Kommentar: Marco Reus wechselt und viele Seiten profitieren – nur die Bayern ärgern sich schwarz

Kaum ist das Silvester-Feuerwerk erloschen, folgt der nächste Knaller im neuen Jahr: Reus wechselt zur schwarz-gelben Borussia nach Dortmund! Eine nachvollziehbare Entscheidung?

Von Christoph Vogel

Gladbachs Mittelfeldstar Marco Reus in Aktion
Getty Images
Dortmund/Mönchengladbach. Damit hatte zu diesem Zeitpunkt eigentlich gar keiner gerechnet. Mitten in die Anfangsphase der Transferperiode überrascht Marco Reus mit seinem Wechsel zu Borussia Dortmund. Bei den Anhängern von Borussia Mönchengladbach regiert zunächst einmal der Schock. Schon oft verließen Jungstars die Fohlen für viel Geld, aber der Abgang von Reus ist kaum zu kompensieren – oder? Der BVB gewinnt gleichzeitig das Rennen gegen den FC Bayern.

Marco Reus ist kein Verräter. Diese harte Anschuldigung mussten sich schon einige Spieler vorwerfen lassen, die ihren Klub vorzeitig aufgrund einer vermeintlich besseren Perspektive verließen. Reus leistete viel für Gladbach und ließ sich nie hängen für die Borussia. Dennoch zog er nun den Wechsel nach Dortmund vor. Bis 2017 unterschrieb er beim BVB. Ein klares Bekenntnis: Der junge Nationalspieler steht auf Kontinuität. Eben jene Perspektive ist ihm wichtig. Sah er die also bei Gladbach nicht mehr gegeben?

Reus hatte drei tolle Jahre in Gladbach. Drei Jahre, in denen sein Marktwert explodierte. Doch nun war er trotz der fantastischen Tabellensituation der Borussia an einem Punkt angekommen, an dem er den berühmten nächsten Schritt machen musste. Mit seinem Wechsel zum BVB hat Reus die Erwartungen geknüpft, künftig international zu spielen. Es ist keine Entscheidung gegen Gladbach, aber für Europa – und gegen die Bayern, die ihm das Gleiche hätten in Aussicht stellen können. Einst glaubte man in Dortmund nicht an das Potenzial des Jugendspielers Reus, nun holt man ihn für mehr als 17 Millionen Euro zurück. Das ist Fußball.

Wechsel auch eine Chance für Gladbach

Aber auch die Gladbacher sollten nicht allzu enttäuscht sein. Sicherlich verlässt sie der beste Spieler, der in diesem Jahrtausend das Trikot des VfL getragen hat. Mit dem Geld aus der Ablöse lässt sich jedoch vieles bewirken. Das Spiel der Borussia hing nur allzu sehr von der Tagesform Reus‘ ab. Nun bietet sich die Gelegenheit, die Last auf mehrere Schultern zu verteilen. Trainer Lucien Favre und Sportdirektor Max Eberl haben nun Planungssicherheit. Etwaige Gerüchte werden die Leistung der Mannschaft in der Rückrunde nicht mehr belasten. Und schon jetzt kann Eberl gezielt nach Verstärkungen suchen.

Denn eines ist klar: Borussia Mönchengladbach ist immer noch Borussia Mönchengladbach. Dort werden trotz der starken Hinrunde immer noch kleine Brötchen gebacken und hohe Ablösesummen sind langfristig eine nicht zu verzichtende Einnahmequelle. Der Verlust von Reus im Sommer ist eine Schwächung, aber auch eine Chance für den Verein. Damit die gute Platzierung in diesem Winter keine Ausnahmeerscheinung bleibt. Und dass in Zukunft dann auch mal ein Spieler der Marke Reus der Borussia vom Niederrhein den Vorzug gibt.

Eure Meinung: Ward Ihr von der Bekanntgabe des Wechsels überrascht?


 
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