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Kommentar: Schalke steckt im Farfan-Dilemma
S04 steckt in der Zwickmühle: Soll man versuchen, den Außenstürmer nach dessen übertriebenen Forderungen zu verkaufen oder erfreut man sich weiter am sportlichem Wert?
Kommentiert von Felix Landmesser
Bongarts
Gelsenkirchen. Schalke 04 und Jefferson Augustin Farfan – die Neverending-Story um den Peruaner wurde zum Jahreswechsel um ein Kapitel erweitert. Der bisweilen geniale Techniker gibt in Co-Produktion mit seinem Berater dabei ein trauriges Bild ab. Es ist das Bild eines geld-geilen und nur auf den Profit bedachten Fußball-Profis, dem ein prallgefülltes Bankkonto wichtiger ist als Ruhm und Ehre im großen Fußball-Zirkus. Dabei stünde dem 27-Jährigen ob seiner Ausnahme-Künste auf dem Platz die Welt offen.
Farfan schlägt Angebote aus
Klar, machen wir uns nichts vor: Allein für das Gehalt eines normalen Arbeitnehmers schnürt kein Profi heutzutage mehr die Fußballschuhe, aber ein bisschen mehr Anstand darf schon erwartet werden. Man kann sich mal vorstellen, dass ein Arbeitgeber die Verdopplung des Gehaltes anbietet. Großzügig, mag man meinen, doch für Farfan ist das nicht genug: So bot Schalke-Manager Horst Heldt Farfan eine Anhebung des Jahressalärs von 2,8 Millionen Euro auf sechs Millionen Euro an, Ausdruck der königsblauen Wertschätzung für den Peruaner.
Dieser schlug jedoch sämtliche Fristen zur Vertragsverlängerung aus, ließ Schalke im Dunklen sitzen und flirtete stattdessen fröhlich mit anderen Vereinen, vorzugsweise aus der Serie A, wo Inter-Boss Moratti mit den Geldscheinen wedelt, um den Fans für die bisher enttäuschende Hinrunde ein Leckerli zu bieten. Inter will das Interesse nicht bestätigen, möglicherweise wollen die „Nerazzurri“ nur die Ablösesumme drücken. Der Spieler selbst scheint einem Wechsel in den Süden aber keineswegs abgeneigt gegenüberzustehen, so sagte er, dass er gerne für einen Topklub wie Inter Mailand spielen wolle.
Alles vom FC Schalke 04 bei Goal.com
Überzogene Handgeldforderung
Doch damit nicht genug. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll Jefferson Farfan für seine Vertragsunterschrift das horrende Handgeld von 14 Millionen Euro gefordert haben. Da kann man der Schalker Vereinsführung nur gratulieren, dass sie das Vertragsangebot zurückgezogen hat. Die Antwort aus Peru auf den Rückzieher von S04 ließ nicht lange auf sich warten. Über die Internetseite seines Beraters Raul Gonzales ließ Farfan verlauten, er finde es „wirklich schade“, dass er nicht länger in Gelsenkirchen bleiben dürfe. Bei dem Verein, den er doch so sehr liebe. Liebe? Das klingt wie Hohn in den Ohren eines jeden Fußball-Fans, der Woche für Woche ins Stadion pilgert, um Spielern wie eben jenem Farfan zusehen zu dürfen und bisweilen sein „letztes Hemd“ für den Lieblings-Verein aufbringt.
Es kommt einer Anmaßung gleich, wenn solch ein Spieler es sich dann herausnimmt, von Liebe zum Verein zu sprechen. Wohlgemerkt erst, nachdem er 14 Millionen Euro gefordert hat, um für seine große Liebe weiter auf Torejagd zu gehen. Farfan selbst sagte nach dem Schalker Rückzieher: „Aber dass sie das Angebot zurückgezogen haben, sagt viel über das Interesse, mit mir weiterarbeiten zu wollen.“ Damit stellt er sich in der Öffentlichkeit mal wieder als Unschuldslamm dar, schon lange hätte er mit einem deutlichen Bekenntnis zum aktuellen DFB-Pokalsieger aber für klare Verhältnisse sorgen können.
