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Die Causa Michael Ballack: Kein Fair Play von Bayer 04 Leverkusen
Das Thema Michael Ballack bewegte in den vergangenen Wochen und Monaten die Öffentlichkeit. Ob es sie aber auch weiterbewegt hat, ist mehr als fraglich.
Bongarts
Kommentar |
Dennis Weinacht
Leverkusen. Als Michael Ballack beim Rückrundenauftakt gegen den 1. FSV Mainz 05 (3:2) nach 60 Minuten vom Feld genommen wurde, verweigerte er seinem Trainer Robin Dutt den Handschlag – ein Skandal. Nein, ehrlich: ein Skandal. Man muss das immer wieder betonen, sonst würde man diese unglaubliche Dreistigkeit fast direkt wieder vergessen. Da brennt bei Bayer 04 Leverkusen der Baum und dann lässt sich der frühere deutsche Nationalspieler zu einer derart extremen Geste der Abneigung hinreißen.
Holzhäuser als Sprachrohr
Klar, dass am nächsten Tag wieder die Kritiker aus ihren Löchern krochen und der „Diva des deutschen Fußballs“ ordentlich die Breitseite boten. Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, zeigte sein besonderes Gespür, sensibel mit den Dingen umzugehen. Und deshalb entschied er sich zu einem sehr sachlichen Gespräch mit Ballack, das er aber zur Freude aller dann über die Öffentlichkeit führte. Gegenüber der dpa erklärte Holzhäuser: „Michael ist auf keinem guten Weg. Er ist uneinsichtig. Es ist der Punkt erreicht, bei dem Rudi Völler und ich nicht mehr mitgehen wollen .“
Leverkusen wusste es doch
Genau so gehört sich das: Man holt sich einen absoluten Welt-Star in die Mannschaft, von dem man ganz genau weiß, dass er einer dieser vielzitierten „Charaktere“ ist. Soll heißen: Ein Führungsspieler. Ein letzter aus der „Generation Oliver Kahn“. Einer, wie es nicht jeder sein kann. Und auch gar nicht jeder sein möchte. Erforderlich ist das ohnehin nicht. Nicht jeder Fußballer muss diese knorrige Art an sich haben. Aber: Wenn ich mir einen Spieler in den Kader hole, der absolut deutlich zu dieser Sorte Kicker gehört, dann muss ich mit den Konsequenzen auch leben. Ballack war nie leicht. Nicht in München und nicht in London. Aber er war stets ein ehrlicher und konsequenter Spieler.

Wie läuft das „Projekt Dutt“?
Dass er nun in Leverkusen zum Sündenbock gemacht wird, ist bedauernswert. Vor allem in Anbetracht dessen, was er für den deutschen Fußball geleistet hat. Das sollten sich hin und wieder auch die Verantwortlichen von Bayer 04 vor Augen führen. Denn was wir derzeit erleben, ist ein ganz normaler Michael Ballack. Ein Kämpfer, ein Kritiker und ein Führungsspieler. Dass Robin Dutt mit seiner eitlen Erscheinung auf solche Spieler ganz merklich nicht zu stehen scheint, ist ihm völlig selbst überlassen. Aber zu diesem ganzen Krach gehören auch immer zwei Parteien. Wenn also die Verantwortlichen das „Projekt Ballack“ ganz öffentlich für gescheitert erklären, sollten sie den Erfolg des „Projektes Dutt“ auch bitte öffentlich bewerten. Und zwar ganz ohne diplomatisches „Wir-halten-am-Trainer-fest“ - Gelaber.
Ballack = Sündenbock? Nein!
Letztlich kann man derzeit nur hoffen, dass sich Leverkusen und Ballack in den kommenden Monaten noch würdig und anständig verhalten. So wichtig sich die Klub-Bosse in Leverkusen auch derzeit selbst nehmen: Die Welt hat derzeit nun wirklich andere Sorgen, als einen verweigerten Handschlag oder allgemein die Causa Ballack. Und „Micha“ hat es nicht verdient, ständig von allen Seiten attackiert zu werden. Vor allem von solch erfahrenen Fußball-Kennern, wie sie in Leverkusen am Steuer sitzen, hätte man ein wenig mehr Souveränität und eine geschicktere Außendarstellung erwartet. Denn auch wenn Ballack Fehler gemacht hat, ist es nicht gerade das ganz große Fair Play, alle Probleme auf den neu-gewonnen Sündenbock abzuwälzen. Bayer hat hausgemachte Probleme - kein Ballack-Problem!
