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Der HSV stand immer für Kontinuität und nordische Sympathie. Im Moment kriselt es aber scheinbar gewaltig bei den „Rothosen“.

Hamburg. Der Hamburger SV gehört als Bundesligadino zu den Sympathieträgern in der ersten Spielklasse. Auch als Außenstehender hat man eigentlich nichts gegen die Hamburger - sie gehören einfach in die Bundesliga! Im Moment wackelt jedoch das Ansehen des „netten HSV“ - vieles geht aktuell schief! Ein neutraler Goal.com-Reporter über seinen ganz persönlichen Blick auf die aktuelle Lage der „Rothosen“.

HAMBURGER SV
VORJAHRES-15.
DIE SAISON-VORBEREITUNG
Ergebnis
1860 Rosenheim - HSV
 1:1
Zillertal-Auswahl - HSV  0:10
FC Derek Grozny - HSV
 2:2
Holstein Kiel - HSV
1:1
FC Groningen - HSV (20.7.)  
HSV - FC Barcelona (24.7.)  
Borussia Dortmund - HSV (4.8.)
 
HSV - FC Nordsjaelland (8.8.)  
RCD Mallorca - HSV (11.8.)  
Altona 93 - HSV (14.8.)  

Hamburg - eine Perle


Noch gar nicht so lange her, da besuchte ich das Musical „Der König der Löwen“ im Stage Theater im Hamburger Hafen. Jeder kennt die Szene, als der Mandrill Rafiki das Löwenbaby Simba in den afrikanischen Himmel hievt und die Tiere der Steppe sich ehrfürchtig verbeugen. Nur eine von vielen fantastischen Momenten, die einen in diesem Stück erwarten! Überhaupt kann man von der Stadt Hamburg nicht genug kriegen. Der Duft der Nordsee, eine herrliche Atmosphäre links und rechts - dazu ein Fußballverein, den man einfach mögen muss, wenn man nicht gerade aus Bremen kommt!
HSV: DIE FÜNF TEUERSTEN ABGÄNGE
Spieler
De Jong

V. d. Vaart
Boulahrouz
Boateng
Elia

Jahr

2008
2008
2006
2010
2011


Klub

ManCity
Real Madrid
FC Chelsea
ManCity
Juventus Turin

Ablöse
18 Mio €
15 Mio €
13 Mio €
13 Mio €
9 Mio €

Sympathieträger durch und durch

Auch als gebürtiger Rheinländer muss ich sagen, dass der HSV für mich (solange er nicht gegen meinen Verein gespielt hat) immer einer der Sympathieträger des Oberhauses war. Man hat ihnen gerne beim Fußballspielen zugeschaut, der Kader bestand immer aus klangvollen Namen und auch das Umfeld schien stets zu passen! Seit einiger Zeit ist aber irgendwie der Wurm drin - und der HSV ist drauf und dran, viele Sympathien zu verspielen. Aber fangen wir von vorne an...

Nicht Simba, sondern die Schale

Und dafür kehren wir nochmal auf die eingangs beschriebene Szene aus dem „König der Löwen“ zurück. Als Frank Arnesen im Mai 2011 Sportchef bei den Norddeutschen wurde, sollte der Weg aus der Erfolgslosigkeit (letzter Titel vor 25 Jahren) endlich beschritten werden. Und am Ende dieses Weges, sollte Arnesen die Rolle des Heilsbringers einnehmen, des Rafikis. Nur sollte er kein Löwenbaby in die Luft stemmen, sondern - im besten Falle - die Meisterschale. Währenddessen jubeln ihm die Hamburger Fans zu und betrinken sich mit Holsten.

Missstimmung statt Heiterkeit

Die Realität sieht momentan leider etwas anders aus. Statt freudetrunkenen HSV-Fans und den ersten Anhängern die eine Statue von Arnesens Gehirn, gleich neben Uwe Seelers Fuß fordern, blickt man im hohen Norden zur Zeit in bedröppelte Gesichter. Angefangen Trainingsschlägereien, hin zu dem Transferchaos um Rafael van der Vaart und diesem ominösen Geldgeber Kühne - der HSV ist auf dem besten Weg, sich selbst ein Grab auf dem Elefantenfriedhof zu schaufeln!



Zaster statt Käfer

Wer ist eigentlich dieser Kühne? Ein verbitterter HSV-Fan, der mit Finanzspritzen seinen Klub wieder auf Vordermann bringen will - also quasi der „Timon und Pumbaa“ aus unserer Geschichte, nur dass es sich bei den nahrhaften Maden und Käfern in diesem Fall um reines Bares handelt. Auf jeden Fall ist Herr Kühne jemand, dem der HSV am Herzen liegt. Auch wenn diese ganze „Geldgeber-von-Außen-Sache“ immer einen bitteren Nebengeschmack hat, konnte man als Außenstehender irgendwie drüber weg sehen! Und nicht nur das: Als Namen wie Dirk Kuyt oder Rafael van der Vaart durch die Luft schwebten, freute man sich sogar, dass die Bundesliga weiter an Attraktivität gewinnen könnte.

HSV: DIE FÜNF TEUERSTEN NEUZUGÄNGE
Spieler
Kompany

Berg
Elia
Neves
Jansen

Jahr

2006
2009
2009
2008
2008


Klub

RSC Anderlecht
FC Groningen
FC Twente
Fluminense
FC Bayern

Ablöse
11 Mio €
10 Mio €
9 Mio €
9 Mio €
8 Mio €
Chaos in der Hansestadt

Doch daraus scheint nichts zu werden: Kuyt entschied sich gegen Hamburg und auch Rafael van der Vaart scheint nicht so richtig zu wollen. Kühne droht mit dem Absprung (Goal.com berichtete) und die HSV-Fans schauen nur kopfschüttelnd zu. Dazu bekämpfen sich die eigenen Spieler wie Hyänen (Rajkovic vs. Son), andere Kicker wie Paulo Guerrero oder wohl auch Gökhan Töre verlassen fluchtartig den Verein - die Zukunftsvision Arnesens rückt in weite Ferne!

Happy End gefälligst?

Der Däne gibt jedoch längst nicht auf und macht es wie Rafiki: Immer ein Lächeln auf den Lippen, dazu die feste Umklammerung des Stockes, des eigenen Glaubens - immer optimistisch bleiben! Auch bei „König der Löwen“ gab es schließlich ein Happy End. Wenn die Spieler es schaffen, sich selbst zusammen zu reißen und ihre, definitiv vorhandenen Qualitäten voll auszuschöpfen, dann sollte zumindest ein sicherer Platz in der Liga möglich sein. Mit dem nötigen Glück, kann man sich eventuell auch endlich wieder für Europa qualifizieren. Ich, als Außenstehender, will den Dino auf keinen Fall stürzen sehen - Hamburg gehört einfach in die Bundesliga! Drücken wir ihnen die Daumen und hoffen, dass die Sorgen schnell vorbei gehen - ganz nach dem Motto: „Hakuna Matata!“

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