Obasi 1: Druckmacher für Farfán
Ein auf den ersten Blick kluger Schachzug gelang Horst Heldt mit der Verpflichtung des Hoffenheimers Chinedu Obasi. Der Nigerianer wurde bis zum Ende der Rückrunde ausgeliehen, zudem sicherten sich die Schalker eine Kaufoption am 25-Jährigen. Für Königsblau eine Win-Win-Situation: Sollte Obasi in der Rückrunde überzeugen, könnte man den Außenstürmer im Sommer verpflichten und hätte einen adäquaten Ersatz für „Gier-Profi“ Farfan. Bleibt Obasi hingegen hinter den Erwartungen zurück, spart man sich die fälligen fünf Millionen Euro Ablöse. Gleichzeitig üben die Verantwortlichen Druck auf Farfan aus, indem sie ihm einen Konkurrenten vor die Nase setzen. Der Peruaner muss sich nach seiner langen Verletzungspause erst noch beweisen, sollte sich dann noch Obasi in bestechender Form zeigen, könnte Farfan sich nicht für potenzielle neue Arbeitgeber empfehlen.

Obasi 2: Noch ein Egozentriker auf Schalke
Allerdings könnte Schalke mit der Verpflichtung Obasis auch neues Ungemach ins Haus stehen. Denn wie Stürmer-Kollege Farfan gilt auch ehemalige Kraichgauer als Egozentriker. Zwei Egozentriker auf derselben Position – ob das gut gehen kann? Denn eins ist klar: Weder Farfan noch Obasi werden sich ohne viel Aufhebens auf die Bank setzen, beide sind es aus ihren Vereinen gewohnt, immer erste Wahl zu sein. Findet Huub Stevens Verwendung für beide Offensivspieler, könnte die neue Schalker Flügelzange ein Albtraum für die Abwehrreihen der Bundesliga werden. Sollte dies aber nicht funktionieren, und das ist weitaus realistischer, droht auf Schalke eine neue Schmierenkomödie auszubrechen, ein Szenario, was rund um die Veltins-Arena wohl jeder vermeiden will.
Das Farfan-Dilemma: Sportlich top, charakterlich flop
Farfan ist für viele Fußball-Fans längst eine „persona non grata“, unerwünscht auf Schalke und ebenso unerwünscht in der Bundesliga. Denn wer will schon einem Spieler zujubeln, der ausschließlich aus reiner Profitgier für seinen Verein das Trikot überstreift? Zwar betont Manager Horst Heldt, man wolle Farfan unbedingt halten, doch ob er damit mittlerweile ganz Schalke aus der Seele spricht, darf getrost bezweifelt werden. Die völlig überzogenen Gehaltsvorstellungen sorgen im Ruhrgebiet für viel Kopfschütteln. So sagte selbst der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies gegenüber der Sport Bild: „Wir spielen auf Schalke nicht verrückt! Wir waren von seinen Forderungen ein Stück weit enttäuscht. Denen kommen wir nicht nach.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch Trainer Huub Stevens, über einen Verbleib Farfans würde sich der Holländer dennoch freuen. Denn so sehr die Forderungen auf Unmut stoßen, so sehr weiß man auf Schalke auch um die Stärken des pfeilschnellen Stürmers, der Spiele im Alleingang entscheiden kann. Schalke befindet sich daher in einem Dilemma: Einerseits würde man Farfan aus sportlicher Sicht gerne halten, andererseits kann man den finanziellen Forderungen nicht nachgeben, zumal mit Obasi ein Nachfolger bereits feststeht.
Die beste Lösung?
Sollte Farfan bis zum Sommer auf Schalke bleiben, um dann ablösefrei wechseln zu können und vom neuen Verein ein dickes Handgeld zu kassieren, drohen ihm in den nächsten fünf Monaten die zu befürchtenden Anfeindungen vieler Fans, die ob der Handgeldforderungen (zu Recht) enttäuscht sind. Damit sich der Spieler diesen nicht aussetzten muss und Schalke doch noch eine hübsche Ablösesumme als Trostpflaster bekommt, wäre ein Wechsel zur Winterpause für alle Beteiligten die sinnvollste Variante! Denn dann würde sich Farfan einem möglichen Spießrutenlauf entziehen und Schalke könnte das Konto noch ein wenig aufbessern.
