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Der Erfolg will nicht kommen. Die Stars wollen gehen. Die Fans wollen Quaresma. Die Jugend erhält keine Chance. Der Präsident vergnügt sich in Miami. Es brennt bei BJK!

Kommentar
von Anil P. Polat

Istanbul. Bei Besiktas Istanbul sprachen alle von einem Verjüngungskurs und den zukünftigen Stars. Waren das nur Worte, um die Fans von den eigenen Fehlern abzulenken und unberechtigte Hoffnung zu säen? Die BJK-Prinzen und Augäpfel der Fans - Batuhan Karadeniz und Muhammed Demirci - sollten doch Besiktas in eine goldene Zukunft führen. Aber das glückliche 1:1 gegen Istanbul BB war eher wie die Kopie der näheren und erfolgsarmen Vergangenheit. Und damit nicht genug: Es brennt im Verein an allen Ecken und Enden und man weiß nicht, wo man löschen soll, da Präsident Fikret Orman es derzeit vorzieht, Urlaub in Miami zu machen. Nebenbei lässt er sich auf einer Jacht mit einer schönen Frau von den Fotografen erwischen, die jedoch nicht seine Ehefrau ist, anstatt zur Saisoneröffnung bei seinem Klub zu sein, um dort die wirklichen Probleme zu lösen. So zum Beispiel die abwanderungsbereiten Stars Manuel Fernandes und Hugo Almeida vom Gegenteil zu überzeugen, sofern das noch möglich ist.

„Wir wollen gehen“

Kurz vor dem Saisonauftakt, an dem Präsident Fikret Orman aus „urlaubstechnischen Gründen“ fehlte, kamen nacheinander Manuel Fernandes und Hugo Almeida in das Sprechzimmer von Trainer Samet Aybaba und teilten dem Coach unverblümt mit, dass sie den Verein Besiktas unverzüglich verlassen wollen. Das ist noch vor dem ersten Saisonspiel des Klubs die Höchststrafe.

„Ich möchte gehen. Mein Kopf ist durcheinander, ich möchte die Erlaubnis zu gehen“, sagte Fernandes laut LigTV. Samet Aybaba antwortete mit einer Mischung aus weisem Rat und knallharter Forderung: „Wenn du durcheinander bist, könntest du auch nicht einmal bei Barcelona spielen. Daher bring 15 Millionen Euro, dann kannst du gehen.“

Woraufhin der portugiesische Mittelfeldregisseur kurz „Es gibt kein Geld“, erwiderte und beim Verein blieb - vorläufig. Kaum war das Gespräch mit Fernandes beendet, meldete auch schon der nächste Star seine Wechselabsichten an: Nationalmannschaftskollege Hugo Almeida konfrontierte seinen Coach offen mit seinem Unmut. „Meine Frau und unsere Kinder sind hier unglücklich, verleiht mich an einen anderen Verein“, sagte Almeida zu BJK-Trainer Aybaba. Das klingt nicht wirklich nach harmonischer Atmosphäre.

Verliert man jetzt auch noch seine letzten Stars? Was ist das für ein desolates Management, dass man es nicht schafft, Monate nach der Amtsübernahme Ruhe in den Verein zu bringen und die Spieler zu motivieren? Und warum ist der Präsident nicht da, wo er sein sollte und kämpft um seine Topspieler?



Fans protestieren für die Rückkehr und gegen das Präsidium

Die Einzigen, die bei Besiktas um die Stars kämpfen, sind die treuen Fans der „Schwarzen Adler“. So versammelte man sich am Dienstagnachmittag und protestierte lautstark für die Rückkehr des portugiesischen Flügelmannes Ricardo Quaresma, denn was ist ein Adler mit gebrochenen Flügeln? Alles, nur nicht flugtauglich. Wie reagiert der Vorstand? Wieder mit stoischer Miene und kalter, ertragsloser Sturheit? Die Q7-Rufe und die Anti-Präsidium-Rufe der 400 - 500 Fans sollte jeder laut und deutlich gehört haben. Selbst Fikret Orman in Florida. Die Proteste schlagen im Bereich Social Media hohe Wellen und es ist nicht unwahrscheinlich, dass wir am Sonntag, beim Derby gegen Meister Galatasaray Istanbul, die nächste Protestlawine losgetreten sehen. Die BJK-Anhänger haben ihre Ankündigungen schon verlauten lassen und den Vorstand ermahnt, besser nicht zu diesem Spiel zu kommen - das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen.

