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Fürchtet euch, fürchtet euch wirklich! Europa sollte Angst vor Mourinho und Real haben

Der Klub aus der Hauptstadt bestätigte am Dienstag, dass ihr portugiesischer Trainer seinen Vertrag bis 2016 verlängert hat – schlechte Nachrichten für die europäische Konkurrenz.

Kommentar

Von Ben Hayward

Es war eine Nachrichten, die eigentlich niemand erwartet hatte. Jose Mourinho hatte bereits verkündet, dass er die Absicht habe, eine weitere Saison bei Real Madrid zu bleiben, aber was seine Zukunft darüber hinaus anging, hüllte er sich in Schweigen und das blieb ungewiss. Jetzt nicht mehr.

Madrid veröffentlichte am Dienstag auf der offiziellen Homepage, dass Mourinho seinen Vertrag mit dem spanischen Klub bis 2016 verlängert habe. Auf seinen Kontrakt, der noch bis 2014 lief, wurden zusätzliche zwei Jahre gepackt. Was für eine Willenserklärung!

Die speziellen Statistiken von The Special One
 BENFICA | 2000
11 Spiele, 6 Siege
 UNIAO DE LEIRIA | 2001/02
20 Spiele, 11 Siege
 PORTO | 2002/04

127 Spiele, 88 Siege
2 Primeira-Liga-Titel
1 Champions-League-Gewinn
1 Uefa-Cup-Gewinn
1 Taco de Portugal
1 Supertaca
 CHELSEA | 2004-07
185 Spiele, 131 Siege
2 Premier-League-Titel
1 FA-Cup-Gewinn
2 League Cup Gewinne
1 Community Shield
INTER | 2008-10
108 Spiele, 68 Siege
2 Serie-A-Titel
1 Champions-League-Gewinn
1 Coppa-Italia-Gewinn
1 Supercoppa Italiana
 REAL MADRID | 2010-

117 Spiele, 90 Siege

1 La-Liga-Titel

1 Copa-del-Rey-Titel
Zu einem früheren Zeitpunkt der Saison wurde noch spekuliert, dass Mourinho den Klub diesen Sommer  verlassen könnte. Die Niederlage gegen Ligarivale Barcelona in der Copa del Rey vom Januar 2012 führte dazu, dass es im Santiago Bernabeu zu offenen Unmutsäußerungen gekommen ist – gerade wegen der Art, wie man verloren hatte. Madrid musste das eigene Territorium, seinen Besitz und seinen Ruf an den ewigen Feind im heimischen Stadion abgeben – und darüber waren die Fans nicht eben erfreut.

Im nächsten Heimspiel gegen Athletic Bilbao wurde der Portugiese regelrecht verspottet und die Berichte besagten im Nachgang zum Spiel, er habe schlicht die Nase voll. Ein Sommerwechsel in die Premier League schien immer näher zu rücken und damit das Ende eines Traumes. So jedenfalls wurde es berichtet.

Aber das wäre nicht der Stoff, aus dem Mourinhos gemacht sind und es änderte sich etwas, als der 49-Jährige nach der Stärke des Teams suchen musste, als es am dringendsten benötigt wurde. Entgegen der Berichte über Streits in der Kabine und all der Kritiken in der Presse steckten die Spieler die Köpfe zusammen, sie wuchsen zusammen und sie wussten gemeinsam zu siegen.

Eigentlich haben sie sogar kaum zurück geblickt. Nach einem beeindruckenden Run in La Liga lag Madrid 10 Punkte vor Barca in der Primera Division - und trotz dreier Unentschieden aufeinander, welche den Abstand auf vier Zähler verringerten, konnte ein grandioser Triumph im Clasico im Camp Nou den ersten Titel seit der Saison 2007/2008 besiegeln. Mourinho, der in seiner Debüt-Saison die Copa del Rey mit einem Sieg über Barca erstmals seit 18 Jahren zum Hauptstadt-Verein holte, fuhr in seiner zweiten Saison einen noch größeren Erfolg ein.
 
Nur wenige erwarteten, dass er noch viel länger in Madrid bleiben wollen würde, nachdem Madrid an der vorletzen Hürde - der Champions League - im Halbfinale gegen Bayern München scheiterte.

Aber jetzt, nachdem Pep Guradiola Camp Nou verlassen hat, hat sich der 49-jährige für weitere zwei Jahre verpflichten lassen und wird so wahrscheinlich beispiellose sechs Jahre Trainer sein. Sollte er tatsächlich bis 2016 bleiben, wäre er der am längsten amtierende Trainer nach der Klub-Legende Miguel Munoz (1960-74).

Obwohl Mourinho stets für seine unglaublichen Resultate und seine beeindruckenden „Silberkollektion“ in Portugal, England, Italien und jetzt in Spanien gelobt wurde, so gab es doch stets Behauptungen, Mourinho würde es auf schnelle, kurzfristige Erfolge abzielen und gen neue Weidegründe aufbrechen, anstatt auf langfristigen Erfolg zu schauen, indem er über zwei bis drei Saisons das Beste aus seinen Teams herausholt.

Allerdings nicht diesmal. Im Gegensatz zu seinen vorherigen Stationen hat Mourinho diesmal die Möglichkeit, in Madrid eine Dynastie aufzubauen. Er sagte in der Vergangenheit schon, dass für den Fall, dass er niemals Trainer von Real gewesen wäre, seine Karriere einen wesentlichen Bestandteil missen lassen würde. Dies ist sein größtes Projekt bis heute - und er hat gerade erst angefangen.

Mourinhos Sieg-Prozente
Benfica Leiria Porto Chelsea Inter Madrid
54.5% 45.0% 71.7% 67.0% 62.0% 76.9%

Die Primera Division weiter zu beherrschen wird eine der Prioritäten sein, während Barca sich unter Tito Vilanova berappeln möchte - und Mourinho hat es bis jetzt immer geschafft, seinen Erfolg im nächsten Jahr zu wiederholen, wie schon bei Porto, Chelsea und auch bei Inter. Aber das Hauptziel für Trainer und Mannschaft wird La Decima sein - der zehnte Europa Cup. Der Portugiese kündigte kürzlich an, dass Real ihn entweder nächstes oder übernächstes Jahr nach Hause holen würde. Wie auch immer - seine Absicht für weitere vier Jahre im Bernabeu zu bleiben, ist eine wundervolle Nachricht für Real Madrid - und eine unheilvolle Ansage für den Rest von Fußball-Europa.

Eure Meinung: War es richtig von Mou, sich jetzt schon so früh und direkt so lange an Madrid zu binden?


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