Eure Meinung: Stimmt Ihr zu, dass ein Verkauf noch in der Winterpause die beste Lösung ist?
Farfan schlägt Angebote aus
Klar, machen wir uns nichts vor: Allein für das Gehalt eines normalen Arbeitnehmers schnürt kein Profi heutzutage mehr die Fußballschuhe, aber ein bisschen mehr Anstand darf schon erwartet werden. Man kann sich mal vorstellen, dass ein Arbeitgeber die Verdopplung des Gehaltes anbietet. Großzügig, mag man meinen, doch für Farfan ist das nicht genug: So bot Schalke-Manager Horst Heldt Farfan eine Anhebung des Jahressalärs von 2,8 Millionen Euro auf sechs Millionen Euro an, Ausdruck der königsblauen Wertschätzung für den Peruaner.
Dieser schlug jedoch sämtliche Fristen zur Vertragsverlängerung aus, ließ Schalke im Dunklen sitzen und flirtete stattdessen fröhlich mit anderen Vereinen, vorzugsweise aus der Serie A, wo Inter-Boss Moratti mit den Geldscheinen wedelt, um den Fans für die bisher enttäuschende Hinrunde ein Leckerli zu bieten. Inter will das Interesse nicht bestätigen, möglicherweise wollen die „Nerazzurri“ nur die Ablösesumme drücken. Der Spieler selbst scheint einem Wechsel in den Süden aber keineswegs abgeneigt gegenüberzustehen, so sagte er, dass er gerne für einen Topklub wie Inter Mailand spielen wolle.
Alles vom FC Schalke 04 bei Goal.com
Überzogene Handgeldforderung
Doch damit nicht genug. Wie die Bild-Zeitung berichtet, soll Jefferson Farfan für seine Vertragsunterschrift das horrende Handgeld von 14 Millionen Euro gefordert haben. Da kann man der Schalker Vereinsführung nur gratulieren, dass sie das Vertragsangebot zurückgezogen hat. Die Antwort aus Peru auf den Rückzieher von S04 ließ nicht lange auf sich warten. Über die Internetseite seines Beraters Raul Gonzales ließ Farfan verlauten, er finde es „wirklich schade“, dass er nicht länger in Gelsenkirchen bleiben dürfe. Bei dem Verein, den er doch so sehr liebe. Liebe? Das klingt wie Hohn in den Ohren eines jeden Fußball-Fans, der Woche für Woche ins Stadion pilgert, um Spielern wie eben jenem Farfan zusehen zu dürfen und bisweilen sein „letztes Hemd“ für den Lieblings-Verein aufbringt.
Es kommt einer Anmaßung gleich, wenn solch ein Spieler es sich dann herausnimmt, von Liebe zum Verein zu sprechen. Wohlgemerkt erst, nachdem er 14 Millionen Euro gefordert hat, um für seine große Liebe weiter auf Torejagd zu gehen. Farfan selbst sagte nach dem Schalker Rückzieher: „Aber dass sie das Angebot zurückgezogen haben, sagt viel über das Interesse, mit mir weiterarbeiten zu wollen.“ Damit stellt er sich in der Öffentlichkeit mal wieder als Unschuldslamm dar, schon lange hätte er mit einem deutlichen Bekenntnis zum aktuellen DFB-Pokalsieger aber für klare Verhältnisse sorgen können.
