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Alle dürfen sich beim FC Arsenal bedienen

Die „Gunners“ haben Robin van Persie für 30 Millionen Euro verkauft, während auch Alex Song vor einem Wechsel zu Barcelona steht. Arsenal startet abermals einen Ausverkauf.

KOMMENTAR

Arsenal hat nie eine Lehre aus den Verkäufen gezogen. Wer im Kampf um die großen Titel eine Chance haben will, darf die wichtigsten Spieler nicht an direkte Rivalen verkaufen.

Vielleicht nahm alles seinen Lauf, als Ashley Cole 2006 an den FC Chelsea verkauft wurde. Die Transfer Saga war eine der hässlichsten, die London je erleben durfte.

ARSENAL | DIE GROSSEN ABGÄNGE
 ROBIN VAN PERSIE
Erzielte 37 Tore in seiner achten und letzten Saison mit Arsenal. Lehnte eine Vertragsverlängerung ab und wechselte zum Rivalen aus Manchester.
 CESC FABREGAS
Beendete seinen Abstecher nach London, als er zu seinem Jugendklub Barcelona zurückkehrte und eine lange während Transfersaga beendete.

 SAMIR NASRI
Brachte die Fans des FC Arsenal in Rage, indem er seinen Vertrag auslaufen ließ und bei Manchester City unterschrieb. Gewann in seiner ersten Saison die Meisterschaft.
 GAEL CLICHY
Auch Clichy wechselte mit Nasri zu den „Citizens“ und war ein wichtiger Faktor im Kampf um den Meistertitel.
 EMMANUEL ADEBAYOR
Arsenal verkaufte den damaligen Superstar für über 30 Millionen Euro an Manchester City. Später spielte er bei Tottenham und machte sich noch unbeliebter bei den „Gunners“.
 KOLO TOURE
Gehörte zum berühmten ungeschlagenen Team der „Gunners“ und wurde 2009 an Manchester City verkauft.
 ASHLEY COLE
Auch Cole brachte die Fans in Rage, indem er eine Vertragsverlängerung ablehnte. Wurde wegen illegaler Vertragsgesprächen bestraft und holte mit Chelsea jeden denkbaren Titel.
In den sechs darauf folgenden Jahren holte Cole Meisterschaften, FA Cups und sogar die Champions League, während die „Gunners“ keinen einzigen großen Titel an sich rissen.

Möglicherweise nahm das Drama aber auch schon davor seinen Lauf, als Marc Overmars oder Nicolas Anelka verkauft wurden - sie wurden aber von Robert Pires und Thierry Henry ersetzt. In jedem Fall handelt es sich bei Arsenal nun um einen Klub, bei dem sich jeder bedienen darf. Ein Klub, der nicht zu den Größen Europas gehört.

So wie Cole sich von Arsenal verabschiedet hat, haben es seitdem viele weitere Spieler getan. Die Stars von Arsene Wenger haben einen Preis - keiner von ihnen scheint unverkäuflich. Samir Nasri und Gael Clichy gewannen in ihrer ersten Saison nach Arsenal die Meisterschaft, während Cesc Fabregas in einer der stärksten Mannschaften aller Zeiten agiert.

Dem Spanier wird wohl bald Alex Song folgen. Der 24-jährige Kameruner steht vor einem Transfer zu den Katalanen - knapp 20 Millionen Euro wird Barca bezahlen müssen. Den Weg aus London nach Barcelona haben bereits einige bestritten. Thierry Henry, Arsenals bester Torschütze aller Zeiten, wechselte 2007 zu den „Blaugrana“, Alexander Hleb 2008, Giovani van Bronkhorst 2003 und Fabregas im vergangenen Sommer.

Manchmal gelingt es den Abwanderern nicht, den Schritt in Richtung Erfolg zu machen. Aber Arsenal steht nicht an der Spitze des europäischen Fußballs - die anderen Klubs wissen mittlerweile, dass sie die besten Spieler des Klubs haben können. Wenger ist ein Genie - er entdeckt Supertalente und verkauft sie für ein Vielfaches. Es gibt aber keinen Titel für das wertvollste Konto des englischen Fußballs.

Robin van Persie ist das aktuellste Beispiel für einen Superstar, der den Klub verlässt und ihn zuvor in die Ecke drängt, indem er keinen neuen Vertrag unterzeichnet. Was den Fans des Klubs aber wirklich aufstoßen wird, ist dass er zur direkten Konkurrenz gewechselt ist. Zum Rivalen Manchester United.

Wie kann Arsenal je um einen Titel mitspielen, wenn alle wichtigen Akteure nach Manchester oder gar innerhalb der Stadt wechseln? Sowohl bei Nasri als auch bei van Persie wurde damit gedroht, den Vertrag auslaufen zu lassen und sie ein weiteres Jahr zu halten - aber Arsenal hat diesen wichtigen Schritt nicht durchgezogen.

Die Welt ist sich darüber im Klaren, dass Arsenal verkauft und dass Wenger immer wieder dazu genötigt wird, seine wichtigsten Spieler ziehen zu lassen. Die Mannschaft wurde diesen Sommer mit Lukas Podolski, Olivier Giroud und Santi Cazorla verstärkt - doch mit dem Verkauf des Kapitäns, mit dem Verkauf des besten Spielers der vergangenen Saison, hat der Verein dennoch einen Rückschritt gemacht.

Arsenal folgt dem Trend zu straucheln, und zwar rückwärts. Sollte Manchester City nächstes Jahr ein Angebot für Laurent Koscielny abgeben, wird man mittlerweile mit einem Deal rechnen müssen.

Jedes Jahr muss Wenger sich auf die neue Saison vorbereiten und dies in einer schier undenkbaren Ungewissheit. Nie kann man sich sicher sein, ob nicht ein wichtiger Akteur doch den Klub verlässt. Das schadet dem Klub in der Vorbereitung. Es bleibt nur die Hoffnung, dass sich Arsenal wieder an die Spitze der Nahrungskette kämpfen kann. Das scheint derzeit jedoch unwahrscheinlich.

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