Wer soll es richten? Der Nachwuchs? Die Altstars? - Fragen über Fragen zu BJK

Sollten die renommierten Kräfte und Stars nicht Platz machen, um den jungen und vor allem hoch talentierten „Wilden“ den Weg zu bereiten und damit auch eine neue Zukunft für Besiktas zu begründen? Wurden die Stars nicht auch wegen ihrer teuren Verträge weggeschickt, damit der Verein die Gehälter sparen und die Youngster mit Potenzial mit Verträgen ausstatten kann? Ja, so wurde es kolportiert. Doch dann fragt man sich unweigerlich: Warum gibt man den jungen Akteuren nicht die Chance zu spielen? Warum wird zum Beispiel das Gehalt von Muhammed Demirci von umgerechnet 360.000 Euro auf 135.000 fast gedrittelt, während es bei anderen, wie beispielsweise Torhüter Cenk, nahezu verdoppelt wird? Und wieso bekommt Demirci, der die Kürzungen ohne Murren hinnimmt und einer der großen Lichtblicke der Saison-Vorbereitung war, nicht endlich die Gelegenheit, sein unbestrittenes Können endlich auf dem Rasen zu zeigen und das Trikot des Klubs zu tragen, den er über alles liebt?

Wo bleibt der Jungendstil?

Der unartige „schwarze“ Sturm-Prinz Batuhan ist wieder in seinem Königreich, nur dumm, dass sein Thron die Ersatzbank ist - während der „weiße“ Prinz Muhammed nicht einmal Platz unter den Reservisten fand. Der verlorene Sohn Batuhan ist nach Hause zurückkehrt. Er soll für die Zukunft stehen und Hoffnung spenden, einen Neubau mit antreiben. Aber warum ist er zurückgekommen, wenn er doch wieder nur auf der Bank sitzt und nicht spielt? Warum ist Muhammed bei Besiktas geblieben und nicht zu Barcelona und in die La Masia gewechselt, wenn er in der vergleichsweise kleinen Süper Lig nicht zum Zuge kommt? Er ist geblieben, um für Besiktas zu spielen und der eigene Star des Vereins zu werden. Aber wie soll er das schaffen, wenn er nicht spielt und nicht einmal in den Kader für das Spiel gegen IBB genommen wird? Und was soll man von Aybabas Aussage nach dem Spiel halten:

„Als Veli (Kavlak) verletzt aus dem Spiel musste, haben wir komplett unsere Ordnung im Mittelfeld verloren und unser Spiel hat darunter erheblich gelitten“, so der Coach auf der offiziellen Seite des Klubs. Hat das jetzt zu bedeuten, dass das Spiel mit Veli Kavlak steht und fällt und somit Erfolg oder Misserfolg an ihm hängen? Ist das nicht ein riesiges Armutszeugnis, welches man sich da ausstellt? Besonders dann, wenn man bedenkt, dass gerade Kavlak dafür gerügt und kritisiert wird und wurde, dass er nichts für den Spielaufbau zu leisten imstande ist? Jetzt ist er plötzlich der vermeintliche Heilsbringer, ohne den nichts läuft bei BJK? Das kann nicht wirklich der Ernst des Trainers sein. Und falls er das doch im Vollbesitz seiner Zurechnungsfähigkeit sagte, werden sich mehr als nur einige wenige Fans verständnislos an den Kopf fassen.

Mangelndes Vertrauen in die beiden Hoffnungsträger?

Demirci und Batuhan sind seit ihrer Kindheit bei Besiktas, könnten eines Tages Idole des Vereins werden wie einst Metin, Ali und Feyyaz. Sie könnten den treuen Anhängern den Glauben an den Aufbruch schenken, an eine neue und bessere Zukunft. Alle hätten Geduld mit den jungen Wilden am Dolmabahce-Palast, würden ihnen Zeit für ihre Entwicklung geben. Niemand wäre böse, wenn man seitens des Vorstandes den „versprochenen“ Weg  gehen würde. Womit allerdings niemand Geduld hat - und dazu sollte man sich vielleicht einmal in den CARSI-Block stellen und genau hinhören - ist, dass man den identisch uninspirierten, vorhersehbaren und vor allem erfolglosen Fußball spielen lässt, den man jetzt bei Besiktas schon viel zu lange ertragen muss.

