thumbnail Hallo,

Die einstigen Wunschspieler Reus und Vidal hat der FC Bayern nicht bekommen, auch der Bender-Deal klappt nicht. Kurios ist, dass sich auch Sammer öffentlich eine „Watschn“ abholt.

München. Es ist nicht so, dass die Verantwortlichen des FC Bayern München keine Möglichkeit hatten, zu erkennen, dass die Zwillingsbrüder Lars und Sven Bender einmal ganz passable Fußballspieler werden könnten. Von 2003 bis 2009 kickten die Mittelfeldspieler in der Jugend von 1860 München, und zwischen den Trainingsgeländen der beiden Klubs liegt nicht einmal ein Kilometer.

Auch in den Jahren zuvor, zwischen 1999 und 2002, waren die Benders nicht aus der Welt, spielten sie doch für die SpVgg. Unterhaching, die ein paar Kilometer außerhalb von München beheimatet ist. Trotzdem ist niemand auf die Idee gekommen, den Brüdern einen Vertrag beim FC Bayern zu geben.

Sven wechselte vor drei Jahren zu Borussia Dortmund, Lars zog es zu Bayer Leverkusen. Von dort will ihn der Rekordmeister nun zurück nach München holen. Es sieht allerdings nicht danach aus, als ob das klappen sollte. Die Bayer-Bosse geben Bender dem Vernehmen nach nicht her - selbst wenn sie in München mit Geldscheinen im Wert von 20 Millionen Euro oder etwas mehr wedeln würden.

Alles zum FC Bayern auf Goal.com

Die Bayern hatten ihr Interesse an Bender öffentlich gemacht. Sie schwärmten von ihm, sie machten klar, dass sie die Absage aus Leverkusen nicht so einfach akzeptieren würden. Sie hatten wohl gedacht, dass es immer noch ein gültiges Gesetz ist, dass der Rekordmeister jeden Spieler, den er will, auch bekommt. Immerhin hatten sie im Sommer 2011 Manuel Neuer mit viel Kraftaufwendung von Schalke 04 losgeeist, im Jahr 2009 waren Arjen Roben aus Madrid und Mario Gomez aus Stuttgart für viel Geld gekommen.

Die Anti-Bayern lachen sich ins Fäustchen

Trotzdem war es ein Trugschluss: Die Bayern scheinen wieder einmal eine bittere Transfer-Niederlage zu erleiden. Jene Fußball-Fans, die den Bayern jeglichen Erfolg missgönnen, lachen sich ins Fäustchen.

Dabei waren die Münchner ausreichend gewarnt. Schon im Sommer 2011 waren die Leverkusen-Granden standhaft geblieben, als die Bayern Arturo Vidal kaufen wollten. Nein, zu einem direkten Konkurrenten werde der chilenische Mittelfeldspieler sicher nicht gehen, lautete die Ansage. Und tatsächlich: Vidal war sich zwar schon mit den Bayern einig, wechselte schließlich aber zu Juventus. Uli Hoeneß grollte.

   „Wenn der FC Bayern einen Spieler verpflichten will, dann wird er ihn auch verpflichten!“

Nerlinger 2011 über eine Verpflichtung von Marco Reus

Auch Marco Reus wird vorerst nicht für den FC Bayern spielen. Statt von Borussia Mönchengladbach nach München wechselte er in diesem Sommer nach Dortmund. Der mittlerweile geschasste Sportdirektor Christian Nerlinger hatte das Interesse an Reus im Dezember 2011 bestätigt und erklärt: „Man kann eines sagen: Wenn der FC Bayern einen Spieler verpflichten will, dann wird er ihn auch verpflichten! Dann haben wir auch in allen Belangen genug Überzeugungskraft, ihn nach München zu holen.“ Ein paar Tage später unterschrieb Reus in Dortmund. Die Transfer-Gesetze in der Bundesliga waren endgültig außer Kraft gesetzt.

Man hätte mit Leverkusen im Stillen sprechen können

Gelernt haben sie in München daraus aber nichts, auch um das Interesse an Bender machten die Bayern ein gewaltiges Getöse. Sportdirektor Matthias Sammer fing sich damit schon kurz nach seinem Amtsantritt die Niederlage mit Bender ein, was insofern verwunderlich ist, als dass man die Dinge mit Leverkusen auch im Stillen hätte regeln können.

So aber war es eine Aktion mehr, die zeigte: Sowohl bei den Bemühungen auf dem Transfermarkt als auch in Sachen Vorstellungsvermögen haben die Bayern Nachholbedarf.



In den vergangenen Jahren sind den Münchnern nämlich nicht nur die Talente von Lars und Sven Bender nicht aufgefallen. Mit Mats Hummels wurde Anfang 2009 zudem ein Spieler nach Dortmund abgegeben, der jahrelang in der eigenen Jugend trainiert wurde. Er ist heute einer der besten Innenverteidiger Deutschlands, Nationalspieler – und dem Vernehmen nach glücklich weit weg von München.

Moritz Leitner: Für 800 000 Euro aus München nach Dortmund

Ob es clever war, den damals 18-jährigen Moritz Leitner im Januar 2011 aus München – zugegebenermaßen von 1860 – für 800 000 Euro nach Dortmund ziehen zu lassen, wird sich noch zeigen.

Jedenfalls gehören das Scouting und die Transferaktivitäten des BVB zu den Hauptgründen dafür, warum der Klub dem FC Bayern – zumindest national – den Rang abgelaufen hat. Sammer kann die Verhältnisse wieder umkehren. Er sollte aber hin und wieder im Verborgenen agieren – und die Augen nach Talenten vor der eigenen Haustür offen halten.

EURE MEINUNG: Sollten die Bayern auf dem Transfermarkt nochmal aktiv werden?

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf oder werde Fan von Goal.com auf !

Dazugehörig