Eure Meinung: Michael Ballack und Bayer Leverkusen – wie bewertet Ihr diese Ehe?
Dennis Weinacht
Leverkusen. Als Michael Ballack beim Rückrundenauftakt gegen den 1. FSV Mainz 05 (3:2) nach 60 Minuten vom Feld genommen wurde, verweigerte er seinem Trainer Robin Dutt den Handschlag – ein Skandal. Nein, ehrlich: ein Skandal. Man muss das immer wieder betonen, sonst würde man diese unglaubliche Dreistigkeit fast direkt wieder vergessen. Da brennt bei Bayer 04 Leverkusen der Baum und dann lässt sich der frühere deutsche Nationalspieler zu einer derart extremen Geste der Abneigung hinreißen.
Holzhäuser als Sprachrohr
Klar, dass am nächsten Tag wieder die Kritiker aus ihren Löchern krochen und der „Diva des deutschen Fußballs“ ordentlich die Breitseite boten. Wolfgang Holzhäuser, Geschäftsführer von Bayer Leverkusen, zeigte sein besonderes Gespür, sensibel mit den Dingen umzugehen. Und deshalb entschied er sich zu einem sehr sachlichen Gespräch mit Ballack, das er aber zur Freude aller dann über die Öffentlichkeit führte. Gegenüber der dpa erklärte Holzhäuser: „Michael ist auf keinem guten Weg. Er ist uneinsichtig. Es ist der Punkt erreicht, bei dem Rudi Völler und ich nicht mehr mitgehen wollen .“
Leverkusen wusste es doch
Genau so gehört sich das: Man holt sich einen absoluten Welt-Star in die Mannschaft, von dem man ganz genau weiß, dass er einer dieser vielzitierten „Charaktere“ ist. Soll heißen: Ein Führungsspieler. Ein letzter aus der „Generation Oliver Kahn“. Einer, wie es nicht jeder sein kann. Und auch gar nicht jeder sein möchte. Erforderlich ist das ohnehin nicht. Nicht jeder Fußballer muss diese knorrige Art an sich haben. Aber: Wenn ich mir einen Spieler in den Kader hole, der absolut deutlich zu dieser Sorte Kicker gehört, dann muss ich mit den Konsequenzen auch leben. Ballack war nie leicht. Nicht in München und nicht in London. Aber er war stets ein ehrlicher und konsequenter Spieler.

KEINE FREUNDE | Michael Ballack (r.) und Robin Dutt kommen nur schwer miteinander aus
Wie läuft das „Projekt Dutt“?
Dass er nun in Leverkusen zum Sündenbock gemacht wird, ist bedauernswert. Vor allem in Anbetracht dessen, was er für den deutschen Fußball geleistet hat. Das sollten sich hin und wieder auch die Verantwortlichen von Bayer 04 vor Augen führen. Denn was wir derzeit erleben, ist ein ganz normaler Michael Ballack. Ein Kämpfer, ein Kritiker und ein Führungsspieler. Dass Robin Dutt mit seiner eitlen Erscheinung auf solche Spieler ganz merklich nicht zu stehen scheint, ist ihm völlig selbst überlassen. Aber zu diesem ganzen Krach gehören auch immer zwei Parteien. Wenn also die Verantwortlichen das „Projekt Ballack“ ganz öffentlich für gescheitert erklären, sollten sie den Erfolg des „Projektes Dutt“ auch bitte öffentlich bewerten. Und zwar ganz ohne diplomatisches „Wir-halten-am-Trainer-fest“ - Gelaber.
Ballack = Sündenbock? Nein!
Letztlich kann man derzeit nur hoffen, dass sich Leverkusen und Ballack in den kommenden Monaten noch würdig und anständig verhalten. So wichtig sich die Klub-Bosse in Leverkusen auch derzeit selbst nehmen: Die Welt hat derzeit nun wirklich andere Sorgen, als einen verweigerten Handschlag oder allgemein die Causa Ballack. Und „Micha“ hat es nicht verdient, ständig von allen Seiten attackiert zu werden. Vor allem von solch erfahrenen Fußball-Kennern, wie sie in Leverkusen am Steuer sitzen, hätte man ein wenig mehr Souveränität und eine geschicktere Außendarstellung erwartet. Denn auch wenn Ballack Fehler gemacht hat, ist es nicht gerade das ganz große Fair Play, alle Probleme auf den neu-gewonnen Sündenbock abzuwälzen. Bayer hat hausgemachte Probleme - kein Ballack-Problem!
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