Gleiches Spiel, gleiche Leistung, aber weniger Qualität auf dem Platz

Am Sonntagabend beim ersten Spiel der Adler in der neuen Saison der Süper Lig sah man eine Kopie der an den Pranger gestellten Mannschaft der Vorsaison - nur mit schlechterem Spielermaterial. Hatte man noch einen Quaresma oder einen Simao, die für eine geniale Initialzündung sorgen konnte oder die die Fähigkeit besaßen, ein Spiel aus dem Nichts alleine zu entscheiden, würde es anders aussehen. Oder man hätte noch einen Fabian Ernst, der über den Kampf seine Mitspieler mitriss. Oder Egemen, der in der Abwehr arbeitete wie ein Besessener. Doch danach sah man sich auf dem Feld vergebens um. Die Einzigen, die diese Qualität besaßen, waren auch maßgeblich am Tor beteiligt - Hugo Almeida und als einziger Kreativkopf im Team Manuel Fernandes. Aber das an Spielerpotenzial reicht nicht. Der Wille mag Berge versetzen können, aber er reicht nicht, um Schluchten und Ozeane zu überwinden. Olcay, Hasan Türk, Veli Kavlak oder Necip versuchten ihr Möglichstes. Das ist auch aller Ehren wert, aber es genügt wie geschrieben nicht. Ihre Mittel sind begrenzt und nicht ausreichend genug vorhanden, um den Ansprüchen, die Besiktas an sich selbst stellt und stellen muss, zu genügen.

Besiktas verliert mehr und mehr an Boden

Wie lange soll man versuchen, mit Standgas auf der Autobahn zu fahren, während alle Kontrahenten in die höchstmöglichen Gänge schalten? Wer sich kein schnelles Vehikel leisten kann, der versucht zweckmäßig, das Optimum aus seinen Pferdstärken herauszuholen. Und wenn dieses Vehikel, wie im Fall von BJK offensichtlich wird, nichts bewirken kann, dann versucht man es mit einem besseren Modell.

Der Talent-Turbo wird nicht eingebaut

Es ist allseits anerkannt, dass beispielsweise Batuhan Karadeniz das wohl größte Sturmtalent der Türkei ist und ungeheuere körperliche Voraussetzungen mitbringt. Der 21-jährige Nationalspieler misst 1.92m und weist eine beängstigende Robustheit auf. Zudem ist der Hüne beidfüßig und kann Beeindruckendes am Ball zeigen. Natürlich ist er bisher eher durch seinen schwierigen Charakter und seine Undiszipliniertheiten aufgefallen als durch herausragende Leistungen. Doch sein Potenzial hat er immer wieder aufblitzen lassen. Seine Leistungswerte lassen einen objektiven Beobachter mit der Zunge schnalzen: So ist der bullige Stürmer immer noch der jüngste Spieler in der Geschichte der Süper Lig, der je einen Treffer erzielt hat. Gerade einmal 16 Jahre alt war Batuhan bei seinem Tor-Debüt. In 89 Spielen für die Jugendmannschaft von Besiktas erzielte er sage und schreibe 226 Tore. Von der U-15 bis zur A-Nationalmannschaft der Türkei absolvierte der Youngster 58 Partien, in den er 45 Mal zuschlug. In der Süper Lig erzielte er in 79 Begegnungen immerhin auch schon 22 Tore – und dabei muss man bitte bedenken, dass er dabei zum Großteil als Joker von der Bank kam.



Der lang ersehnte Erbe des großen Hakan Sükür?

Nicht nur wegen seiner überragenden Torquote gilt Batuhan Karadeniz als legitimer Nachfolger der türkischen Sturmlegende Hakan Sükür. Der heutige Parlamentsabgeordnete und Fußballexperte bekennt selbst Farbe zu Batuhan und outet sich als Fan des 21-Jährigen. In einem Gespräch mit Nationalmannschafts-Coach Abdullah Avci befragte er zunächst den Trainer, was er von dem jungen Sturmtank halte und bekam folgende Antwort von Avci:

„Batuhan ist überaus talentiert, nur ist ihm selber nicht bewusst, wie groß sein Talent ist. Falls er aber bei Besiktas spielt und auf sich achtet, dann denke ich definitiv über ihn nach. Unsere Tür ist für alle offen, die das Nationaltrikot tragen wollen“, so Avci. Aber Batuhan will zuerst einmal „sein Besiktas-Trikot“ tragen.

