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Der brasilianische Mittelfeldspieler hat immer noch einen sehr guten Ruf in Italien, sollte aber nur aus bestimmten Gründen zurückkehren.

KOMMENTAR
Von Mark Doyle

Filippo Inzaghi hat kürzlich erst einen Trainerposten bei AC Milans Allievi Nazionali angenommen. Der legendäre Stürmer könnte ebenso gut als Sprecher für eine Fangruppe dienen, wie man an seiner Reaktion auf die Nachricht sieht, dass die Rossoneri versuchen, Kaka wieder ins Boot zu holen. Er sprach für alle Anhänger des Klubs, als er am Mittwoch gestand: „Als Milanista verursacht eine mögliche Rückkehr Kakas bei mir Gänsehaut.“

Solche Aufregung ist verständlich. Kaka war schließlich ein Held der Curva Sud. Während seiner sechsjährigen Karriere bei Milan erzielte er 95 Tore in 269 Auftritten in allen Wettbewerben und zeigte sich als einer der besten Spieler der Welt, was auch in den Gewinn des Ballon d'Ors 2007 resultierte.

Allerdings ist Kaka eindeutig nicht derselbe Spieler, den Real Madrid vor drei Sommern verpflichtet hat, und die Milan-Fans sind nicht dumm: Sie werden nicht zulassen, dass ihre Empörung über den Verkauf der beiden besten Spieler, Zlatan Ibrahimovic und Thiago Silva, einfach so hinweggepustet wird von der Rückkehr eines ehemaligen Idols.

Hat Kaka noch etwas auf höchstem Niveau zu bieten? Zweifellos. Aber es muss ein gewisses Maß an Rationalität bei der Verpflichtung eines verletzungsanfälligen 30-Jährigen sein. In der Tat ist die gesamte Idee romantisch, und Kaka zurückzuholen macht nur Sinn, wenn...

...DER PREIS STIMMT

Besorgniserregend ist, wie in Spanien berichtet wird, dass die Transfersumme für Kaka irgendwo in der Region von 20 Millionen Euro liegen könnte. Auf den ersten Blick ist dies ein erstklassiges Geschäft für Mailand, die den Spieler 2003 für 8,5 Millionen Euro verpflichteten, bevor sie ihn 2009 für 65 Millionen Euro an Madrid abtraten. Allerdings kann Milan nach Lösung ihrer Liquiditätsprobleme die Ausgaben einer solch hohen Ablösesumme rechtfertigen - für einen Spieler ohne Wiederverkaufswert, der nur 65 Ligaspiele in den vergangenen drei Spielzeiten absolviert hat?

...DAS GELD STIMMT

Wie bereits angedeutet wurde Milan gezwungen, Ibrahimovic und Thiago Silva zu verkaufen, um die Bilanzen auszubalancieren. Daher würde es lächerlich wirken, wenn die Rossoneri 20 Millionen Euro für einen 30-Jährigen ausgeben würden, dessen beste Tage hinter ihm liegen. Der Selecao-Star verdient in Madrid um die 10 Millionen Euro pro Jahr, Kaka eine ähnliche Summe zu bezahlen wäre eine Verhöhnung der Mailänder Versprechen, in eine neue Ära der verantwortungsvollen Finanzpolitik einzutreten. Ermutigend ist, dass angenommen wird, dass der Spieler eine massive Lohnkürzung akzeptieren würde, damit der Deal klappt.

...ER NICHT DER EINZIGE NEUZUGANG BLEIBT


Der andere Grund, warum Milan kein kleines Vermögen für Kaka ausgeben sollte, ist der offensichtliche Zwang, andere Positionen zu stärken. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage können sich die Rossoneri nicht leisten, auch nur einen einzigen Cent zu verschwenden. Das Geld aus dem Verkauf von Ibrahimovic und Thiago Silva muss gut genutzt werden, denn sie haben außerdem eine Reihe von Identifikationsfiguren (unter anderem Alessandro Nesta) verloren.

Der seit langem bestehende Bedarf an einem Linksverteidiger wurde noch nicht gedeckt, und während der Transfer von Riccardo Montolivo eine kluge Verstärkung des Kaders ist, braucht das Mittelfeld unbedingt einen Regisseur. Und da wäre noch der Angriff. Wenn Milan eine Chance im Kampf um den Scudetto haben möchte, müssen sie einen zuverlässigen Torjäger verpflichten. Adriano Galliani versprach, Ibrahimovic zu ersetzen, aber so ein Stürmer wird nicht billig kommen. Grundsätzlich wird die Rückkehr Kakas nicht darüber hinwegtäuschen, dass es klaffende Löcher in Milans Team gibt.

...ER AUF SEINER IDEALPOSITION EINGESETZT WIRD


Natürlich ist der Brasilianer unbestreitbar in der Lage, den Angriff der Rossoneri zu stärken. Wenn er in Bestform ist, ist es eine Freude ihm zuzusehen, und er ist in der Lage, eine gesamte Verteidigung mit seinen punktgenauen Pässen auszuspielen. Sollte er ins San Siro zurückkehren, muss er in seiner angestammten Rolle eingesetzt werden.

Milan muss bedenken, dass sich Kevin-Prince Boateng in den letzten zwölf Monaten perfekt in die Rolle des offensiven Mittelfeldspielers eingefunden hat. Gibt es wirklich einen Sinn, Kaka zu holen, wenn Coach Massimiliano Allegri auf den jüngeren und dynamischeren Boateng in der Mitte seines 4-3-1-2-Systems setzt? Dies ist zudem das Letzte, was sich Kaka zum Ende seiner Karriere wünscht.

...ALLE REALISTISCH BLEIBEN


Tatsächlich zeigte Kaka in der vergangenen Saison in Madrid  genug, um daran zu erinnern, dass er ein unglaublich intelligenter und begabter Fußballer ist. Allerdings haben Verletzungen und der Lauf der Zeit ihren Tribut gefordert, und Milan kann vom ehemaligen Talisman keine Wunder erwarten. Er würde zweifellos zur Stärkung des Kaders beitragen, während seine bloße Anwesenheit den Sommer der Unzufriedenheit vertreiben könnte. Allerdings muss es einen Grad an Realismus in bezug auf genau das, was der 30-Jährige erreichen kann, geben.

Noch wichtiger ist, dass Geschäftsführer Galliani Kaka als Aushängeschild des neuen Milan sehen könnte. Ehrlich gesagt würde dies die Intelligenz der Fans beleidigen. Die Rossoneri werden einen Trip in die Vergangenheit gerne begrüßen, wenn sie das als Teil eines größeren Plans für eine bessere Zukunft sehen.

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