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Düsseldorf will den Elfmeterpunkt-Dieb finanziell zur Rechenschaft ziehen. Fragwürdig, findet unser Kommentator.

Düsseldorf. Monatelang forderten die Verantwortlichen von Fortuna Düsseldorf, das Chaos beim Aufstiegsspiel gegen Hertha BSC  am 15. Mai endlich abzuhaken. So schlimm sei alles nicht gewesen, angesichts der 15-jährigen Bundesliga-Abstinenz müsse man die Emotionen der Anhänger verstehen. Diese Haltung konnte man selbst aus neutraler Sicht nachvollziehen.

Nun aber machen die Düsseldorf das Fass selbst wieder auf und verklagen einen Fortuna-Fan auf 50000 Euro. Andre P., mittlerweile bundesweit bekannt, hatte die Freveltat begangen, während des verfrühten Platzsturms den Elfmeterpunkt aus dem Rasen zu reißen. Er nahm ihn mit nach Hause, später zeigte er das Souvenir einigen Journalisten, die schrieben über ihn. Damit könnte die Geschichte erzählt sein, zumal der DFB Herthas Protest gegen die Spielwertung zurückgewiesen hatte, Düsseldorf wieder in der Bundesliga existieren darf und auch die Strafe mit zwei Teilausschlüssen der Zuschauer bei Heimspielen milde ausfiel.

Fortunas Bosse sehen das ganz anders – und geben den Verein damit der Lächerlichkeit preis. Sie versuchen, einen Familienvater, der es wie tausende andere Düsseldorfer Fans auch am 12. Mai etwas übertrieb, in den finanziellen Ruin zu treiben – obwohl der Mann sich öffentlich entschuldigte, der Fortuna geschadet zu haben. Maßloser geht es nicht.

Eigenwillig war neben der Begründung, nach der P. sich in der Presse feiern lassen habe, auch die Art und Weise, wie Finanzvorstand Paul Jäger die Maßnahme verkündete: „Nun hat er eine Klage im Wert von 50.000 Euro an der Bux.“ Da kann man nur gratulieren.

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