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Arsenal verpflichtet seinen Kapitän, dem Klub ein weiteres Jahr treu zu bleiben. Der hatte in einem Brief an die Fans vergangenen Monat den Wunsch nach einem Wechsel geäußert.

London. Inmitten der deutlichen Kritik an der Transferpolitik von Arsenal London und der Sorgen über den Weg, welchen der Verein einschlagen wird, ist Robin van Persies öffentliche Äußerung Anfang dieses Monats – trotz der Liebeserklärung an seinen Verein – das Ersuchen nach einer Trennung.

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Van Persies Wunsch, eine neue Herausforderung nach sieben titellosen, verletzungsgeprägten Spielzeiten in Angriff zu nehmen wird die Bindung zwischen Verein und Spieler testen, möglicherweise bis zum Zerreisen – vor allem jetzt, da die „Gunners“ beschlossen, haben an ihrem Kapitän und wertvollsten Spieler festzuhalten, auch wenn es hart auf hart kommt.

Es ist eine lobenswerte Haltung des Klubs, insbesondere angesichts der Art und Weise wie sie auf dem Transfermarkt seit dem Umzug ins Emirates-Stadium Jahr für Jahr schikaniert wurden.

Dennoch stellt das ganze weder ein Lotteriespiel, bei dem beide Seiten nicht erreichen werden, worauf sie wirklich hoffen, noch den neuesten tapferen Akt in einem kräftezehrenden Kampf, der weit über dem eigentlichen Transfer steht, dar.

Im Großen und Ganzen ist es die leere Wirkung dieses „Groundhog Day-Szenarios“ auf jeden, der mit dem Verein verbunden ist, die dazu geführt hat, dass Arsenal diese Annäherung billigt.

Silberwaren oder kein Besteck. Arsenals Status als führendes Mitglied der europäischen Aristokratie bleibt intakt, während sie ihren Champions League-Status aufrecht erhalten. Ein Verein dieser Größe, egal wie produktiv er im Hinblick auf die Förderung junger Talente ist, kann es sicht nicht leisten, ständig Spieler auf dem Markt abtreten zu müssen.

„Stellen Sie sich die schlimmste Situation vor – Wir verlieren Cesc Fabregas und Samir Nasri“, sagte Arsene Wenger letztes Jahr zur selben Zeit. „Du kannst Menschen nicht überzeugen, sie sind ehrgeizig. Du kannst nicht behaupten, dass du ein großer Klub bist.“

„Ein großer Verein hält an seinen großen Spielern fest und gibt an alle anderen großen Mannschaften die Botschaft aus, dass sie nicht einfach kommen und Spieler mitnehmen können.“

Insbesondere der Wechsel von Nasri, der nur wenige Wochen nachdem diese Worte gesprochen wurden, vollzogen wurde, mag aus der Sicht seines ehemaligen Trainers ein wenig töricht gewesen sein. Doch auf der anderen Seite befürwortete er den Wechsel von Nasri zu seinem neuen Arbeitgeber.

Van Persie war mit seinem Wutanfall im Internet vielleicht schlecht beraten, aber im Gegensatz zu Carlos Tevez von Manchester City während der Champions League-Niederlage im vergangenen September in München, weigerte sich der Holländer nie, auf dem Platz mitzuwirken.

Der Druck, Tevez an den Höchstbietenden zu verkaufen oder ihn sogar ganz aus dem Verein zu werfen, war enorm. Sein Verhalten mag unmöglich gewesen sein, doch City war bereit, das lange Spiel mit ihm zu spielen. Und wenn ihr Titel einen Schuss vor den Ofen benötigte, so war es Tevez der ihn lieferte. Manchester City benahm sich wie ein großer Verein: Titel stehen über den persönlichen Belangen.

Vielleicht überzeugt van Persie die Trotzhaltung von Arsenal doch in gewisser Weise, denn Totgesagte leben länger – sicherlich länger, als die Neuverpflichtungen Olivier Giroud und Lukas Podolski, die beide ihr Debüt in England mit vielen Fragezeichen starten.

Das ist aber mehr eine idealistische Hoffnung. Die pessimistische und insgesamt die realistischste Haltung ist ein verärgerter van Persie, der sich fragt „Warum ich?“.

Eine Reihe von Freunden und ehemaligen Mannschaftskollegen haben große Löhne erhalten. Das wirft die Frage auf, warum ausgerechnet der 29-Jährige derjenige ist, der zu dieser neuen harten Linie gezwungen wird.

Das heißt, sobald die Saison beginnt, ist es unmöglich, sich den Holländer vorzustellen – vorausgesetzt er ist noch im Verein – der alles andere außer vollen Einsatz zeigt.

Sollte Wenger außerdem mit der Leistung des Stürmers nicht zufrieden sein, so wird er auf dieser Position nicht mehr tragbar sein. Dann müsste man jedoch davon ausgehen, dass seine Kollegen nicht zurückstecken und in einem offenen Widerspruch zur Klubhierarchie stehen werden.

Sechs Wochen vor Ende des Transferfensters hat Arsenal die Hand auf seinem Spieler Robin van Persie.

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