhalb Jahren, offenbart auch die allgemeine Konzeptlosigkeit im Kraichgau seit den Tagen Ralf Rangnicks.

Babbel: Viele schöne Worte und Durchhalteparolen...

Babbel alleine den Schwarzen Peter zuzuschieben, greift freilich zu kurz. Für fehlende Grundtugenden und Zweikampfverhalten allerdings muss sich der Ex-Bayer als Trainingsleiter verantwortlich zeichnen. Der Schwachpunkt ist kein Geheimnis: 36 Gegentore, 17 alleine nach Standards, der schlechteste Saisonstart seit Bundesligazugehörigkeit. Beispielhaft, dass die TSG in zwei Spielen, beim 3:5 in Freiburg und dem 3:3 gegen Fürth, je drei Treffer erzielte und dennoch nur einen Punkt erbeuten konnte.

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Ebenfalls bezeichnend: Babbels „Jungs“ begannen fast immer erst bei einem Rückstand, die Ärmel hochzukrempeln, Tore zu schießen oder zu grätschen - meist zu spät. Babbel kompensierte dieses Auftreten nach Bemühen, mit schönen Worten und Durchhalteparolen. Wer aber nur gegen die Bayern oder Dortmund von Anfang an auf die Zähne zu beißt, tut sich schwer gegen gallige Gegner aus Fürth, Augsburg oder Nürnberg, für die es von Saisonbeginn an um die Wurst geht. Vor allem gegen Mittelfeld-Mitstreiter und Abstiegskandidaten ließ die TSG wieder mal schmerzhaft Punkte liegen.

Nun taumeln die 1899er ideenlos dem Tabellenkeller entgegen. Gegen Bremen war zu beobachten, wie die TSG spätestens mit dem 1:3 in sich zusammenfiel. Denn ein klarer Fahrplan, im Notfall ein Plan B, waren unter Babbel nicht zu erkennen. Viel Gottvertrauen auf die individuelle Klasse einiger weniger Spieler alleine reicht nicht, was fehlt ist eine Spielidee. Genau die wird seit den Tagen Ralf Rangnicks und der Suche nach einer fußballerischen Identität aber am schmerzlichsten vermisst.  

Jetzt sind die Verantwortlichen gefordert, mit dem vierten Trainer seit Rangnick endlich eine dauerhafte und nachhaltige Lösung zu finden. Die hat es seit Weggang des Fußballprofessors Anfang 2011 nicht gegeben. Auf den blassen Marco Pezzaiuoli folgten mit Stanislawski und Babbel ähnliche Typen der Marke Macher, Kumpel und Motivator. Aber kernige Sprüche zum Thema „Siegeswille“ und internationale Ambitionen sind längst nicht mehr angebracht...

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