Obasi 1: Druckmacher für Farfán
Ein auf den ersten Blick kluger Schachzug gelang Horst Heldt mit der Verpflichtung des Hoffenheimers Chinedu Obasi. Der Nigerianer wurde bis zum Ende der Rückrunde ausgeliehen, zudem sicherten sich die Schalker eine Kaufoption am 25-Jährigen. Für Königsblau eine Win-Win-Situation: Sollte Obasi in der Rückrunde überzeugen, könnte man den Außenstürmer im Sommer verpflichten und hätte einen adäquaten Ersatz für „Gier-Profi“ Farfan. Bleibt Obasi hingegen hinter den Erwartungen zurück, spart man sich die fälligen fünf Millionen Euro Ablöse. Gleichzeitig üben die Verantwortlichen Druck auf Farfan aus, indem sie ihm einen Konkurrenten vor die Nase setzen. Der Peruaner muss sich nach seiner langen Verletzungspause erst noch beweisen, sollte sich dann noch Obasi in bestechender Form zeigen, könnte Farfan sich nicht für potenzielle neue Arbeitgeber empfehlen.

Obasi 2: Noch ein Egozentriker auf Schalke
Allerdings könnte Schalke mit der Verpflichtung Obasis auch neues Ungemach ins Haus stehen. Denn wie Stürmer-Kollege Farfan gilt auch ehemalige Kraichgauer als Egozentriker. Zwei Egozentriker auf derselben Position – ob das gut gehen kann? Denn eins ist klar: Weder Farfan noch Obasi werden sich ohne viel Aufhebens auf die Bank setzen, beide sind es aus ihren Vereinen gewohnt, immer erste Wahl zu sein. Findet Huub Stevens Verwendung für beide Offensivspieler, könnte die neue Schalker Flügelzange ein Albtraum für die Abwehrreihen der Bundesliga werden. Sollte dies aber nicht funktionieren, und das ist weitaus realistischer, droht auf Schalke eine neue Schmierenkomödie auszubrechen, ein Szenario, was rund um die Veltins-Arena wohl jeder vermeiden will.
Das Farfan-Dilemma: Sportlich top, charakterlich flop
Farfan ist für viele Fußball-Fans längst eine „persona non grata“, unerwünscht auf Schalke und ebenso unerwünscht in der Bundesliga. Denn wer will schon einem Spieler zujubeln, der ausschließlich aus reiner Profitgier für seinen Verein das Trikot überstreift? Zwar betont Manager Horst Heldt, man wolle Farfan unbedingt halten, doch ob er damit mittlerweile ganz Schalke aus der Seele spricht, darf getrost bezweifelt werden. Die völlig überzogenen Gehaltsvorstellungen sorgen im Ruhrgebiet für viel Kopfschütteln. So sagte selbst der Aufsichtsratsvorsitzende Clemens Tönnies gegenüber der Sport Bild: „Wir spielen auf Schalke nicht verrückt! Wir waren von seinen Forderungen ein Stück weit enttäuscht. Denen kommen wir nicht nach.“ In dieselbe Kerbe schlägt auch Trainer Huub Stevens, über einen Verbleib Farfans würde sich der Holländer dennoch freuen. Denn so sehr die Forderungen auf Unmut stoßen, so sehr weiß man auf Schalke auch um die Stärken des pfeilschnellen Stürmers, der Spiele im Alleingang entscheiden kann. Schalke befindet sich daher in einem Dilemma: Einerseits würde man Farfan aus sportlicher Sicht gerne halten, andererseits kann man den finanziellen Forderungen nicht nachgeben, zumal mit Obasi ein Nachfolger bereits feststeht.
Die beste Lösung?
Sollte Farfan bis zum Sommer auf Schalke bleiben, um dann ablösefrei wechseln zu können und vom neuen Verein ein dickes Handgeld zu kassieren, drohen ihm in den nächsten fünf Monaten die zu befürchtenden Anfeindungen vieler Fans, die ob der Handgeldforderungen (zu Recht) enttäuscht sind. Damit sich der Spieler diesen nicht aussetzten muss und Schalke doch noch eine hübsche Ablösesumme als Trostpflaster bekommt, wäre ein Wechsel zur Winterpause für alle Beteiligten die sinnvollste Variante! Denn dann würde sich Farfan einem möglichen Spießrutenlauf entziehen und Schalke könnte das Konto noch ein wenig aufbessern.
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