Hakan Sükür fügte dann selbst noch hinzu, dass er große Stücke auf Batuhan halte und man ihm die Chance geben müsse sich zu beweisen. „Ich bin begeistert von Batuhan. Natürlich hat er bis heute einige Fehler gemacht. Ich hoffe, er hat seine Lehren daraus gezogen. Ich hoffe, er achtet von nun an auf sich und spielt für sein Team. Ein guter Batuhan würde der Nationalmannschaft viel an Stärke geben“, so Sükür während der Fußballsendung Maraton.

Genie und Wahnsinn dicht beieinander

Bekanntlich liegen Genie und Wahnsinn oft dicht beieinander. Man schaue nur auf Mario Balotelli. Aber man sieht, was passieren kann, wenn man an einem talentierten, jungen Spieler festhält, obwohl dieser sich oft ungebührlich verhält und ihm trotzdem die Möglichkeit gibt, sich über Spielzeit zu beweisen. Die starken Auftritte von Balotelli bei Manchester City oder der EM 2012 haben alle Kritiker schlagartig verstummen lassen, die sich nur auf den schwierigen Charakter Balotellis konzentrierten. Es ist unschwer zu erkennen, dass man Spieler nicht einfach verdammen und abschreiben sollte, sondern ihnen die Chance geben sollte zu zeigen, dass sie geläutert sind und was in ihnen steckt. Und es ist an der Zeit, dass Besiktas die beherzigt und auf seine begabten, jungen Spieler vertraut, die der Mannschaft mehr Qualität und der Zukunft der „Schwarzen Adler“ ein Gesicht geben können.

Besiktas‘ Mangel an Ideen im Spiel unübersehbar

Am Sonntagabend hätte mehr Durchschlagskraft und Kreativität dem Spiel von Besiktas sehr gut getan. Wenn man den Kader betrachtet und nach jemanden neben Fernandes sucht, der die Impulse aus dem Mittelfeld geben kann, dann wird man zwangsläufig auf Muhammed Demirci stoßen. Die Begabung, in vollem Lauf zwei, drei Spieler stehen zu lassen, aus dem Nichts den tödlichen Pass zu spielen und das Tempo zu dirigieren, sind Fähigkeiten, die dem Team von Trainer Samet Aybaba klar erkennbar fehlen. Aber auch hier muss man wieder betonen, dass der mit diesen Skills gesegnete 17-Jährige, diese Fähigkeiten nicht einbringen kann, wenn er nicht im Kader ist oder lediglich auf der Bank sitzt. Auch ihn muss man jetzt endlich aufs Feld schicken und an ihm festhalten, auch wenn er vielleicht die ersten Partien nicht die gewünschte Leistung abrufen kann.

Jetziges Stadium ist optimal

Zu keinem Zeitpunkt waren die Voraussetzungen besser als jetzt. Das Team braucht Veränderungen und die Fans betteln förmlich darum.  Präsidium und Trainerstab haben „Changes“ versprochen und die Mannschaftsleistung befindet sich auf dem gleichen niedrigen Level, den Besiktas im letzten Jahr in der Liga – zu unser aller Leidwesen - gezeigt hat. Niemand würde mit dem Zeigefinger auf den Vorstand und den Coach zeigen, wenn sie wenigstens eines ihrer Versprechen wahr machen würden und einen neuen Weg beschreiten. Es ist Zeit für alle Besiktas-Verantwortlichen, den Widersprüchen in den eigenen Aussagen und Aktionen ein Ende zu setzen und die richtigen Dinge zu probieren. Die großspurigen sowie vollmundigen Ankündigungen in die Tat umzusetzen und auch ihre verständnislose Sturheit beiseitezuschieben, um Ricardo Quaresma ins Team zurückzuholen, wäre da ein erster Schritt. Gerade Q7 kann Besiktas spielerisch unter keinen Umständen schaden. Im Gegenteil.



