thumbnail Hallo,

Nach DFB-Kadernominierung: Löw hat die richtige Wahl getroffen

Der Bundestrainer sorgte bei der vorläufigen Kadernominierung für wenige Überraschungen. Einzig die Berufung des Schalker Youngsters kam etwas unverhofft.

Rastatt. Am Montagvormittag gab Bundestrainer Joachim Löw im beschaulichen Rastatt eine der wohl meist erwarteten Entscheidungen der letzten Wochen bekannt: den vorläufigen Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine im kommenden Monat.

Zieler und ter Stegen?

Im Tor geschahen keine unvorhergesehenen Dinge: Manuel Neuer wird als die klare Nummer eins ins Turnier gehen. Tim Wiese stellt wie schon bei der WM 2010 in Südafrika die erste Alternative dar. Mit Ron-Robert Zieler und Marc-Andre ter Stegen streiten sich hingegen zwei Torhüter um den dritten Platz im Tor.

Löw kann bei keinem der beiden einen großen Fehler machen. Sowohl Zieler in Hannover als auch ter Stegen in Mönchengladbach spielten in ihren Vereinen eine großartige Saison und hätten sich die Teilnahme voll und ganz verdient. Zieler hat den kleinen Vorteil, dass er schon in den letzten Spielen zum Kader des DFB gehörte. Am Ende wird es eine Entscheidung aus dem Bauch heraus werden und einer der beiden Keeper wird enttäuscht den Heimweg antreten müssen.

Schmelzer erhält Vorzug vor Aogo

Auf Altbewährtes setzt der Bundestrainer in der Defensive - nur Dennis Aogo vom Hamburger SV schaut hierbei nach einer durchwachsenen Saison in die Röhre. Jedoch musste sich Löw auf Schmelzer oder ihn festlegen und der Dortmunder spielte die weitaus stabilere Runde. Zudem rückt Lahm in der Nationalelf wieder auf die linke Abwehrseite, was eher ein Problem auf der rechts entstehen lässt.

Hier streiten sich Boateng und Höwedes um den freien Platz. Das ist zwar die defensive Variante, da beide eigentlich gelernte Innenverteidiger sind. Dennoch haben sie auf der ungeliebten Position in der vergangenen Saison durchaus überzeugen können, was die Entscheidung rechtfertigt. Hier ist ein absolut ausgeglichenes Rennen zu erwarten.

Auf Experimente mit Tony Jantschke oder Gonzalo Castro verzichtete Löw damit bewusst, um das zuletzt ohnehin instabile Abwehrkonstrukt nicht unnötig ins Wanken zu bringen.

Für Draxler wird es nicht reichen

Im Mittelfeld dürfte sich gerade Julian Draxler besonders über die Nominierung gefreut haben. Jedoch sollte er sich keine alt zu große Hoffnungen machen schlussendlich auch zur EM zu fahren. Die vorläufige Berufung in den Kader ist ausschließlich als eine Honorierung seiner starken Leistungen in seiner ersten kompletten Profisaison zu bewerten. Ihn werden Löw und Flick wohl erst nach der EM gezielt an die Nationalmannschaft heranführen.

Ähnlich verhält es sich mit Ilkay Gündogan. Er spielte zwar eine herausragende Rückrunde beim deutschen Meister Borussia Dortmund. Die Konkurrenz im deutschen Mittelfeld ist aber immens und daher wird auch der Ex-Nürnberger erst in der Nach-EM-Zeit vermehrt auf Einsätze im DFB-Trikot hoffen können.

Cacau passt besser zur Philosophie

Für Stuttgarts Cacau könnte die EM das letzte Turnier mit dem Bundesadler auf der Brust sein. Recht plausibel begründete Löw die Entscheidung damit, dass er besser zur Philosophie der deutschen Elf passe als die von den Medien in die Verlosung gebrachten Patrick Helmes und Mike Hanke.

Für den 31-Jährigen vom VfB war die Saison allerdings enttäuschend – seinen Stammplatz im Klub hat er unlängst an Neuzugang Vedad Ibisevic verloren, allerdings war auf Cacau im DFB-Dress immer Verlass. Zudem stellt er zu seinen Kontrahenten Mario Gomez und Miroslav Klose ein Pendant dar, das je nach Spielsituation Einsatzchancen anstreben kann.

Mit diesem Kader ist der Titel drin

Sieht man von Draxlers Berufung ab, sucht man also vergeblich nach großen Überraschungen. Löws Gerüst aus Neuer, Lahm, Schweinsteiger, Özil und Klose ist ohnehin zementiert. Garniert mit Spielern wie Kroos, Müller, Götze, Reus und Gomez besitzt der Kader, gerade in der Offensive, eine Qualität wie man sie wohl sonst nur bei den Spaniern vorfindet. Aber auch die Abwehrzentrale ist mit Hummels und Badstuber äußerst gut besetzt. Es gilt nur die richtige Balance zwischen Defensive und Offensive zu finden, was der letzte Test gegen Frankreich (1:2) im Februar verdeutlichte.

Mit dieser Mannschaft muss die erste Trophäe seit dem EM-Titel im Jahr 1996 angestrebt werden und auch die Erwartungen im Lande sind nach dem dritten Platz bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Südafrika dementsprechend hoch.

Eure Meinung: Hat Löw bei der Nominierung die richtige Wahl getroffen?

Starte dein eigenes Tippspiel auf Kicktipp.de!

Bleibe am Ball und sei Teil des größten Fußball-Netzwerkes der Welt: Folge Goal.com auf
oder werde Fan von Goal.com auf !

Wie bleibt ihr unterwegs am Ball? Verpasst kein Ergebnis mehr!


Dazugehörig