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Die Kandidatenliste für Europas Fußballer des Jahres sorgte für Gelächter in der Goal-Redaktion. Spieler vom Champions League-Finalisten Bayern sucht man vergeblich. Doch wieso?

München. Während die Stars des FC Bayern München in Trentino für die neue Saison schwitzen, finden sie international offenbar keinerlei Beachtung. Unter den 32 Kandidaten für Europas Fußballer des Jahres tummeln sich gleich sechs Spieler von Manchester City und sieben von Real Madrid.

Kann man das noch ernst nehmen?

Die Wahlen des Ballon d'Or sind ja bekanntlich seit Jahren nur noch eine Beschäftigungstherapie. Lionel Messi würde auch gewinnen, wenn er seine Karriere bereits beendet hätte. Dieses mal ist es aber die Kandidatenliste für die Wahl zu Europas Fußballer des Jahres, die für Verwirrung sorgt. Dass am Ende auch hier ein Spieler vom FC Barcelona gewinnen könnte, soll jetzt nicht das Thema sein. Andres Iniesta, Xavi Hernandez und Lionel Messi sind die individuell besten Techniker der Welt und haben diesen Titel auch verdient.

So läuft die Abstimmung

Doch wie kommt man überhaupt unter die 32 Spieler (Goal.com berichtete), die zur Auswahl stehen? Gute Frage, denn eine schlüssige Antwort fällt mir dazu nicht mehr ein. Die Masse an Spielern von Manchester City und Real Madrid lässt vermuten, dass Mannschafts-Titel für die Abstimmungsberechtigten als Begründung ausreichen. Das System ist eigentlich sehr einfach. 53 Sportjournalisten, jeweils aus den 53 Mitgliedsstaaten der UEFA, erstellen eine persönliche Top-Drei und reichen diese ein. Der erstgenannte Spieler bekommt fünf Punkte in der Wertung, der Zweite drei Punkte und der Dritte einen Punkt.

Wen interessiert ein Champions League-Finale?

Welcher Journalist für welches Land am Start war, kann auf der UEFA-Homepage eingesehen werden. Für Platz eins warfen alle 53 jedoch nur drei Namen in die Runde. Welche? Zwei Namen sind Euch sowieso klar, der andere Star ist Xavi. Was ist aber mit den anderen 29 Spielern auf der Kandidatenliste? Der FC Bayern erreichte in der Champions League absolut verdient das Finale von München und war auch dort die klar bessere Mannschaft. Trotzdem findet sich kein einziger Bayern-Profi auf der Liste.

Mario Gomez erzielte 12 Tore in der Königsklasse - ohne Elfmeter. Damit mehr Tore aus dem Spiel heraus, als Lionel Messi. Franck Ribery spielte alle in Grund und Boden. Manuel Neuer entschied das Elfmeterschießen gegen Real Madrid, hielt im Finale einen Elfmeter und verwandelte sogar selbst einen. Keiner von ihnen ist dabei. Dafür jedoch Fabio Coentrao, der Edelreservist von Real Madrid. Auch Fernando Torres ist dabei. Jakub Blaszczykowski, Kagawa und Raul aus der Bundesliga. Joe Hart von Manchester City. Wo waren diese Spieler international?

Mehr Objektivität, bitte!

Dabei wird die Wahl nur von Journalisten der großen nationalen Fachblätter durchgeführt. Der Höhepunkt der Kandidatenliste ist in diesem Jahr jedoch Leslie Davis von Bangor City. Was ist hier nun das System? Objektivität kann es nicht sein. Auch wenn den Gesamtsieg die üblichen Verdächtigen unter sich ausmachen - einen faden Beigeschmack hat die Wahl trotzdem, vor allem bei sechs Spielern von Manchester City. Einer Mannschaft, die in der Gruppenphase der Champions League ausschied und auch in der Europa League scheiterte. Etwas mehr Weitsicht würde den abstimmenden Kollegen nicht schaden!

EURE MEINUNG: Ist es fair, Mannschaftserfolge als Bewertungskriterium für Spielerleistungen heranzuziehen?
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