Wo ist der Kopf von Besiktas? Muss der Präsident nicht etwas unternehmen?

Aber wo ist der Mann, der das alles entscheiden müsste? Wo ist der Mann, der Besiktas durch eine starke Hand ein Gesicht verleihen müsste? Was macht er? Er verliert sein Gesicht in der Öffentlichkeit. Ohnehin in der Kritik, dass er sich zu viel zugetraut hätte, er unter der Last des Amtes zusammenbricht und Besiktas förmlich zugrunde richtet, wollte der Präsident lieber seinen Urlaub in Miami verbringen, anstatt dem Team beim Saisonstart eine moralische Stütze zu sein. Okay, wollte man sagen, es waren die Festtage nach dem Ramadan-Fastenmonat, eine der heiligsten Zeiten im Islam. Aber wenig fromm ist es, auf einer Jacht von den Paparazzi erwischt zu werden – und das mit einer spärlich bekleideten Frau, die eben nicht seine Ehefrau ist. Wie wirklichkeitsfremd muss man sein, am Strand von Bodrum, an dem (nicht nur im Sommer, aber gerade dann) es vor Paparazzi nur so wimmelt, weil die Reichen und Schönen aus der ganzen Türkei sich dort tummeln, ein Stelldichein mit einer unbekannten Schönen abzuhalten? Egal, was man vorherigen Präsidenten von BJK vorwirft, so wirklichkeitsfern waren sie dann doch nicht.

Soll das die neue Führung des türkischen Traditionsklubs sein, das besagte neue Gesicht von Besiktas? Ist ein skandalträchtiges Verhalten und Auftreten in der Öffentlichkeit wichtiger, als die immer weiter auflodernden Feuer im Verein zu löschen? Wie soll das Besiktas Seriosität oder Ruhe schenken? Wie soll das Besiktas voranbringen und warum ist der Präsident nicht damit beschäftigt, seinem Verein in dieser schwierigen Zeit beim Saisonauftakt gegen Istanbul BB mit seiner Anwesenheit beizustehen oder noch wichtiger als das, seine Wahlversprechen einzulösen oder zumindest eines davon wahr zu machen?

Der Anfang könnte schon das Ende bedeuten

Sollte man den Vortrag von Sonntag als Marschroute beibehalten, könnte die den Anhängern als hoffnungsvoll verkaufte Reise bereits am zweiten Spieltag im Derby gegen Galatasaray Istanbul ein jähes Ende finden. Denn bei einer Niederlage und dem dazugehörigen Fehlstart, könnte die Stimmung der Fans kippen, und als Folge das Selbstvertrauen der Spieler noch zu Saisonbeginn zerstört werden. Dieser drohenden Gefahr sollte man sich bewusst sein und Nichts schön reden, denn wer „Karakartal“ sein Herz geschenkt hat, muss den Mut zusammennehmen, um sich der Realität zu stellen und konstruktiv die nötige Kritik laut auszusprechen.

So wie es jetzt aktuell läuft, darf es kann nicht der Anspruch des Istanbuler Traditionsklubs sein. Und noch wichtiger ist die Courage, welche die Verantwortlichen nun endlichen zeigen müssen, um den Verein mit seinen jungen Spielern neu aufzubauen und umzustrukturieren. Modelle wie Borussia Dortmund haben es vorgemacht. Vertrauen, Zeit, Motivation und Kontinuität sind die Schlüssel für den Teamerfolg.



Das Inönü-Stadion muss endlich das neue Nest der Adler werden

Wirtschaftlich muss man diesen Elementen das neue Stadion als unmittelbares Ziel an die Seite stellen, um finanziell mit den großen Rivalen Fenerbahce und Galatasaray mitzuhalten und neue Begeisterung sowie Anziehungskraft bei den Fans zu erzeugen. Wie das aussehen kann, soll sich bitte jeder einmal in der neuen Arena von Juventus Turin bei einem Spiel anschauen. Wenn das Präsidium diese Dinge beherzigt und ihre beschönigenden Aussagen ad acta legt, mit denen sie sich einen dem Selbstschutz dienenden Kokon gestrickt haben, ist es nicht zu spät, um Besiktas langsam auf die Überholspur zu führen. Es müssen nur die leeren Worte enden und gehaltvolle Taten beginnen.

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