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Der portugiesische Außenstürmer wurde von Coach Sir Alex Ferguson rausgepickt, um nach dem Pokal-Aus gegen Chelsea zur Zielscheibe der Kritik zu werden. Seine Tage sind gezählt.

KOMMENTAR
Von Chris Myson

Nachdem Sir Alex Ferguson durch all die Irrungen und Wirrungen eines völlig verrückten Spiels bei der 5:4-Niederlage nach Verlängerung gegen den Rivalen Chelsea gegangen war, hätte es eigentlich eine Reihe von Höhen und Tiefen gegeben, die man vor den Kameras nach dem Spiel im Interview hätte anreißen können.

Die Tatsache, dass er sich nur Nani - seinen Flügelspieler - für öffentliche Kritik rauspickte, wird für den Spieler keine große Überraschung gewesen sein, aber es spricht eine beredte Sprache.

Es war eine der typisch durchwachsenen Nächte für den 25-Jährigen. Während er mit einer sehenswerten Aktion nach einem Doppelpass mit Anderson die tolle 3:2-Führung für sein Team erzielte, hatte er auch jede Menge frustrierende Momente.

Er scheiterte mit einigen Tricks und hatte eigensinnige Versuche, wollte lange Wege. Nani begann zudem auf dem Spielfeld ein kleines Handgemenge, als seine Frustrationen überzukochen schien. Aber es war eine andere Situation, kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit, die Sir Alex wirklich verärgert hat.

Anstatt die Kugel an der Eckfahne in den letzten Sekunden der regulären Spielzeit zu halten, als sein Team noch iin Führung lag, versuchte er, seinen Gegner zu umspielen und verlor dabei den Ball.

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Dieser Fehler brachte Chelsea einen letzten Konter, aus dem dann der Elfmeter resultierte, den Eden Hazard sicher verwandelte und der die Verlängerung bedeutete, in der sich Chelsea letztlich gegen Manchester durchsetzte, indem sie ihre Erfahrung und Angriffsstärke ausspielten.

„Wir haben den Ball zum dritten Tor in einer Situation verschenkt, in der wir die vollständige Kontrolle über das Spiel hatten“, sagte Sir Alex. „Alles, was wir hätten tun müssen war den Ball zu halten und die Uhr runterzuspielen. Nani hatte aber beschlossen einen Gegner auszuspielen, den Ball verloren und dann gab es den Elfmeter.“

Ferguson fuhr fort: „Nani ist erfahren. Er ist ein Individualist, er ist ein Spieler, der Gegner ausspielen will und wir werden das sicher nicht unterbinden - aber hätte er in dieser Situation den Ball an der Eckfahne gehalten, wäre das Spiel vorbei gewesen.“

Es mag zu hart erscheinen, dass Sir Alex sich gerade Nani rauspickt, vor allen Dingen, da es zahlreiche Defensivfehler gegeben hatte und Nani ein wichtiges Tor erzielte, aber die Luft für den ehemaligen Spieler von Sporting Lissabon wird dünner – und auch bei den Fans auf der Tribüne, die ihn bereits länger kritisieren.

ES wird nicht das letzte Mal gewesen sein, dass der Trainer von Manchester United Einzelspieler wählt, um öffentlich deutliche Worte der Kritik zu finden, wenn er der Meinung ist, das würde zusätzliche Motivation bringen, aber die Sache mit dem portugiesischen Nationalspieler liegt irgendwie tiefer.

Mit der Tatsache, dass sein Vertrag im Sommer 2014 ausläuft, hat Nani bereits Interesse aus ganz Europa generiert – er geriet ins Zielvisier von Zenit und großen Klubs aus der Serie A, dem AC Mailand und Juventus Turin.

Wie Goal.com erfahren hat, wird United seinen Vertrag eher nicht verlängern. Nani will rund 165.000 Euro je Woche, um auf der Insel zu bleiben - ein Gehalt, welches Zenit im Sommer bereit gewesen wäre, zu zahlen, wäre da nicht die Ablösesumme von 25 bis 32 Millionen Euro gewesen, die sich United bei einem Verkauf hätte in die Tasche stecken wollen.

Beide Seiten, Spieler und Verein, haben ihre Verhandlungen ausgesetzt und im Moment gibt es keinen Austausch.

Im Klub gibt es riesige Sorgen hinsichtlich Nanis Entwicklung auf dem Spielfeld. Nani, der über 200 Spiele für United absolvierte, hat zweifelsfrei eine immense Technik und ein hohes Maß an Qualität, die er in den letzten Jahren unter Beweis stellte.

Aber er hat es immer noch nicht geschafft, seine Leistungen auf ein konstantes Niveau zu bringen, leichtfertige Fehler zu vermeiden und falsche Entscheidungen wie gegen Chelsea auf ein Mindestmaß zu reduzieren, was es schwer werden lässt, ein entsprechendes Angebot zur Vertragsverbesserung abzugeben.

Die Frustration im Verein ist hoch, wie die Aussagen von Sir Alex, der Nani nach dem Spiel so massiv und öffentlich kritisierte.

Er leistete sich vor kurzer Zeit einen Trainingsstreit mit dem Reserve-Team-Spieler Davide Petrucci. Er hat in erst vier Premier-League-Spielen in der Startelf gestanden - zuletzt vor über einem Monat. Es sieht immer mehr so aus, als ob seine Tage im Old Trafford gezählt wären.

Nani und seine Vertreter sind unglücklich mit der Behandlung durch den Klub und den Schwierigkeiten bei den Vertragsverhandlungen. Sie werden zwar nicht von den negativen Bemerkungen des Trainers nach dem Spiel an der Stamford Bridge überrascht worden sein und doch wird es nur dazu dienen, die Situation noch weiter zu verschärfen.

Auch wenn Nani ein Spieler ist, der mal großartig, mal grottenübel spielt, werden er und United nicht großartig nach Angeboten suchen müssen, die im Wintertransferfenster oder im kommenden Sommer eintrudeln werden.

Aber unabhängig davon, ob seine Abreise eher früher als später kommt - es sieht nicht so aus, als würde Nani bei United noch einmal für positive Schlagzeilen sorgen könnte.

Die Messe scheint gelesen zu sein und der Mittwochabend könnte der letzte Strohhalm seiner wechselhaften Karriere bei United gewesen sein.

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